Bei seiner ersten Ostermesse auf dem Petersplatz hat Papst Leo XIV. am 5. April 2026 zu einem Ende weltweiter Konflikte aufgerufen. Vor einer Versammlung Gläubiger unter blauem Himmel verurteilte das Kirchenoberhaupt eine zunehmende Gleichgültigkeit gegenüber zivilen Opfern.

Friedensappell an Machthaber

Papst Leo XIV. forderte in seiner ersten Osterbotschaft ein sofortiges Niederlegen der Waffen und einen Dialog statt Gewalt.

Bruch mit Tradition

Entgegen der üblichen Praxis nannte der neue Papst keine spezifischen Krisenregionen namentlich, sondern hielt seinen Appell universell.

Erstes Osterfest im Amt

Die Feier fand fast genau ein Jahr nach dem Tod von Papst Franziskus statt, der am Ostermontag 2025 verstarb.

Papst Leo XIV. feierte am Sonntag, dem 15. April 2026, seine erste Ostermesse auf dem Petersplatz und richtete vor einer großen Menge Gläubiger unter strahlend blauem Himmel einen eindringlichen Friedensappell an die Welt. Der Segen Urbi et Orbi, der live in zahlreiche Länder übertragen wurde, konzentrierte sich auf einen direkten Aufruf an die Inhaber politischer und militärischer Macht. Der Pontifex verurteilte eine von ihm so bezeichnete „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ gegenüber dem menschlichen Leid bewaffneter Konflikte. Die von Trompeten und liturgischen Gesängen begleitete Zeremonie markierte die erste Osterfeier des ersten in den USA geborenen Papstes in der Geschichte der katholischen Kirche. Papst fordert Waffenbesitzer zum Niederlegen der Waffen aufKern der Botschaft von Leo XIV. war eine unmissverständliche Forderung an die Mächtigen.„Lassen Sie jene, die Waffen besitzen, diese niederlegen! Lassen Sie jene, die die Macht haben, Kriege zu entfesseln, den Frieden wählen!” — Papst Leo XIV. via BFMTVDer Pontifex erläuterte seine Vision von Frieden und lehnte Zwang als Grundlage für Stabilität ab. Er forderte „keinen durch Gewalt aufgezwungenen Frieden, sondern einen Frieden durch Dialog“ und drängte darauf, „jegliches Streben nach Konflikt, Vorherrschaft und Macht“ aufzugeben. Zudem kritisierte er eine kollektive Resignation, die angesichts andauernder Kriege um sich gegriffen habe.„Wir finden uns damit ab und werden gleichgültig. Gleichgültig gegenüber dem Tod von Tausenden von Menschen. Gleichgültig gegenüber den Folgen von Hass und Spaltung, die durch Konflikte entstehen. Gleichgültig gegenüber den wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen, die sie nach sich ziehen und die wir alle spüren.” — Papst Leo XIV. via rts.chIn seiner Predigt zur Osternacht am Vorabend hatte Leo XIV. bereits die Spaltungen angeprangert, die durch „Krieg, Ungerechtigkeit und die Abschottung zwischen Völkern und Nationen“ entstünden. Keine Nennung einzelner Länder – ein bewusster Bruch mit der TraditionIn Abkehr von einer jahrelangen Praxis seiner Vorgänger verzichtete Leo XIV. in seiner Ansprache darauf, spezifische Krisenländer oder Regionen namentlich zu nennen. Trotz des Schattens des Nahostkonflikts, der über den Feierlichkeiten der Karwoche lag, und des andauernden Krieges in der Ukraine, hielt der Pontifex seine Botschaft universell. Diese Entscheidung stieß bei Beobachtern auf Aufmerksamkeit, da frühere Päpste die „Urbi et Orbi“-Ansprache regelmäßig dazu genutzt hatten, konkrete Konfliktzonen beim Namen zu nennen. In den Tagen vor Ostern hatte Leo XIV. dennoch direkte diplomatische Bemühungen unternommen; laut Berichten von Ouest France forderte er US-Präsident Donald Trump dazu auf, einen „Weg aus dem Konflikt“ im Nahen Osten zu suchen. Nach dem Segen richtete er Ostergrüße in zehn Sprachen an die Menge, darunter Arabisch, Chinesisch, Polnisch und Latein, bevor die Glocken des Petersdoms läuteten. Er kündigte zudem eine Friedenswache auf dem Petersplatz für den 11. April 2026 an. Erstes Osterfest ein Jahr nach dem Tod von FranziskusLeo XIV., der am 14. September 1955 als Robert Francis Prevost in Chicago geboren wurde, wurde am 8. Mai 2025 nach einem am Vortag begonnenen Konklave zum Papst gewählt. Sein Vorgänger, Papst Franziskus, war am Ostermontag, dem 21. April 2025, im Alter von 88 Jahren verstorben. Leo XIV. ist der erste in den Vereinigten Staaten geborene Papst und der erste aus dem Augustinerorden. Das Konklave, das ihn wählte, war eines der kürzesten der letzten Jahrzehnte und endete innerhalb von zwei Tagen.Die Osterfeierlichkeiten waren von besonderer emotionaler Bedeutung, da sie fast genau ein Jahr nach dem Tod von Papst Franziskus stattfanden, der am Ostermontag 2025 verstorben war, nachdem er am Vortag seine letzte Ostermesse in sichtlich geschwächtem Zustand gefeiert hatte. Laut Franceinfo nahm Leo XIV. während der Feierlichkeiten am Sonntag Bezug auf seinen Vorgänger. Gläubige, die aus diesem Anlass nach Rom gereist waren, äußerten erste unterschiedliche Einschätzungen zum Stil des neuen Pontifex. Eine US-Amerikanerin erklärte gegenüber Franceinfo, sie schätze die Haltung des Papstes, wonach Krieg nicht durch die Religion gestützt werde. Mehrere italienische Gläubige merkten an, dass Leo XIV. öffentlich zurückhaltender auftrete als Franziskus. Ein Mann wurde von Franceinfo mit den Worten zitiert: „Papst Franziskus hat einen starken Eindruck hinterlassen. Dieser hier ist jünger, man muss ihm Zeit geben.“ Der zum Papst gewählte Augustiner-Kardinal steht einer Kirche von weltweit mehr als 1,4 Milliarden Katholiken vor. Die Messe am Sonntag stellte seine bisher bedeutendste öffentliche Bühne seit seiner Wahl vor fast elf Monaten dar.

Mentioned People

  • Pope Leo XIV — głowa Kościoła katolickiego i suweren Państwa Watykańskiego
  • Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych

Sources: 8 articles