Die israelische Polizei hat Kardinal Pierbattista Pizzaballa am Palmsonntag vom Betreten der Grabeskirche abgehalten. Als Begründung nannte sie Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit dem laufenden Krieg mit dem Iran. Nach massiven Protesten aus Italien und dem Vatikan lenkte Ministerpräsident Benjamin Netanyahu später ein.

Sperre an der Grabeskirche

Israels Polizei hielt Kardinal Pierbattista Pizzaballa am Palmsonntag vom Betreten der Grabeskirche ab und verwies auf Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit dem Krieg mit dem Iran.

Scharfe Reaktionen aus Europa

Italien, Frankreich und der Vatikan reagierten mit deutlicher Kritik. Giorgia Meloni, Antonio Tajani und Guido Crosetto sprachen von einer unzulässigen Maßnahme.

Netanyahu lenkt ein

Später ordnete Benjamin Netanyahu an, Pizzaballa vollen und unmittelbaren Zugang zur Grabeskirche zu gewähren.

Status quo bleibt Streitpunkt

Der Vorfall lenkt den Blick auf die Regeln an Jerusalems heiligen Stätten, die nach Ansicht des Patriarchats nicht verletzt werden durften.

Israels Polizei hat Kardinal Pierbattista Pizzaballa, den Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, am Palmsonntag, dem 29. März 2026, vom Betreten der Grabeskirche abgehalten und dies mit Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit dem laufenden Krieg mit dem Iran begründet. Das Patriarchat teilte mit, dies sei das erste Mal seit Jahrhunderten, dass dem Lateinischen Patriarchen verwehrt worden sei, den Palmsonntag an diesem Ort zu begehen. Pizzaballa habe die Kirche gemeinsam mit dem Kustos des Heiligen Landes, Pater Francesco Ielpo, für eine kleine private Feier betreten wollen. Das Lateinische Patriarchat verurteilte die Maßnahme in einer Erklärung als „offenkundig unvernünftig und unverhältnismäßig“ und sprach von „einem schweren Verstoß gegen die grundlegenden Prinzipien der Vernunft, der Religionsfreiheit und der Achtung des Status quo“. Der Vorfall löste umgehend breite internationale Kritik aus, wobei Italien die diplomatische Reaktion anführte.

Italien bestellt Botschafter ein, Meloni nennt Verbot eine Beleidigung Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bezeichnete den Vorfall als „eine Beleidigung nicht nur für die Gläubigen, sondern für jede Gemeinschaft, die Religionsfreiheit anerkennt“, und telefonierte direkt mit Kardinal Pizzaballa, um ihm ihre persönliche Unterstützung und die der italienischen Regierung zuzusichern. Italiens Vize-Ministerpräsident und Außenminister Antonio Tajani bestellte den israelischen Botschafter in Italien, Jonathan Peled, ins Außenministerium, um Rom die Missbilligung mitzuteilen; das Verbot nannte er „inakzeptabel“. Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto sprach von einem „besorgniserregenden und beispiellosen Vorgang“. Auch der französische Präsident Emmanuel Macron verurteilte die Entscheidung der israelischen Polizei. Die CEI äußerte sich „empört“ und rief alle Regierenden dazu auf, zu Ostern einen Waffenstillstand einzuhalten. Botschafter Peled sagte als Reaktion auf die Proteste der italienischen Regierung, Israel hätte „eine andere Reaktion bevorzugt“, zugleich aber deutlich gemacht, dass der Dialog zwischen beiden Ländern „offen und aufrichtig“ bleiben werde. Auch Elly Schlein, Vorsitzende der Demokratischen Partei Italiens, bekundete ihre Solidarität mit Pizzaballa.

Netanyahu macht Rückzieher und gewährt Pizzaballa vollen Zugang Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu teilte am späten 29. März auf X mit, er habe die zuständigen Stellen angewiesen, sicherzustellen, dass Kardinal Pizzaballa „vollen und unmittelbaren Zugang“ zur Grabeskirche erhalte. Die ursprünglichen Sicherheitsbeschränkungen begründete Netanyahu damit, dass der Iran „wiederholt heilige Stätten aller drei monotheistischen Religionen in Jerusalem mit ballistischen Raketen ins Visier genommen“ habe. Bei einem Angriff seien „Raketentrümmer wenige Meter von der Grabeskirche entfernt niedergegangen“. Sein Büro hatte zuvor erklärt, der Einsatz der Polizei habe „keine böse Absicht, sondern nur Sorge um seine Sicherheit und die seines Gefolges“ getragen; zugleich wurde angekündigt, die Sicherheitskräfte arbeiteten an einem Plan, damit religiöse Würdenträger in den kommenden Tagen Gottesdienste an der heiligen Stätte feiern könnten. Israels Präsident Isaac Herzog telefonierte gesondert mit Kardinal Pizzaballa und sprach von „großer Trauer über den bedauerlichen Vorfall“. Zugleich bekräftigte er Israels „uneingeschränktes Bekenntnis zur Religionsfreiheit für alle Glaubensrichtungen und zur Wahrung des Status quo an den heiligen Stätten Jerusalems“. Herzog führte den Vorfall auf „Sicherheitsbedenken aufgrund der anhaltenden Bedrohung durch Raketenangriffe des iranischen Terrorregimes gegen die Zivilbevölkerung in Israel“ zurück.

