Nach dem Scheitern der Waffenstillstandsverhandlungen in Islamabad hat US-Präsident Donald Trump eine umfassende Seeblockade iranischer Häfen angekündigt. Die Maßnahme soll am Montag, den 13. April 2026, in Kraft treten und umfasst auch die strategisch bedeutsame Straße von Hormus. In der Folge stiegen die Rohölpreise sprunghaft auf über 100 US-Dollar pro Barrel an.
Blockade der Straße von Hormus
Die USA beginnen am 13. April eine Seeblockade iranischer Häfen, was die Versorgung mit rund 20 % des weltweit gehandelten Öls gefährdet.
Ölpreis-Schock
Die Rohölpreise (Brent) sprangen nach Trumps Ankündigung um über 7 % auf mehr als 102 US-Dollar pro Barrel.
Machtwechsel in Ungarn
Viktor Orbán verliert nach 16 Jahren die Macht an Péter Magyar, was die Finanzmärkte durch die Aussicht auf neue EU-Mittel stabilisiert.
Reaktion der Aktienmärkte
Wichtige Indizes in Asien und Europa verloren am Montag deutlich an Boden, insbesondere in Indien und Japan.
US-Präsident Donald Trump hat eine Seeblockade sämtlicher iranischer Häfen angekündigt, die auch die Straße von Hormus einschließt. Der Beginn der Operation ist für Montag, den 13. April 2026, um 10:00 Uhr EDT (17:30 Uhr iranischer Zeit) angesetzt. Die Entscheidung folgte auf das ergebnislose Ende der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Islamabad (Pakistan) am Wochenende des 11. und 12. April. Infolge der Ankündigung stiegen die Ölpreise wieder auf über 100 US-Dollar pro Barrel, was weltweit Unruhe an den Finanzmärkten auslöste.
Das U.S. Central Command gab bekannt, dass die Blockade „unparteiisch gegenüber Schiffen aller Nationen“ durchgesetzt werde, die iranische Häfen oder Küstengebiete anlaufen oder verlassen. Schiffe, die lediglich zwischen nicht-iranischen Häfen verkehren, dürfen die Meerenge weiterhin passieren. Von Reuters zitierte Experten bezeichnen die Blockade als einen kriegerischen Akt, der den dauerhaften Einsatz einer erheblichen Anzahl von Kriegsschiffen erfordere. Sollten die iranischen Exporte vollständig vom Weltmarkt verschwinden, schätzen Fachleute den Rückgang des globalen Ölangebots auf bis zu 2 (Millionen Barrel pro Tag) — geschätzte Reduzierung des weltweiten Ölangebots durch den Wegfall iranischer Exporte. Die Maßnahme verschärft den Konflikt, der am 28. Februar 2026 mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begann.
Die Straße von Hormus gilt als kritischer Engpass für die globalen Energiemärkte; rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls wird täglich durch diese Passage transportiert. Wichtige Exporteure wie Saudi-Arabien, der Irak, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und der Iran sind auf diesen Seeweg angewiesen. Seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen Ende Februar 2026 war der Schiffsverkehr bereits massiv gestört. Schiffshandel-Tracker verzeichneten seit Inkrafttreten eines kurzen Waffenstillstands nur etwas mehr als 40 Durchfahrten von Handelsschiffen. Der Preis für die Sorte Brent war seit Kriegsbeginn von etwa 70 US-Dollar auf zeitweise über 119 US-Dollar gestiegen, bevor er im Vorfeld der Gespräche in Islamabad leicht nachgab.
Ölpreis übersteigt 102-Dollar-Marke nach Schock an den Energiemärkten Die Ankündigung der Blockade löste prompte Reaktionen an den Energiemärkten aus. Die Futures für Brent Crude stiegen laut Reuters um 7,11 US-Dollar bzw. 7,47 Prozent auf 102,31 US-Dollar pro Barrel, nachdem sie am vorangegangenen Freitag noch 0,75 Prozent niedriger geschlossen hatten. Die US-Sorte West Texas Intermediate legte um 7,86 US-Dollar bzw. 8,14 Prozent auf 104,43 US-Dollar zu. Auch die europäischen Erdgaspreise zogen an: Der maßgebliche TTF-Future stieg an der Amsterdamer Börse laut n-tv um 8,5 Prozent auf 47,35 Euro pro Megawattstunde. Derselbe Sender berichtete, dass die TTF-Futures im Montagsverlauf zeitweise um bis zu 18 Prozent zulegten. Seit Beginn der US-israelischen Schläge gegen den Iran vor über sechs Wochen waren die Gaspreise zeitweise über die 70-Dollar-Marke gestiegen, während sie vor dem Krieg bei etwas über 30 Dollar gelegen hatten.
