Nach der Verpflichtung des Rappers Kanye West als Headliner haben die Großsponsoren Pepsi und Diageo ihre Unterstützung für das Londoner Wireless Festival zurückgezogen. Die Entscheidung vom 5. April 2026 folgt auf massive Kritik aus der britischen Politik an den antisemitischen Äußerungen des Musikers. Das Festival soll vom 10. bis 12. Juli im Finsbury Park stattfinden.
Rückzug der Hauptsponsoren
Pepsi und Diageo beenden ihre Zusammenarbeit mit dem Wireless Festival aufgrund der Verpflichtung von Kanye West.
Breite politische Kritik
Premierminister Starmer und Oppositionsführer verurteilen die Buchung; Forderungen nach einem Einreiseverbot werden laut.
Vorherige Absage durch Tottenham
Der Fußballclub Tottenham Hotspur lehnte Wests Anfrage für Stadionkonzerte aufgrund seiner antisemitischen Vorgeschichte bereits im Vorfeld ab.
Wests öffentliche Entschuldigung
Der Rapper führt sein früheres Verhalten auf eine schwere manische Episode im Rahmen seiner bipolaren Störung zurück.
Die Unternehmen Pepsi und Diageo haben am 5. April 2026 ihr Sponsoring für das Londoner Wireless Festival beendet. Auslöser war die Ankündigung der Veranstalter, den US-Rapper Kanye West – der unter dem Namen Ye auftritt – als Headliner für alle drei Abende des Festivals vom 10. bis 12. Juli im Finsbury Park zu verpflichten. Die Personalie löste eine Welle politischer Kritik aus, da West in der Vergangenheit wiederholt durch antisemitische Aussagen und die Verherrlichung der NS-Ideologie aufgefallen war. Pepsi, das seit einem Jahrzehnt unter der Marke „Pepsi MAX Presents Wireless“ als Hauptsponsor fungierte, gab den Rückzug in einer knappen Erklärung bekannt: „Pepsi hat entschieden, das Sponsoring des Wireless Festival zu beenden.“ Nur wenige Stunden später folgte Diageo, Eigentümer von Marken wie Johnnie Walker und Captain Morgan. Ein Sprecher erklärte, man habe die Organisatoren über die eigenen Bedenken informiert und werde die Ausgabe 2026 nicht unterstützen. West, der seit seinem Auftritt in Glastonbury 2015 nicht mehr in Großbritannien aufgetreten ist, soll trotz des wachsenden Drucks weiterhin erscheinen. Andere auf der Website gelistete Partner wie AB InBev – Eigentümer von Budweiser – und PayPal äußerten sich zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht. Premierminister und Oppositionsführer verurteilen die BuchungDie Kontroverse stieß im gesamten britischen politischen Spektrum auf Ablehnung. Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Verpflichtung als „zutiefst besorgniserregend“. „Es ist zutiefst besorgniserregend, dass Kanye West trotz seiner früheren antisemitischen Äußerungen und der Verherrlichung des Nationalsozialismus für das Wireless Festival gebucht wurde.” — Keir Starmer via The Guardian Starmer fügte hinzu, dass Antisemitismus „in jeder Form abscheulich ist und ihm klar und entschlossen entgegengetreten werden muss“. Jeder trage die Verantwortung dafür, dass Großbritannien ein Ort sei, an dem sich jüdische Menschen sicher fühlen können. Ed Davey, Vorsitzender der Liberal Democrats, forderte Innenministerin Shabana Mahmood auf, West die Einreise in das Vereinigte Königreich komplett zu untersagen. Davey forderte ein härteres Vorgehen gegen Antisemitismus. Nach den britischen Einreisebestimmungen verfügt die Innenministerin über die Befugnis, Personen abzuweisen, deren Verhalten oder Verbindungen eine öffentliche Gefahr darstellen könnten; laut Sky News lag dem Ministerium jedoch noch kein Einreiseantrag für West vor. Londons Bürgermeister Sadiq Khan erklärte, Wests vergangene Kommentare seien „beleidigend und falsch“ und entsprächen nicht den Werten Londons. Er stellte jedoch klar, dass die Buchung eine Entscheidung der Veranstalter und nicht des Rathauses war. Der Jewish Leadership Council kritisierte die Entscheidung mit Verweis auf ein Rekordniveau antisemitischer Vorfälle im Land, darunter ein Terroranschlag in