„Ich habe die zuständigen Behörden angewiesen, sicherzustellen, dass Kardinal Pierbattista Pizzaballa, der Lateinische Patriarch, vollen und unmittelbaren Zugang zur Grabeskirche in Jerusalem erhält.” — Benjamin Netanyahu via ANSA

„Ich habe gerade den Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, angerufen, um meine tiefe Trauer über den bedauerlichen Vorfall auszudrücken, der sich heute Morgen ereignet hat.” — Isaac Herzog via ANSA

Papst Leo XIV. bekundet Nähe zu Christen im Nahen Osten Papst Leo XIV., geboren als Robert Francis Prevost, nahm in seiner Angelus-Ansprache auf den Vorfall Bezug und bekundete den Christen im Nahen Osten seine „Nähe“. Diese Menschen litten unter den Folgen eines „grausamen Konflikts“ und könnten die Riten dieser heiligen Tage in vielen Fällen nicht vollständig begehen. Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund umfassender Sicherheitsbeschränkungen, die die israelischen Behörden nach Ausbruch des Kriegs mit dem Iran am 28. Februar 2026 in Jerusalem und im ganzen Land verhängt hatten. Seit diesem Datum untersagen die israelischen Behörden große Versammlungen an religiösen Stätten, darunter Moscheen, Synagogen und Kirchen, und begrenzen die Zahl der Teilnehmenden auf rund 50 Personen; zudem wurden die heiligen Stätten der Altstadt für alle Religionsgemeinschaften geschlossen. Die Regierung stellte diese Maßnahmen als Schutz dar und argumentierte, sie sollten Gläubige vor der Gefahr iranischer ballistischer Raketenangriffe bewahren. Das Patriarchat hielt dagegen, Pizzaballas Besuch sei privater Natur gewesen und habe die ohnehin geltenden strikten Sicherheitsmaßnahmen in Jerusalem nicht beeinträchtigt. Die Kehrtwende Netanyahus nach koordiniertem Druck aus Italien, Frankreich und dem Vatikan beendete den unmittelbaren diplomatischen Streit, doch die grundsätzliche Frage des Zugangs zu heiligen Stätten während des Kriegs mit dem Iran blieb offen.

Die Grabeskirche in Jerusalem gilt traditionell als die heiligste Stätte des Christentums. Sie steht an dem Ort, an dem Jesus der Überlieferung nach gekreuzigt, bestattet und auferstanden ist. Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem, das 1847 in seiner modernen Form wiederhergestellt wurde, spielt eine zentrale Rolle im katholischen Leben der Region. Der von dem Patriarchat in seinem Protest erwähnte Grundsatz des „Status quo“ ist eine langjährige Regelung, die Rechte und Pflichten verschiedener christlicher Konfessionen an gemeinsam genutzten heiligen Stätten in Jerusalem festlegt und auf Vereinbarungen aus der osmanischen Zeit zurückgeht. Italien und Israel unterhalten enge, mitunter aber auch spannungsreiche diplomatische Beziehungen; Rom hat bereits zuvor Einwände gegen israelische Militäreinsätze im Libanon und die humanitäre Lage im Gazastreifen erhoben.

Vorfall an der Grabeskirche am Palmsonntag — 29. März 2026: — ; — ; — ; — ; — ; —

Mentioned People

  • Pierbattista Pizzaballa — Włoski hierarcha katolicki, który od 2020 roku pełni funkcję łacińskiego patriarchy Jerozolimy
  • Benjamin Netanyahu — Premier Izraela
  • Giorgia Meloni — Przewodnicząca Rady Ministrów Republiki Włoskiej od 22 października 2022 roku
  • Antonio Tajani — Wicepremier i minister spraw zagranicznych Włoch
  • Isaac Herzog — Izraelski polityk, który od 2021 roku pełni funkcję prezydenta Izraela
  • Robert Francis Prevost — Papież Leon XIV, zwierzchnik Kościoła katolickiego i suweren Państwa Watykańskiego od 2025 roku

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