Der britische Premierminister Keir Starmer sieht sich nach Berichten über eine umgangene Sicherheitsprüfung bei der Ernennung von Peter Mandelson zum US-Botschafter massiven Rücktrittsforderungen ausgesetzt. Trotz einer ausdrücklichen Ablehnung durch die zuständige Prüfbehörde im Januar 2025 wurde Mandelson auf Anweisung des Außenministeriums ins Amt gehoben. Neue Enthüllungen über seine Verbindungen zu Jeffrey Epstein führten bereits im September 2025 zu seiner Entlassung.
Umgehung der Sicherheitsprüfung
Das britische Außenministerium setzte im Januar 2025 die negative Empfehlung der Sicherheitsbehörden für Peter Mandelson innerhalb von 48 Stunden außer Kraft.
Rücktrittsforderungen gegen Starmer
Die Opposition wirft Premierminister Starmer vor, das Parlament über den ordnungsgemäßen Ablauf der Ernennung Mandelsons getäuscht zu haben.
Verbindungen zu Jeffrey Epstein
Mandelson wurde bereits 2025 entlassen, nachdem Dokumente enge Kontakte zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein belegten; polizeiliche Ermittlungen dauern an.
Der britische Premierminister Keir Starmer sah sich am Donnerstag mit Rücktrittsforderungen konfrontiert, nachdem die Zeitung „The Guardian“ berichtet hatte, dass sein ehemaliger Botschafter in den Vereinigten Staaten, Peter Mandelson, Ende Januar 2025 eine Sicherheitsüberprüfung nicht bestanden hatte. Mandelson wurde dennoch ernannt, nachdem Beamte des Außenministeriums die Empfehlung der Prüfer übergingen. Ein Regierungssprecher bestätigte, dass das Foreign and Commonwealth Development Office Mandelson eine „erweiterte Sicherheitsüberprüfung“ erteilt hatte, obwohl UK Security Vetting, die zuständige Kontrollbehörde der Regierung, davon abgeraten hatte. Mandelson wurde schließlich im September 2025 von seinem Botschafterposten entlassen, nachdem Unterlagen eines US-Kongressausschusses das Ausmaß seiner Verbindungen zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein offengelegt hatten. Außenministerium setzte Sicherheitsbedenken innerhalb von 48 Stunden außer KraftLaut dem „Guardian“ wurde Mandelsons Antrag auf Sicherheitsfreigabe am 28. Januar 2025, wenige Tage vor seinem geplanten Amtsantritt, nach einer vertraulichen Hintergrundprüfung abgelehnt. Starmer hatte die Ernennung bereits öffentlich verkündet, bevor das Prüfverfahren abgeschlossen war, was das Außenministerium in Bedrängnis brachte. Beamte des Ministeriums nutzten daraufhin eine selten angewandte Befugnis, um die negative Empfehlung zu ignorieren. Innerhalb von 48 Stunden wurde Mandelson mitgeteilt, dass seine Akkreditierung bestätigt sei. Zu diesem Zeitpunkt war Olly Robbins Staatssekretär im Außenministerium und David Lammy Außenminister; Letzterer bekleidet heute die Ämter des stellvertretenden Premierministers und des Justizministers. In einem Schreiben an den Auswärtigen Ausschuss im September 2025 erklärten sowohl Robbins als auch Lammy, dass der Akkreditierungsprozess den Standardverfahren gefolgt sei und die Genehmigung vor Mandelsons Amtseinführung vorgelegen habe – ohne zu erwähnen, dass die Behörde UK Security Vetting gegen die Ernennung gestimmt hatte. Ein Regierungssprecher erklärte am Donnerstag, dass weder Starmer noch andere Regierungsmitglieder bis „Anfang dieser Woche“ von der Entscheidung zur Umgehung der Prüfung gewusst hätten. Nach Bekanntwerden habe Starmer die Beamten umgehend angewiesen, den Sachverhalt aufzuklären, um das Unterhaus zu informieren.Vetting-Skandal um Mandelson — Wichtige Termine: — ; — ; — ; — ; — Badenoch sieht drei Gründe für Starmer-RücktrittKemi Badenoch, Oppositionsführerin und Vorsitzende der Conservative Party, erklärte während eines Besuchs in Edinburgh, Starmer befinde sich „eindeutig in einem Bereich, der einen Rücktritt erfordert“, und nannte drei Gründe. Sie argumentierte, Starmer habe das Parlament getäuscht, indem er behauptete, alle Verfahren seien ordnungsgemäß eingehalten worden. Zudem habe er auf einer Pressekonferenz im Februar 2026 fälschlicherweise erklärt, Mandelson habe die Prüfung bestanden. Schließlich habe die Öffentlichkeit erst durch die Presse von dem Versagen erfahren und nicht durch das versprochene parlamentarische