Manchester und ein Angriff auf Krankenwagen in Golders Green. Tottenham Hotspur lehnte West bereits vor Festival-Buchung abWie die Zeitung „The Sun“ unter Berufung auf eine Quelle berichtete, hatte der Fußballclub Tottenham Hotspur zuvor ein Angebot für einen Auftritt von West in seinem Stadion abgelehnt. Demnach hätten Vertreter des Rappers das Stadion im Norden Londons als bevorzugten Ort für eine Konzertreihe im Rahmen seines Comebacks identifiziert. „Als sie mit dem Vorschlag an Tottenham herantraten, lehnte der Club ab“, so die Quelle. Angesichts der engen Verbindung des Vereins zur jüdischen Gemeinde sei ein Auftritt von West ausgeschlossen gewesen. Diese Absage erfolgte bereits vor der Buchung durch das Wireless Festival. Der Vorfall verdeutlicht den institutionellen Widerstand, mit dem West im Vereinigten Königreich konfrontiert ist. Der Musiker hatte am 28. März 2026 sein zwölftes Studioalbum „Bully“ veröffentlicht und zwei Shows im SoFi Stadium in Los Angeles absolviert. Nach den geplanten Terminen in London soll West am 18. Juli in der RCF Arena im italienischen Reggio Emilia auftreten. Entschuldigung im Wall Street Journal machte manische Episode verantwortlichWest hatte im Januar 2026 versucht, sich durch eine ganzseitige Entschuldigungsanzeige im Wall Street Journal von den Kontroversen zu distanzieren. Er schrieb, er sei „kein Nazi oder Antisemit“ und liebe das jüdische Volk. „Anfang 2025 verfiel ich in eine vier Monate andauernde manische Episode mit psychotischem, paranoidem und impulsivem Verhalten, die mein Leben zerstört hat. Ich verlor den Bezug zur Realität. Je länger ich das Problem ignorierte, desto schlimmer wurde es. Ich habe Dinge gesagt und getan, die ich zutiefst bereue.” — Kanye West via The Wall Street Journal West führte sein Verhalten auf seine Bipolar-I-Störung zurück und erklärte, er arbeite durch Medikamente und Therapie an seiner Stabilität. Die Kontroversen hatten ihn 2022 bereits die Partnerschaft mit Adidas gekostet, nachdem er ein Bild eines Hakenkreuzes innerhalb eines Davidsterns geteilt hatte. Adidas spendete daraufhin über 150 Millionen Dollar an Anti-Hass-Organisationen und blieb auf unverkauften Yeezy-Beständen im Wert von über einer Milliarde Dollar sitzen. Ein Rechtsstreit zwischen beiden Parteien wurde 2024 ohne Zahlungen an West beigelegt. Trotz des Schadens für sein Geschäftsimperium verfügt West laut Wall Street Journal weiterhin über ein großes Publikum mit 73,5 Millionen monatlichen Hörern auf Spotify und 19,7 Millionen Followern auf Instagram.
Mentioned People
- Keir Starmer — Brytyjski polityk i prawnik, od 2024 roku Premier Wielkiej Brytanii
- Ed Davey — Brytyjski polityk, od 2020 roku lider partii Liberalni Demokraci
- Shabana Mahmood — Brytyjska polityczka i prawniczka, od 2025 roku pełni funkcję ministry spraw wewnętrznych
- Kanye West — Amerykański raper i producent znany jako Ye, zakontraktowany jako główna gwiazda Wireless Festival 2026
Sources: 16 articles
- A music festival booked Kanye West, now known as Ye, and lost major sponsors (NPR)
- Tottenham recusa receber concerto de Kanye West (SAPO)
- Royaume-Uni: controverse autour de la participation de Kanye West au festival Wireless (RFI)
- Pepsi and Diageo withdraw sponsorship of Wireless Festival after Kanye West booking (Sky News)
- Ο Κιρ Στάρμερ εξαντλεί όλη του την πολιτική αυστηρότητα στην εμφάνιση του Κάνιε Γουέστ στο Λονδίνο | in.gr (in.gr)
- Pepsi retira patrocínio de festival de música em Londres após contratação de Kanye West (Observador)
- Pepsi Drops Sponsorship of London Music Festival Headlined by Ye (The New York Times)
- PepsiCo Drops Sponsorship of U.K. Music Fest Headlined by Kanye West (The Wall Street Journal)
- Pepsi Drops Wireless Festival Sponsorship After Criticism Over Ye Booking (Billboard)
- Pepsi Pulls U.K. Festival Sponsorship Amid Kanye "Ye" West Booking (Reports) (The Hollywood Reporter)