Der US-Rapper Kanye West soll im Juli 2026 als Hauptact bei allen drei Abenden des Wireless Festivals im Londoner Finsbury Park auftreten. Die Ankündigung löste eine Welle politischer Kritik sowie den Rückzug namhafter Sponsoren aus. Die Getränkekonzerne Pepsi und Diageo kündigten an, ihre Unterstützung für die Veranstaltung einzustellen.
Sponsorenverlust
Pepsi und Diageo haben ihr Sponsoring für das Wireless Festival 2026 aufgrund der Verpflichtung von Kanye West beendet.
Politische Kritik
Premierminister Keir Starmer und Londons Bürgermeister Sadiq Khan kritisieren den Auftritt des Rappers wegen dessen antisemitischer Aussagen scharf.
Einreisefrage
Die britische Innenministerin Shabana Mahmood prüft derzeit, ob dem Künstler die Einreise in das Vereinigte Königreich untersagt wird.
Der Rapper Kanye West, der unter dem Namen Ye auftritt, soll vom 10. bis 12. Juli 2026 als Headliner an allen drei Abenden des Wireless Festivals im Londoner Finsbury Park auftreten. Dies löste im Vereinigten Königreich weitreichende politische Verurteilungen und den Rückzug von Unternehmen aus. Pepsi, der Hauptsponsor des Festivals, gab bekannt, sein Sponsoring zurückzuziehen. Ein Sprecher erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, das Unternehmen habe sich „entschieden, das Sponsoring des Wireless Festivals zurückzuziehen“, ohne dabei Gründe zu nennen. Der Getränkekonzern Diageo, dessen Marken Johnnie Walker und Captain Morgan als Partner der Veranstaltung gelistet waren, folgte wenige Stunden später. Das Unternehmen gab an, man habe die Organisatoren über die „bestehenden Bedenken informiert“ und werde die Ausgabe 2026 nicht unterstützen. Der Festivalveranstalter Live Nation, Eigentümer des Wireless Festivals, reagierte zunächst nicht auf Anfragen für eine Stellungnahme. Der 48-jährige Künstler steht seit Jahren aufgrund antisemitischer Äußerungen in der Kritik, darunter ein Lied mit dem Titel „Heil Hitler“ aus dem Jahr 2025 sowie der Verkauf von Merchandising-Artikeln mit Hakenkreuz-Motiven auf seiner Website. Premierminister Starmer nennt Verpflichtung „zutiefst besorgniserregend“Der britische Premierminister Keir Starmer äußerte sich als einer der prominentesten Kritiker und sagte der Sonntagsausgabe der Boulevardzeitung „The Sun“, die Situation erfordere eine klare Reaktion. „Es ist zutiefst besorgniserregend, dass Kanye West für das Wireless Festival gebucht wurde, wenn man seine früheren antisemitischen Äußerungen und seine Verherrlichung des Nationalsozialismus bedenkt. Antisemitismus in all seinen Formen ist abscheulich und muss überall dort, wo er auftritt, entschieden bekämpft werden.” — Keir Starmer via The Sun Starmer fügte hinzu, dass jeder die Verantwortung trage, sicherzustellen, dass Großbritannien ein Ort sei, an dem sich jüdische Menschen sicher fühlen. Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan protestierte gegen den geplanten Auftritt und schloss sich Vertretern jüdischer Organisationen an. Die Gruppe Campaign Against Antisemitism reagierte auf der Plattform X und erklärte, es sei „bedauerlich, dass Veranstaltungsorte jemanden so bereitwillig eingeladen haben, der noch vor kurzem Verschwörungstheorien verbreitete und Hitler verehrte – nun sogar auf eine der größten Festivalbühnen des Landes“. Die Organisation forderte die britische Regierung zudem auf, West die Einreise zu verweigern. Der Vorsitzende der Liberal Democrats, Ed Davey, ging noch weiter und forderte ein komplettes Einreiseverbot für West, um „Härte gegen Antisemitismus“ zu zeigen. Innenministerin entscheidet über Einreise von WestDie Entscheidung, ob West in das Vereinigte Königreich einreisen darf, liegt nun bei Innenministerin Shabana Mahmood. Sie verfügt nach britischem Einwanderungsrecht über die Befugnis, Personen die Einreise zu verweigern, deren Verhalten oder Verbindungen eine öffentliche Gefährdung darstellen könnten. Bis zum Zeitpunkt der Berichterstattung wurde noch keine Entscheidung angekündigt. Vor der Buchung beim Wireless Festival hatte bereits der Fußballclub Tottenham