Das Freundschaftsspiel zwischen Spanien und Ägypten am 31. März 2026 im RCDE Stadium wurde von rassistischen Rufen und einer feindseligen Atmosphäre geprägt. Vor 35.000 Zuschauern am Stadtrand von Barcelona kam es zu Beleidigungen gegen Muslime und zu politischen Parolen gegen die spanische Regierung.

Rassistische Vorfälle

Zuschauer riefen während des Spiels diskriminierende Parolen gegen Muslime.

Politische Spannungen

Es kam zu Unmutsäußerungen gegen die spanische Regierung und den katalanischen Politiker Carles Puigdemont.

Einsatz des FIFA-Protokolls

Offizielle prüften die Anwendung des dreistufigen Antirassismus-Verfahrens der FIFA.

Rassistische Sprechchöre gegen Muslime und das Auspfeifen der ägyptischen Nationalhymne haben das Freundschaftsspiel zwischen Spanien und Ägypten am 31. März 2026 im RCDE Stadium in Cornellà beeinträchtigt. Was als festlicher Anlass geplant war, wurde durch die Vorfälle überschattet. Es war der erste Auftritt der spanischen Nationalmannschaft in Katalonien seit vier Jahren, der mehr als 35.000 Zuschauer anzog. Aus einem Block waren während der Partie mehrfach Rufe mit dem Inhalt „Wer nicht hüpft, ist ein Moslem“ zu hören. Ein Delegierter des Verbands kontaktierte den Vierten Offiziellen, um mögliche Maßnahmen gemäß des Antirassismus-Reglements zu prüfen, sollten sich die Vorfälle wiederholen.

Politische Beleidigungen ergänzten rassistische Rufe vor der Pause Die rassistischen Parolen blieben nicht der einzige Störfaktor des Abends. Bereits vor dem Anpfiff sorgten Teile des Publikums durch Pfeifen während der ägyptischen Nationalhymne für eine feindselige Stimmung. Innerhalb der ersten halben Stunde setzten zudem politische Sprechchöre ein. Diese richteten sich unter anderem gegen den katalanischen Politiker Carles Puigdemont („Puigdemont ins Gefängnis“) sowie in Form von derben Beleidigungen gegen den spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez. Laut Berichten von El Periódico verschlechterte sich die ursprünglich familiäre Atmosphäre mit zunehmender Spieldauer. Die Rücksprache des Verbandsdelegierten mit dem Vierten Offiziellen verdeutlichte, dass die Verantwortlichen die Situation genau beobachteten, um bei einer Eskalation eingreifen zu können.

FIFA-Drei-Stufen-Protokoll als rechtlicher Rahmen Das im Mai 2024 verabschiedete FIFA-Antirassismus-Protokoll bildete die Grundlage für das Handeln der Offiziellen. Das Protokoll schreibt eine Null-Toleranz-Politik für alle 211 Mitgliedsverbände vor. Es sieht ein sequenzielles Verfahren vor: Zunächst wird das Spiel gestoppt, in einem zweiten Schritt vorübergehend unterbrochen und schließlich abgebrochen, falls die Vorfälle anhalten. Zudem wurde eine universelle Geste eingeführt – gekreuzte Arme –, mit der Spieler und Offizielle rassistisches Verhalten auf dem Platz anzeigen können. Dass ein Verbandsdelegierter bereits vor der Halbzeit eine Konsultation für notwendig hielt, unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Lage. 211 (Verbände) — FIFA-Mitgliedsverbände sind an das Antirassismus-Protokoll gebunden

Das RCDE Stadium, offiziell Estadi Cornellà-El Prat, liegt in der Metropolregion Barcelona und ist die Heimspielstätte von RCD Espanyol. Spaniens Rückkehr nach Katalonien für diese Begegnung galt nach vierjähriger Abwesenheit als politisch und symbolisch bedeutsames Ereignis. Angesichts der komplexen Beziehungen zwischen Katalonien und der spanischen Zentralregierung dienen Fußballspiele der Nationalmannschaft in der Region oft als Bühne für politische Meinungsäußerungen. Das FIFA-Antirassismus-Protokoll wurde im Mai 2024 als verbindlicher Standard für alle Nationalverbände eingeführt.

Vorfälle verdeutlichen Spannungen bei Nationalmannschaftsspielen Die Ereignisse im RCDE Stadium stellten die spanischen Fußballbehörden vor eine Herausforderung, da sie zwischen der Feier des Nationalteams und dem Fehlverhalten von Teilen der Zuschauer abwägen mussten. Das RCDE Stadium war mit über 35.000 Fans gut gefüllt, was die Reichweite der rassistischen Rufe verdeutlicht. Besonders das Auspfeifen der Hymne und die Parolen gegen Muslime lösten bei einem internationalen Freundschaftsspiel Besorgnis aus. Die frühe Intervention des Verbandsdelegierten signalisierte die Bereitschaft, das Spiel notfalls gemäß der ersten Stufe des Protokolls zu stoppen. Aus den vorliegenden Berichten geht nicht hervor, ob es letztlich zu einer offiziellen Unterbrechung oder einem Abbruch der Partie kam.

Mentioned People

  • Pedro Sánchez — Premier Hiszpanii od 2018 roku
  • Carles Puigdemont — Przewodniczący partii Razem dla Katalonii (Junts) od 2024 roku i były premier rządu Katalonii

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