Die vierköpfige Besatzung der Artemis-II-Mission hat die Anziehungskraft des Mondes erreicht und steuert auf einen historischen Distanzrekord zu. Am 6. April 2026 trat die Orion-Kapsel in den Einflussbereich des Erdtrabanten ein, womit die entscheidende Phase des ersten bemannten Mondflugs seit 1972 begann.

Eintritt in Schwerkraftbereich

Das Orion-Raumschiff hat am 6. April den Punkt erreicht, an dem die Anziehungskraft des Mondes dominiert.

Historischer Distanzrekord

Die Crew wird die bisherige Rekordmarke von Apollo 13 (ca. 400.171 km) um etwa 6.600 km übertreffen.

Visueller Meilenstein

Erstmals konnte das Mare-Orientale-Becken auf der Mondrückseite mit bloßem Auge beobachtet werden.

Das Orion-Raumschiff mit der vierköpfigen Besatzung der Artemis-II-Mission trat am Montag, dem 6. April 2026, um 06:42 Uhr MESZ in den lunaren Einflussbereich ein. Dies markiert den Beginn der entscheidenden Missionsphase, in der die Anziehungskraft des Mondes gegenüber der der Erde überwiegt. Die Besatzung – bestehend aus NASA-Kommandant Reid Wiseman, Pilot Victor Glover, Missionsspezialistin Christina Koch und Missionsspezialist Jeremy Hansen von der kanadischen Raumfahrtbehörde – sind damit die ersten Menschen, die seit mehr als 50 Jahren zum Mond reisen. Die Mission startete am 1. April 2026 vom Cape Canaveral in Florida an Bord der Orion-Kapsel auf der Space Launch System-Rakete. Etwa 24 Stunden nach dem Start verließ das Raumschiff durch ein gezieltes Manöver die Erdumlaufbahn und nahm direkten Kurs auf den Mond. Die zehntägige Mission ist der erste bemannte Mondflug seit Apollo 17 im Jahr 1972 und sieht keine Mondlandung vor. Sechstündiger Vorbeiflug führt Besatzung bis auf 7.500 km an die Rückseite heranIn den Stunden nach dem Eintritt in den lunaren Einflussbereich sollte Orion die größte Annäherung an den Mond vollziehen. Geplant war ein Vorbeiflug in etwa 7.500 Kilometern Entfernung hinter der Mondrückseite innerhalb eines Zeitfensters von rund sechs Stunden. Von dieser Position aus bietet sich der Besatzung der gleichzeitige Blick auf Erde und Mond. Die Mission folgt einer freien Rückkehrbahn – derselben Art, die 1970 bei der Apollo-13-Mission verwendet wurde, da sie die Schwerkraft beider Himmelskörper nutzt und nur minimalen Treibstoff erfordert. Während des Vorbeiflugs wird die Besatzung zudem eine totale Sonnenfinsternis erleben, wenn sich der Mond direkt zwischen Orion und die Sonne schiebt und kurzzeitig die äußere Sonnenkorona sichtbar wird. Die Astronauten arbeiten in Zweier-Teams und dokumentieren ihre Beobachtungen mit Kameras sowie privaten Smartphones für spontane Aufnahmen.Artemis II ist die erste bemannte Mission des Artemis-Programms der NASA, das die Rückkehr von Menschen auf den Mond zum Ziel hat. Sie folgt auf die unbemannte Artemis-I-Mission von 2022, bei der die Orion-Kapsel und das Space Launch System bei einem Mondvorbeiflug getestet wurden. Zuletzt reisten Menschen 1972 während der Apollo-17-Mission zum Mond. Den aktuellen Distanzrekord für Menschen im All hält die Mission Apollo 13 aus dem Jahr 1970 mit etwa 400.171 Kilometern Entfernung von der Erde, nachdem die Besatzung durch die Explosion eines Sauerstofftanks zur Nutzung einer freien Rückkehrbahn gezwungen war – ein Ereignis, das oft als „erfolgreicher Fehlschlag“ bezeichnet wird. Neuer Distanzrekord soll Apollo 13 um mehr als 6.600 km übertreffenVerläuft die Mission planmäßig, wird die Artemis-II-Crew einen neuen Rekord für die weiteste Entfernung aufstellen, die ein Mensch jemals von der Erde zurückgelegt hat. Der bisherige Rekord von Apollo 13 (ca. 400.171 Kilometer) würde damit um mehr als 6.600 Kilometer übertroffen. Dieser Meilenstein würde die vier Astronauten zu den am weitesten gereisten Menschen der Geschichte machen. Christina Koch ist dabei die erste Frau auf einer NASA-Mondmission, Victor Glover der erste schwarze Astronaut außerhalb der niedrigen Erdumlaufbahn und Jeremy Hansen der erste Nicht-US-Bürger, dem dies gelingt. Für Glover, Koch und Wiseman ist Artemis II der zweite Raumflug, für Hansen ist es der erste. Die Mission dient zudem der Datenerhebung für künftige bemannte Mondlandungen im Rahmen des Artemis-Programms.Artemis II — Wichtige Missionsereignisse: — ; — ; — ; — ; — Blick auf den „Grand Canyon“ des MondesSchon vor Erreichen des lunaren Einflussbereichs verzeichnete die Besatzung am Sonntag einen historischen Moment: die Beobachtung des Mare Orientale auf der Mondrückseite mit bloßem Auge. Laut NASA war es das erste Mal in der Geschichte, dass das gesamte Becken, das oft als „Grand Canyon des Mondes“ bezeichnet wird, ohne optische Hilfsmittel gesehen werden konnte. Christina Koch beschrieb das Erlebnis in einer Funkübertragung für Kinder in Kanada als „schlichtweg spektakulär“. „Es ist eine ganz besondere Kraterregion, und bis heute hatte sie kein Mensch direkt gesehen. Wir hatten das Privileg, es zu sehen.” — Christina Koch via newsORF.at Lori Glaze, amtierende stellvertretende Administratorin der NASA für die Direktion für die Entwicklung von Explorationssystemen, zeigte sich vor dem Vorbeiflug zuversichtlich. „Wir sind alle unglaublich gespannt auf morgen. Wir sind bereit für den ersten Mondvorbeiflug seit 50 Jahren.” — Lori Glaze via Blick.ch

Mentioned People

  • Reid Wiseman — emerytowany komandor Marynarki Wojennej USA, pilot doświadczalny i aktywny astronauta NASA; dowódca misji Artemis II w 2026 roku
  • Victor J. Glover — oficer marynarki USA, pilot doświadczalny i astronauta NASA; pilot misji Artemis II
  • Christina Koch — amerykańska inżynier i astronautka NASA; specjalistka misji Artemis II i pierwsza kobieta w misji księżycowej
  • Jeremy Hansen — pułkownik Królewskich Kanadyjskich Sił Powietrznych i astronauta CSA; specjalista misji Artemis II i pierwszy Kanadyjczyk w podróży na Księżyc
  • Lori Glaze — amerykańska naukowiec i zastępca administratora ds. Dyrekcji Misji Rozwoju Systemów Eksploracyjnych NASA

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