Die Regierung von Donald Trump hat einem sanktionierten russischen Öltanker die Weiterfahrt nach Kuba erlaubt und damit die seit Januar 2026 bestehende de-facto-Ölblockade gegen die Insel faktisch aufgehoben. Trump sagte an Bord der Air Force One, er habe keinen Einwand gegen die Lieferung, unabhängig von ihrer Herkunft. Der Tanker der russischen Staatsfirma Sovcomflot transportiert laut Schiffsverfolgungsdaten zwischen 650.000 und 730.000 Barrel Urals-Rohöl.

USA lassen russischen Tanker passieren

Die Regierung Trump gestattet der sanktionierten Anatoly Kolodkin die Weiterfahrt nach Kuba und hebt damit die faktische Ölblockade auf.

Kuba bleibt weiter unter Druck

Die Lieferung verschafft der Insel nur kurzfristig Luft; Kubas Energiekrise, Treibstoffmangel und Stromausfälle bleiben bestehen.

Sanktionen und Embargo werden umgangen

Mit der Entscheidung werden zugleich Sanktionen gegen Sovcomflot und die russische Schattenflotte sowie das US-Embargo gegen Kuba unterlaufen.

Die Regierung von Donald Trump hat einem sanktionierten russischen Öltanker, der Anatoly Kolodkin, am Sonntag die Weiterfahrt nach Kuba erlaubt und damit die seit Januar 2026 von Washington verhängte de-facto-Ölblockade gegen die Insel faktisch aufgehoben. Trump bestätigte die Entscheidung an Bord der Air Force One und sagte, er habe keinen Einwand gegen die Lieferung, unabhängig von ihrer Herkunft. Der Tanker, der der russischen Staatsfirma Sovcomflot gehört, transportierte nach Angaben von Schiffsverfolgungsdaten von LSEG und Berichten der New York Times zwischen 650.000 und 730.000 Barrel Urals-Rohöl. Am Sonntag war das Schiff in Kubas exklusive Wirtschaftszone eingedrungen und sollte den Hafen von Matanzas im Westen Kubas am Montag oder Dienstag anlaufen. Die Gründe für die Entscheidung der Trump-Regierung, die Lieferung zuzulassen, blieben mehreren von der New York Times zitierten Quellen zufolge unklar.

„Wenn ein Land im Moment etwas Öl nach Kuba liefern will, habe ich damit kein Problem, ob es Russland ist oder nicht.” — Donald Trump via stern.de

Trump signalisiert das Ende des Systems und lässt die Lieferung dennoch zu Trump stellte die Entscheidung als humanitäre Geste gegenüber der kubanischen Bevölkerung dar und sagte zugleich den baldigen Sturz der Regierung in Havanna voraus. Er bezeichnete die Führung des Landes als korrupt und erklärte, es mache am Ende keinen Unterschied für das Schicksal des Regimes, ob die Insel eine Öllieferung erhalte oder nicht. „Kuba ist am Ende, dort gibt es ein schlechtes Regime, eine sehr schlechte und korrupte Führung, und ob sie nun ein Schiff mit Öl bekommen oder nicht, wird keinen Unterschied machen.” — Donald Trump via stern.de Trump fügte hinzu, die kubanische Regierung werde „in kurzer Zeit“ scheitern, und die Vereinigten Staaten seien bereit zu helfen. Damit wiederholte er seine frühere Warnung, „Kuba wird als Nächstes kommen“. Die US-Küstenwache hatte in der Region zwei Kutter stationiert, die den Tanker hätten abfangen können, doch das Weiße Haus erteilte nach Angaben eines von der New York Times zitierten anonymen US-Beamten keinen Befehl, das Schiff zu stoppen. Die Küstenwache verwies Anfragen an das Weiße Haus, das öffentlich keinen Kommentar abgab. Auch kubanische Stellen äußerten sich nicht zu der Lieferung. Bloomberg berichtete jedoch, Kuba habe kürzlich Brennstoff für die US-Botschaft ins Land gelangen lassen, was als Zeichen einer begrenzten diplomatischen Annäherung gewertet werde. Die russische Botschaft in Mexiko erklärte, Russland halte alle gegen Kuba verhängten Beschränkungen für illegitim und sei bereit, jede nötige Hilfe zu leisten.