Verfahren, was sie als Vertuschung bezeichnete. „Er hat das Parlament getäuscht, da er angab, alle vorgeschriebenen Prozesse seien eingehalten worden; wenn Mandelson die Überprüfung nicht bestanden hat und dennoch ernannt wurde, war dies nicht der Fall.” — Kemi Badenoch via The Scotsman Auch Ed Davey, Chef der Liberal Democrats, forderte Starmers Rückzug und sprach von einer „katastrophalen Fehlentscheidung“. „Es hat nun den Anschein, als hätte er zudem das Parlament getäuscht und die britische Öffentlichkeit belogen. Sollte dies zutreffen, muss er gehen.” — Ed Davey via Al Jazeera Die Green Party und Reform UK schlossen sich den Rücktrittsforderungen an, wodurch der Druck weit über die beiden großen Oppositionsparteien hinauswuchs. Strafrechtliche Ermittlungen und die Epstein-Akten verschärften die KriseDie Enthüllungen über die Sicherheitsprüfung sind der jüngste Höhepunkt eines monatelangen Skandals, der bereits zum Rücktritt zweier hochrangiger Regierungsvertreter führte, darunter Starmers Kommunikationsdirektor und sein Stabschef Morgan McSweeney. Die britische Polizei durchsuchte Mandelsons Wohnsitze in London und Westengland und nahm ihn am 23. Februar 2026 wegen des Verdachts auf Fehlverhalten im öffentlichen Dienst fest. Er wurde am nächsten Morgen nach über neun Stunden Befragung auf Kaution freigelassen. Gegen Mandelson wurde keine Anklage erhoben, und er weist jedes Fehlverhalten zurück. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf den Vorwurf, Mandelson habe während seiner Zeit als Minister, unter anderem während der Finanzkrise 2008, sensible Regierungsdokumente an Epstein weitergegeben. Mandelson gehörte den Kabinetten der Premierminister Tony Blair und Gordon Brown an und war eine zentrale Figur bei der Modernisierung der Labour Party in den 1990er Jahren. Er war bereits zweimal – 1998 und 2001 – aufgrund anderer Kontroversen von Regierungsämtern zurückgetreten. Jeffrey Epstein starb 2019 in US-Haft, während er auf seinen Prozess wegen Sexualstraftaten wartete. Starmer hat sich wiederholt bei der britischen Öffentlichkeit und den Opfern von Epsteins Menschenhandel entschuldigt. Er bezeichnete Mandelsons Darstellung seiner Beziehung zu Epstein als „Kette von Täuschungen“, hielt aber stets daran fest, dass die Sicherheitsregeln befolgt worden seien – eine Behauptung, die nun durch den Bericht des „Guardian“ direkt widerlegt wird.
Mentioned People
- Keir Starmer — Premier Wielkiej Brytanii od 2024 roku i lider Partii Pracy od 2020 roku
- Peter Mandelson — Były polityk Partii Pracy, lobbysta i dyplomata, który pełnił funkcję ambasadora Wielkiej Brytanii w USA
- Kemi Badenoch — Liderka opozycji i przewodnicząca Partii Konserwatywnej od listopada 2024 roku
- Ed Davey — Lider Liberalnych Demokratów
- David Lammy — Wicepremier Wielkiej Brytanii i minister sprawiedliwości, sprawujący urząd od września 2025 roku
- Olly Robbins — Stały sekretarz w Ministerstwie Spraw Zagranicznych w czasie nominacji
- Jeffrey Epstein — Zmarły skazany przestępca seksualny, którego powiązania z Mandelsonem były przyczyną problemów z weryfikacją
Sources: 14 articles
- Foreign Office's top civil servant Olly Robbins to leave post over Mandelson vetting row (The Guardian)
- Top Foreign Office official Olly Robbins to leave post after Mandelson vetting row (BBC)
- Royaume-Uni : Starmer appelé à démissionner après de nouvelles révélations sur les liens entre Mandelson et Epstein (Le Parisien)
- Affaire Mandelson/Epstein: Starmer appelé à démissionner après de nouvelles révélations (Mediapart)
- Druk op Britse premier Starmer neemt toe na nieuwe onthulling over Mandelson (NOS)
- Mandelson became UK's ambassador to US despite failing security vetting (The Irish Times)
- UK's Starmer under fire over report Mandelson failed security vetting (Al Jazeera Online)
- Mandelson, a Friend of Epstein's, Became U.S. Ambassador Despite Failing Security Vetting (The New York Times)
- Mandelson chumbou no teste de verificação de antecedentes para ser embaixador nos EUA. Governo anulou decisão e deu "luz verde" à nomeação (Observador)
- Newscast - Mandelson Failed Security Vetting...Who Knew What, When? - BBC Sounds (BBC)