Ein Pariser Strafgericht hat den Schweizer Islamwissenschaftler Tariq Ramadan wegen der Vergewaltigung von drei Frauen zu 18 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Das Verfahren fand vollständig in Abwesenheit des Angeklagten und unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Zugleich verhängte das Gericht ein dauerhaftes Einreiseverbot für Frankreich nach Verbüßung der Strafe.

18 Jahre Haft in Paris

Das Pariser Strafgericht verurteilte Tariq Ramadan wegen der Vergewaltigung von drei Frauen zu 18 Jahren kriminaler Haft.

Zusätzliche Auflagen und Einreiseverbot

Nach Verbüßung der Strafe darf Ramadan nicht nach Frankreich einreisen; außerdem ordnete das Gericht acht Jahre gerichtliche Überwachung an.

Verfahren ohne Anwesenheit des Angeklagten

Der Prozess fand vollständig in Abwesenheit Ramadans und hinter verschlossenen Türen statt.

Bereits Verurteilung in der Schweiz

Ein Schweizer Berufungsgericht hatte Ramadan im September 2024 wegen Vergewaltigung verurteilt.

Ein Pariser Strafgericht verurteilte den Schweizer Islamwissenschaftler Tariq Ramadan am Mittwoch wegen der Vergewaltigung von drei Frauen zu 18 Jahren kriminaler Haft. Das Urteil fiel in einem Verfahren, das vollständig in Abwesenheit des Angeklagten und hinter verschlossenen Türen geführt wurde. Das Pariser Strafgericht unter Vorsitz von Richterin Corinne Goetzmann befand Ramadan der Vergewaltigungen und der Vergewaltigung einer schutzbedürftigen Person im Zusammenhang mit drei Frauen zwischen 2009 und 2016 für schuldig. Das Gericht verhängte zudem ein dauerhaftes Verbot, französisches Staatsgebiet zu betreten, sobald die Strafe verbüßt ist, sowie acht Jahre gerichtliche Überwachung. Die Richter folgten damit exakt dem Antrag der Staatsanwaltschaft und setzten die geforderte Strafe von 18 Jahren für den in Genf geborenen Wissenschaftler um.

Richterin untersagt Ramadan Veröffentlichungen zum Vorwurf Richterin Goetzmann legte in ihrem Urteil die Bedingungen der gerichtlichen Überwachung fest und bestimmte, dass Ramadan keinen der Opfer kontaktieren darf. Außerdem untersagte sie ihm, Bücher, audiovisuelle Werke oder öffentliche Beiträge zu veröffentlichen, die sich mit der Tat befassen. „Der Einwilligung in Sexualität entspricht nicht die Einwilligung in irgendeine sexuelle Handlung” (Der Einwilligung in Sexualität entspricht nicht die Einwilligung in irgendeine sexuelle Handlung) — Corinne Goetzmann via 7sur7 Das Gericht ließ die Wirkungen des gegen Ramadan am 6. März 2026 erlassenen Haftbefehls bestehen. Ramadan ist seit Beginn des Prozesses am 2. März 2026 nicht vor der französischen Justiz erschienen; das Verfahren wurde vollständig ohne seine Anwesenheit geführt.

Drei Klägerinnen, Vorwürfe über sieben Jahre hinweg Die Anklage betraf drei getrennte mutmaßliche Taten in mehreren Städten und über mehrere Jahre hinweg. Der erste Fall betraf eine Frau mit dem Pseudonym „Christelle“, die Ramadan vorwarf, im Oktober 2009 in Lyon eine qualifizierte Vergewaltigung unter Anwendung von Gewalt gegen eine schutzbedürftige Person begangen zu haben. Der zweite Fall betraf Henda Ayari, die in den Gerichtsunterlagen als ehemalige Salafistin bezeichnet wird und später säkulare Aktivistin wurde. Sie löste den weitergehenden Fall aus, indem sie im Oktober 2017 Anzeige erstattete und Ramadan vorwarf, sie 2012 in Paris vergewaltigt zu haben. Die dritte Beschuldigung betraf eine weitere Frau und datiert auf das Jahr 2016. Ramadan weist alle Vorwürfe gegen sich zurück.

Bereits vor dem Pariser Urteil lag eine Schweizer Verurteilung vor Das Pariser Urteil kommt zu einer früheren Verurteilung durch die Schweizer Justiz hinzu. Ein Schweizer Berufungsgericht verurteilte Ramadan im September 2024 wegen Vergewaltigung und hob damit einen Freispruch aus dem Jahr 2023 auf, wie aus Suchergebnissen im Internet hervorgeht. Vor den Vorwürfen hatte Ramadan wichtige akademische und öffentliche Funktionen inne, darunter eine Professur für zeitgenössische islamische Studien an der University of Oxford, wie sein Wikipedia-Eintrag ausweist. Der Prozess in Paris lief seit dem 2. März 2026, das Gericht verhandelte während der gesamten Zeit unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Tariq Ramadan wurde zu einer der bekanntesten islamischen Stimmen in der westlichen Welt und trat häufig in Mediendebatten über den Islam, Säkularismus und muslimische Identität in Europa auf. Die Vorwürfe gegen ihn wurden erstmals im Oktober 2017 öffentlich, als Henda Ayari Anzeige erstattete, im Zuge der breiteren Welle von Anschuldigungen nach dem Aufkommen der MeToo-Bewegung. Ein Schweizer Berufungsgericht hob einen Freispruch aus dem Jahr 2023 auf und verurteilte ihn im September 2024 wegen Vergewaltigung, wie aus Suchergebnissen im Internet hervorgeht. Der Prozess in Paris, der am 2. März 2026 begann, war das zweite große Strafverfahren gegen ihn in Europa.

18 (years) — vom Pariser Gericht verhängte Freiheitsstrafe

Tariq Ramadan — wichtige juristische Stationen: — ; — ; — ; — ; —

Mentioned People

  • Tariq Ramadan — Szwajcarski muzułmański akademik, filozof i pisarz
  • Corinne Goetzmann — Francuska sędzia
  • Henda Ayari — Była salafitka i świecka aktywistka, która złożyła pierwszą skargę

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