Sowohl der Tanker als auch Sovcomflot stehen seit 2024 unter US-Sanktionen Die Anatoly Kolodkin und ihr Eigentümer Sovcomflot stehen seit 2024 auf der US-Sanktionsliste. Die Entscheidung, ihre Durchfahrt zu erlauben, bedeutete damit einen doppelten Bruch mit der bisherigen westlichen Linie, weil sowohl die Sanktionen gegen Russlands sogenannte Schattenflotte als auch das umfassendere US-Embargo gegen Kuba übergangen wurden. Der Tanker lief nach unterschiedlichen Berichten am 8. oder 9. März aus dem russischen Ostseehafen Primorsk aus und wurde im Ärmelkanal von der russischen Marine begleitet. Jorge Piñón, früherer Ölmanager und Kuba-Experte für Energie an der University of Texas, erklärte, das Rohöl könne zu Diesel, Benzin, Kerosin und Heizöl verarbeitet werden. Der Prozess werde jedoch etwa drei Wochen dauern, die Verteilung innerhalb Kubas noch einmal eine weitere Woche. Piñón schätzte, dass die Vorräte in weniger als einem Monat aufgebraucht sein könnten, und bezeichnete die Lieferung als Gewinn an Zeit für Kuba, nicht als Lösung der Krise. Nach Angaben von Bloomberg würde die Lieferung ausreichen, um Kubas thermoelektrische Kraftwerke etwa eine Woche lang zu versorgen. Sie benötigen rund 100.000 Barrel Öl pro Tag, um den Bedarf zu decken. Die inländische Ölproduktion Kubas deckt nur etwa zwei Fünftel dieses täglichen Bedarfs.Kubas Energiekrise verschärfte sich deutlich, nachdem das US-Militär den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar 2026 während einer Militäroperation gefasst hatte und Washington anschließend dafür sorgte, dass Venezuela – bis dahin Kubas wichtigster Öllieferant – seine Lieferungen einstellte. Ende Januar 2026 unterzeichnete Trump eine Anordnung, die Zölle auf alle Länder vorsah, die Öl nach Kuba verkaufen oder dorthin liefern, und die Blockade damit weiter verschärfte. In einem dokumentierten Fall leitete die US-Küstenwache einen auf Kuba zusteuernden Tanker von der Insel weg. Die Vereinten Nationen warnten, die US-Kampagne habe zunehmend gravierende Auswirkungen auf Krankenhäuser, die öffentliche Hygiene, die Wasserversorgung und die Lebensmittelverteilung. Kubas 10 Millionen Einwohner waren schon vor der Zuspitzung der Krise unter dem derzeitigen Embargo seit Jahren von chronischen, wiederkehrenden Stromausfällen betroffen.

Monatelanger Treibstoffmangel legt Kubas Krankenhäuser und Bauernhöfe lahm Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel erklärte, das Land habe in den drei Monaten vor dieser Lieferung keine Ölimporte erhalten. Diese Phase sei von wiederholten landesweiten Stromausfällen über mehrere Tage, strenger Treibstoffrationierung und einem nahezu zusammengebrochenen öffentlichen Nahverkehr geprägt gewesen. Mehrere Fluggesellschaften stellten den Flugverkehr nach Kuba ganz ein, weil es an Treibstoff mangelte. Die Stromkrise habe Zehntausende Operationen verschoben und schwangere Frauen sowie andere Patienten von grundlegenden Gesundheitsdiensten, darunter Dialyse, abgeschnitten, sagte Tanieris Diéguez La O, stellvertretende Missionschefin an Kubas Botschaft in Washington, wie Bloomberg berichtete. Hilfslieferungen hätten in Lagerhäusern festgesteckt, weil den Lastwagen der Treibstoff gefehlt habe, und die Landwirtschaft sei ohne funktionierende Traktoren zum Stillstand gekommen, sagte Piñón. Zum weiteren Kontext der Entscheidung gehört auch ein jüngster US-Schritt, einige Sanktionen gegen Russland vorübergehend zu lockern, um das weltweite Ölangebot zu verbessern, das durch US- und israelische Militärschläge gegen Iran eingeschränkt worden war. Die von der russischen Regierung über ihre Botschaft in Mexiko übermittelte Position lautete, man halte alle Beschränkungen gegen Kuba für illegitim und leiste aus der Verpflichtung heraus materielle Unterstützung für die Insel.Kuba-Ölkrise — wichtigste Ereignisse: — ; — ; — ; — ; —

Mentioned People

  • Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
  • Miguel Díaz-Canel — 8. pierwszy sekretarz Komunistycznej Partii Kuby i najważniejszy przywódca Kuby od 2021 roku
  • Nicolás Maduro — prezydent Wenezueli, którego pojmanie w styczniu 2026 roku zakłóciło przepływy ropy

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