Das Pariser Strafgericht hat Tariq Ramadan am Mittwoch, 25. März 2026, zu 18 Jahren Haft verurteilt. Es sah es als erwiesen an, dass der Schweizer Islamwissenschaftler zwischen 2009 und 2016 drei Frauen vergewaltigt hat. Das Gericht sprach von einer „Vergewaltigung einer schutzbedürftigen Person“ und wertete sein Verhalten als „Kampagne der psychologischen Zerstörung“.

18 Jahre Haft in Paris

Das Pariser Strafgericht verurteilte Tariq Ramadan wegen der Vergewaltigung von drei Frauen zwischen 2009 und 2016 zu 18 Jahren Haft.

Gericht spricht von psychologischer Zerstörung

Die Richter bewerteten sein Verhalten gegenüber den Betroffenen als „Kampagne der psychologischen Zerstörung“.

Verfahren begann im Umfeld von MeToo

Die französischen Ermittlungen starteten 2017 nach den Vorwürfen im Zuge der MeToo-Bewegung.

Bereits Verurteilung in der Schweiz

Ramadan hat zudem eine rechtskräftige Verurteilung wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung in der Schweiz.

Tariq Ramadan, ein Schweizer Islamwissenschaftler und Philosoph, ist am Mittwoch, 25. März 2026, vom Pariser Strafgericht zu 18 Jahren Haft verurteilt worden, nachdem er wegen der Vergewaltigung von drei Frauen zwischen 2009 und 2016 schuldig gesprochen worden war. Das Gericht befand ihn der „Vergewaltigung einer schutzbedürftigen Person“ für schuldig und bezeichnete sein Verhalten gegenüber den Betroffenen als eine „Kampagne der psychologischen Zerstörung“. Ramadan, der zum Zeitpunkt des Urteils 63 Jahre alt war, erschien nicht persönlich vor Gericht. Sein Anwalt führte eine Einweisung ins Krankenhaus wegen multipler Sklerose an, um seine Abwesenheit zu erklären. Das Urteil ist das erste in einer langen und wechselvollen juristischen Auseinandersetzung, die Ramadan seit fast einem Jahrzehnt begleitet.

Ein Rechtsfall, der bis in die MeToo-Ära zurückreicht Die Verfahren gegen Ramadan in Frankreich begannen 2017 im Gefolge der MeToo-Bewegung, als mehrere Frauen Vorwürfe wegen Vergewaltigung und sexueller Gewalt erhoben. Der Prozess selbst begann am 2. März 2026 vor dem Pariser Strafgericht, Ramadan war während der gesamten Verhandlungen abwesend. Das Gericht sah die gegen ihn erhobenen Vorwürfe über den gesamten Zeitraum der mutmaßlichen Taten, der sich über sieben Jahre erstreckte, als erwiesen an. Das Pariser Urteil ist zwar die erste gerichtliche Entscheidung in Frankreich, Ramadans rechtliche Probleme beschränkten sich jedoch nicht auf französische Gerichte. Tariq Ramadan wurde zu einer der bekanntesten muslimischen Intellektuellen in der westlichen Welt und hatte akademische Positionen inne, darunter eine Professur für zeitgenössische Islamwissenschaften an der University of Oxford. Er ist der Enkel von Hassan al-Banna, des ägyptischen Gelehrten, der 1928 die Muslimbruderschaft gründete. Sein öffentliches Profil machte die Vorwürfe gegen ihn, die 2017 erstmals öffentlich wurden, zu einem Fall von erheblicher internationaler Aufmerksamkeit. Die darauf folgende französische Untersuchung führte zu seiner Inhaftierung und zu einer Reihe von Verfahren in mehreren Ländern und Zuständigkeiten.

Vorverurteilung in der Schweiz stärkt Pariser Urteil Das Urteil in Paris ist keine isolierte Entscheidung. Ramadan weist bereits eine rechtskräftige Verurteilung wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung in der Schweiz auf, die aus einem gesonderten Verfahren in Genf stammt. Dieses frühere Schweizer Urteil begründete eine Reihe gerichtlicher Feststellungen gegen ihn in zwei Ländern. Die Häufung der Verurteilungen in unterschiedlichen Zuständigkeiten unterstreicht den Umfang der Verfahren, mit denen er seit 2017 konfrontiert ist. Sein Anwalt hat die Unschuld seines Mandanten stets betont und auf den sich verschlechternden Gesundheitszustand als zentralen Faktor für den Verlauf des französischen Prozesses verwiesen. Die in Paris verhängte Haftstrafe von 18 Jahren zählt zu den schwersten Entscheidungen in einem hochrangigen Fall sexualisierter Gewalt aus der MeToo-Ära in Frankreich. 18 (years) — vom Pariser Strafgericht verhängte Haftstrafe

Die akademische Karriere des Gelehrten steht im Schatten der Verurteilung Ramadan hatte sich über Jahrzehnte als Schweizer muslimischer Akademiker, Philosoph und Autor einen Namen gemacht und sich an Debatten über Islam, Säkularismus und muslimische Identität in Europa beteiligt. Seine Familienherkunft — als Enkel von Hassan al-Banna, dem Gründer der Muslimbruderschaft — machte ihn schon lange vor den strafrechtlichen Vorwürfen zu einer Figur mit Einfluss und Kontroversen. Wissenschaftliche Einrichtungen gingen nach den ersten Vorwürfen im Jahr 2017 auf Distanz. Die Beschreibung seines Verhaltens durch das Pariser Gericht als „Kampagne der psychologischen Zerstörung“ gegen die Betroffenen deutet darauf hin, dass die Richter seine Taten nicht als einzelne Vorfälle, sondern als anhaltendes Verhaltensmuster werteten. Das Urteil schließt einen Abschnitt der französischen Verfahren ab, die weiteren rechtlichen und reputationsbezogenen Folgen für Ramadan dürften sich in den kommenden Monaten jedoch fortsetzen.

Mentioned People

  • Tariq Ramadan — Szwajcarski muzułmański akademik, filozof i pisarz, który zajmował stanowiska akademickie, w tym profesora współczesnych studiów nad islamem w St Antony's College w Oksfordzie
  • Hassan al-Banna — Założyciel Bractwa Muzułmańskiego i dziadek Tariqa Ramadana

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