Nach Absagen aus Berlin, Paris, Rom und Madrid sucht Donald Trump für einen Marineeinsatz in der Straße von Hormus Rückhalt bei arabischen Golfstaaten. Hintergrund ist die faktische Blockade der Route durch iranische Minen und Drohnen nach Beginn der US-israelischen Operation „Epic Fury“. Trump erklärte daraufhin, die Vereinigten Staaten benötigten für diese Mission die NATO nicht.
Europa lehnt Marineeinsatz ab
Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien wiesen Trumps Bitte zurück, Kriegsschiffe in die Straße von Hormus zu entsenden.
Trump setzt auf Golfstaaten
Mehrere arabische Golfstaaten signalisierten Unterstützung für eine alternative Koalition zum Schutz der Schifffahrt.
Merz verweist auf fehlendes Mandat
Der Bundeskanzler nannte ein fehlendes Mandat der Vereinten Nationen, der EU oder der NATO sowie mangelnde Abstimmung als Gründe für die Absage.
Iran greift Emirate und Bahrain an
Teheran setzte seine Vergeltungsangriffe mit Drohnen gegen zwei Golfstaaten mit wichtiger US-Militärinfrastruktur fort.
Asien prüft Reaktionsmöglichkeiten
Japan, Südkorea und andere asiatische Staaten stehen wegen ihrer Energieabhängigkeit unter Druck, haben aber keine Militärpräsenz zugesagt.
Donald Trump hat am Dienstag Unterstützung aus arabischen Golfstaaten für eine Koalition zum Geleitschutz von Schiffen in der Straße von Hormus erhalten, nachdem Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien seine Bitte zurückgewiesen hatten, Kriegsschiffe in die blockierte Wasserstraße zu entsenden. Trump erklärte daraufhin, die Vereinigten Staaten benötigten für diese Mission keine NATO. Die Absagen erfolgten, während Iran seine Vergeltungsangriffe mit Drohnen auf die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain fortsetzte. Damit verschärfte sich die Krise, die am 28. Februar 2026 begonnen hatte, als die Vereinigten Staaten und Israel die Operation Epic Fury gegen Iran starteten. Trump rief andere Staaten dazu auf, bei der Sicherung der Straße von Hormus zu helfen. Durch diese Route wird ein erheblicher Teil des Öltransports abgewickelt. Iran hatte als Reaktion auf die amerikanisch-israelische Kampagne die Wasserstraße durch Seeminen und Drohnenaktivitäten faktisch geschlossen. Nachdem traditionelle Verbündete eine Teilnahme ablehnten, begann Trump damit, das zusammenzustellen, was er als separates „board“ oder alternative Koalition bezeichnete. Mehrere arabische Golfstaaten signalisierten ihre Unterstützung für anhaltenden US-Druck auf Iran.
Merz und Macron verweisen auf fehlendes Mandat und mangelnde Abstimmung Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, Deutschland verfüge für einen Einsatz in der Straße von Hormus über kein Mandat der Vereinten Nationen, der EU oder der NATO. Als wesentlichen Grund für die Berliner Absage nannte er zudem die fehlende vorherige Abstimmung durch die Vereinigten Staaten und Israel. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ging noch weiter und erklärte, Frankreich werde sich unter den derzeitigen Bedingungen niemals an Operationen zur Öffnung der Wasserstraße beteiligen. Auch Italien und Spanien lehnten es ab, Streitkräfte bereitzustellen. Damit blieb Trump für den Geleitschutzeinsatz ohne militärische Unterstützung aus Europa. Trump reagierte scharf auf die Serie von Absagen und warnte, den NATO-Verbündeten drohe eine „very bad future“ für das Bündnis, falls sie nicht helfen sollten. Zugleich erklärte er mit Nachdruck, die Vereinigten Staaten benötigten für diese konkrete Mission die NATO nicht. Der Vorgang machte einen erheblichen Bruch zwischen Washington und seinen europäischen Partnern über Umfang und Legitimität der amerikanisch-israelischen Kampagne gegen Iran deutlich, die inzwischen in ihrer dritten Woche ist.