2026-02-28: 70, 2026-03-15: 119, 2026-04-11: 95.20, 2026-04-13: 102.31
„Das Ergebnis der Gespräche entspricht sicher nicht dem, was man sich erhofft hatte.” — Neil Newman via AP News
„Die aktuelle Lage wirkt nicht gerade positiv. Insbesondere die Ölpreise geben Anlass zu großer Sorge.” — Neil Newman via AP News
Asiatische und europäische Aktienmärkte wegen Sorgen um Lieferketten im Minus Die Börsen in Asien und Europa verzeichneten am Montag Verluste, da Investoren die Folgen einer anhaltenden Blockade für energieintensive Volkswirtschaften abwägen. Japans Nikkei 225 verlor im Vormittagshandel zwischen 0,7 und 1,0 Prozent. Der Hang Seng in Hongkong sank um 1,0 bis 1,5 Prozent. Der südkoreanische Kospi gab um 1,1 Prozent auf 5.795,15 Punkte nach, während der australische S&P/ASX 200 laut AP News und dem Tagesspiegel zwischen 0,4 und 0,5 Prozent einbüßte. Indiens Nifty 50 fiel um 1,92 Prozent auf 23.589,60 Punkte und der Sensex um 2,08 Prozent auf 75.937,16 Punkte. Damit wurden laut Reuters große Teile der Gewinne aus der Vorwoche zunichtegemacht, die noch auf Optimismus bezüglich eines Waffenstillstands basierten. In Deutschland startete der Dax laut Spiegel Online mit einem Minus von 1,02 Prozent bei 23.562 Punkten in den Handel und näherte sich damit dem Niveau vor dem kurzzeitigen Kursanstieg des vergangenen Mittwochs an. Der Tagesspiegel wies darauf hin, dass die ostasiatischen Volkswirtschaften besonders stark von Öllieferungen durch die Straße von Hormus abhängig und somit anfällig für langwierige Störungen seien.
Nikkei 225: -1.0, Hang Seng: -1.5, Kospi: -1.1, S&P/ASX 200: -0.5, Nifty 50: -1.92, Sensex: -2.08
Orbáns 16-jährige Herrschaft endet mit Wahlsieg von Magyar In einer weiteren marktrelevanten Entwicklung wurde der ungarische Premierminister Viktor Orbán bei der Parlamentswahl am Sonntag, den 12. April 2026, besiegt. Damit endet seine Amtszeit, die ununterbrochen von 2010 bis 2026 andauerte. Péter Magyar, Vorsitzender der Tisza-Partei, führte seine Gruppierung zum Wahlsieg und wird voraussichtlich neuer Ministerpräsident Ungarns werden. Reuters berichtete, dass der ungarische Forint nach Bekanntgabe des Ergebnisses deutlich zulegte. Marktteilnehmer verbinden den Regierungswechsel mit der Aussicht auf die Freigabe von EU-Fördergeldern für Ungarn und potenzielle Hilfen für die Ukraine. Die Regierung Orbán befand sich in einem langjährigen Streit mit den EU-Institutionen über rechtsstaatliche Standards, was zur Blockade erheblicher Finanzmittel geführt hatte. Der politische Umbruch in Budapest wurde von den Märkten als ein zwar sekundäres, aber positives Signal inmitten der durch die Iran-Blockade ausgelösten Turbulenzen gewertet.
Perspektywy mediów: Orbáns Niederlage wird als demokratische Korrektur gewertet, die die Ausrichtung auf die EU wiederherstellt und eingefrorene Mittel für Ungarn und die Ukraine freigibt. Magyars Sieg wird als durch ausländische Interessen beeinflusste Störung einer souveränen Regierung betrachtet, die nationale Interessen über Brüsseler Vorgaben gestellt hatte.
Mentioned People
- Donald Trump — 47. Prezydent Stanów Zjednoczonych
- Viktor Orbán — 56. Premier Węgier w latach 2010–2026
- Péter Magyar — Przewodniczący partii Tisza, typowany na kolejnego premiera Węgier
Sources: 61 articles
- Börse am Montag: Dax verliert nach Scheitern der Iran-Verhandlungen (RP Online)
- Reaktion auf Verhandlungs-Aus: Europäischer Erdgaspreis steigt deutlich nach gescheiterten Gesprächen zwischen USA und Iran (N-tv)
- Why oil prices aren't what you think - and what it means for global supply (Al Jazeera Online)
- China Urges Restraint as Trump Threatens to Blockade Hormuz (Bloomberg Business)
- Iran war: US 'blockade' to Lebanon fighting, what's happening on day 45? (Al Jazeera Online)
- Explainer: What does a US naval blockade of Iran mean for oil flows? (Reuters)
- Live updates: Ship traffic appears to halt in Strait of Hormuz after Trump's blockade announcement (AP NEWS)
- Stock Market Today: Oil Jumps Back Above $100, Dow Futures Dip as Hopes of Quick End to War Fade -- Live Updates (The Wall Street Journal)
- Oil Climbs Above $100 a Barrel as Trump's Hormuz Blockade Deepens Energy Shock (The Wall Street Journal)
- Oil price tops $100 a barrel after US-Iran talks fail and Trump orders strait of Hormuz blockade (The Guardian)