Hotspur ein Angebot für einen Auftritt von West in seinem Stadion abgelehnt, wie das portugiesische Portal SAPO unter Berufung auf die englische Presse berichtete. Eine von der „Sun“ zitierte Quelle gab an, Wests Team sei im Rahmen eines geplanten Comebacks an Tottenham herangetreten, doch der Verein aus Nordlondon lehnte dies unter Hinweis auf seine historischen Verbindungen zur jüdischen Gemeinschaft ab. „Im Rahmen seines großen Musik-Comebacks hielten sie eine Konzertreihe für angemessen und wählten das Tottenham-Stadion als Veranstaltungsort. Doch als sie mit dem Vorschlag an Tottenham herantraten, lehnte der Club ab. Es gab keinen Weg, Kanye den Auftritt im Club zu erlauben, angesichts der Geschichte des Vereins mit der jüdischen Gemeinde.” — unbenannte Quelle via The Sun Andere Sponsoren, darunter AB InBev, Eigentümer von Budweiser, und PayPal, hatten sich bis zum Redaktionsschluss nicht zu ihrem weiteren Engagement geäußert. Entschuldigung und Comeback-Tournee erschweren die LageWests Geschichte antisemitischer Vorfälle erstreckt sich über mehrere Jahre und kostete ihn zahlreiche Werbeverträge und Fans. Im Jahr 2023 behauptete er öffentlich, er „liebe Nazis“, und veröffentlichte 2025 den Titel „Heil Hitler“. Im Januar 2026 veröffentlichte er im „Wall Street Journal“ eine ganzseitige Entschuldigung, in der er betonte, er sei „weder ein Nazi noch antisemitisch“ und führte sein Verhalten auf manische Episoden im Zusammenhang mit seiner bipolaren Störung zurück. Trotz der Kontroversen verfügt West weiterhin über ein großes Publikum: Sein Album „Bully“ stieg auf Platz zwei der Billboard-200-Charts ein, und laut NPR verkaufte er kürzlich zwei Konzerte in Los Angeles aus. Zudem sind Auftritte in Europa geplant, darunter am 6. Juni im Gelredome in Arnhem (Niederlande) und am 11. Juni in Marseille (Frankreich), wo sein Besuch ebenfalls auf Kritik stieß. Das Wireless Festival im Finsbury Park gilt als bedeutendes Rap- und Hip-Hop-Event, das jährlich zehntausende Besucher anzieht.Berichten von RFI zufolge sind antisemitische Vorfälle im Vereinigten Königreich nach dem Ausbruch des Gaza-Konflikts im Oktober 2023 stark angestiegen. Die Campaign Against Antisemitism gehört zu den Organisationen, die diesen Trend dokumentieren. Wests öffentliche Kontroversen begannen Ende 2022 und verschärften sich in den Jahren 2023 und 2025, was zum Ende bedeutender kommerzieller Partnerschaften führte. Das Wireless Festival ist historisch gesehen eine der größten Urban-Music-Veranstaltungen im Vereinigten Königreich. Kanye West und das Wireless Festival — Wichtige Ereignisse: — ; — ; — ; — ; —
Mentioned People
- Keir Starmer — Brytyjski polityk i prawnik, od 2024 roku pełni funkcję premiera Wielkiej Brytanii
- Sadiq Khan — Brytyjski polityk, od 2016 roku sprawuje urząd burmistrza Londynu
- Shabana Mahmood — Brytyjska polityk i prawniczka, od 2025 roku pełni funkcję ministra spraw wewnętrznych
- Ed Davey — Brytyjski polityk, od 2020 roku lider partii Liberalnych Demokratów
- Kanye West — Amerykański raper i producent, znany również jako Ye
Sources: 35 articles
- Forderung nach Einreiseverbot: Widerstand gegen Konzert von US-Skandalrapper Ye in London (Der Tagesspiegel)
- Pepsi e Diageo retiram patrocínio de festival em Londres após Kanye West ser confirmado cabeça de cartaz (SIC Notícias)
- Pepsi přestala sponzorovat festival kvůli antisemitským výrokům hlavní hvězdy (Seznam Zprávy)
- La participation de Kanye West à un festival prévu cet été suscite la polémique à Londres (BFMTV)
- Geplanter Festival-Auftritt von US-Rapper Ye löst Widerstand aus (Spiegel Online)
- GB: Kontroverse über Festival-Auftritt von Kanye West (newsORF.at)
- La participation de Kanye West au festival Wireless fait polémique au Royaume-Uni (Le Temps)
- Großbritannien: Widerstand gegen geplanten Festival-Auftritt von Kanye West (stern.de)
- Polemiche sulla partecipazione di Kanye West ad un festival londinese - Europa - Ansa.it (ANSA.it)
- Polémique sur la participation de Kanye West à un festival à Londres (20minutes)