Die Straße von Hormus war in der Vergangenheit wiederholt ein Brennpunkt der Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran. Iran hatte bereits früher damit gedroht, die Wasserstraße in Phasen verschärfter Konfrontation zu schließen, unter anderem während Auseinandersetzungen über sein Atomprogramm. Die gegenwärtige amerikanisch-israelische Militärkampagne gegen Iran unter der Bezeichnung Operation Epic Fury begann am 28. Februar 2026 und führte bei den ersten Angriffen zum Tod des Obersten Führers Ali Khamenei. Sein Sohn Mojtaba Khamenei wurde am 9. März 2026 zum Obersten Führer ernannt. Irans Schließung der Wasserstraße durch Minen und Drohnenaktivitäten stellt eine der bedeutendsten Störungen des globalen Energietransports auf dem Seeweg seit Jahrzehnten dar.
Arabische Golfstaaten stützen Trump, während Iran die Emirate und Bahrain angreift Mehrere arabische Golfstaaten haben die Vereinigten Staaten nach einem Bericht der Nachrichtenagentur ANSA dazu gedrängt, ihre Militärkampagne gegen Iran nicht zu beenden. Das deutet darauf hin, dass Trumps Konzept einer alternativen Koalition in der Region auf aufnahmebereite Partner stößt. Iran griff die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain mit Drohnen an. Beide Golfstaaten beherbergen wichtige militärische Infrastruktur der Vereinigten Staaten. Damit stieg für die Regierungen der Region, die sich an Washington orientieren, der Druck weiter. Die Drohnenangriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain markierten eine direkte iranische Eskalation gegenüber arabischen Nachbarstaaten und setzten diese Regierungen unter Druck, zu reagieren oder Schutz zu suchen. Trumps Hinwendung zu arabischen Partnern am Golf spiegelte eine breitere strategische Kalkulation wider: Regionalstaaten, die wirtschaftlich unmittelbar von einer geschlossenen Straße von Hormus betroffen sind, haben stärkere Anreize zum Handeln als weiter entfernte europäische Verbündete. Die Bildung einer solchen Koalition befand sich allerdings noch in einem frühen Stadium. Bis Dienstag lagen weder bestätigte Mitgliederlisten noch operative Einzelheiten vor.
Asiatische Verbündete prüfen ihre Betroffenheit, während der Konflikt in die dritte Woche geht Zugleich stellte sich nach einem Bericht von 20 Minuten die Frage, ob Verbündete der Vereinigten Staaten in Asien in den Iran-Konflikt hineingezogen werden könnten. Der Krieg trat in seine dritte Woche ein, ohne dass Anzeichen für eine Deeskalation erkennbar waren. Japan, Südkorea und andere asiatische Staaten mit hoher Abhängigkeit von Energielieferungen aus dem Golf stehen durch die Schließung der Wasserstraße unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Damit unterscheidet sich ihre Lage von jener europäischer Regierungen. Eine Reuters-Analyse zu möglichen Reaktionen von Verbündeten auf Trumps Forderungen zur Straße von Hormus skizzierte mehrere Optionen unterhalb einer vollständigen militärischen Entsendung. Dazu zählten diplomatischer Druck, logistische Unterstützung und die Beteiligung an einer Überwachungsmission. Keiner der bedeutenden vertraglich gebundenen Verbündeten der Vereinigten Staaten hatte sich bis Dienstagabend zu irgendeiner Form militärischer Präsenz in der Wasserstraße bereit erklärt. Die Differenz zwischen Trumps Erwartungen und den Reaktionen der Verbündeten verdeutlichte, in welchem Maß Operation Epic Fury ohne den multilateralen Rahmen begonnen wurde, der frühere von den Vereinigten Staaten geführte Militäreinsätze im Nahen Osten geprägt hatte. Reuters zufolge war Trump im Vorfeld gewarnt worden, dass die Kampagne iranische Vergeltungsmaßnahmen gegen Partner am Golf auslösen könnte. Nach Angaben der von Reuters zitierten Quellen waren die Drohnenangriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain daher eher eine erwartbare als eine überraschende Entwicklung.
Mentioned People
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
- Friedrich Merz — 10. kanclerz Niemiec
- Emmanuel Macron — prezydent Francji