Bei den Feierlichkeiten zum Tag der polnisch-ungarischen Freundschaft hat Präsident Karol Nawrocki am 23. März 2026 Stationen in Przemyśl und Budapest absolviert. Dort traf er Tamás Sulyok und Viktor Orbán, legte einen Kranz für Józef Bem nieder und löste mit einer scharfen Antwort auf eine TVN24-Frage breite Reaktionen aus. Orbán und Nawrocki sprachen zudem mehr als eine Stunde hinter verschlossenen Türen.
Zwei Stationen an einem Tag
Karol Nawrocki reiste am 23. März 2026 zunächst nach Przemyśl und anschließend nach Budapest. Dort traf er Tamás Sulyok und Viktor Orbán.
Treffen mit Orbán ohne Medien
Das Gespräch im Sitz der ungarischen Regierung dauerte nach Berichten mehr als eine Stunde und fand unter Ausschluss der Medien statt.
Konfrontation mit TVN24-Journalist
Nach einer Frage zu Orbáns Nähe zu Wladimir Putin geriet Nawrocki mit Mateusz Półchłopek aneinander und nannte Putin einen Verbrecher.
Scharfe politische Reaktionen
Polnische Regierungs- und Oppositionspolitiker reagierten entlang der Parteigrenzen sehr unterschiedlich auf den Besuch und den Vorfall.
Gemeinsamer Feiertag mit Geschichte
Der Tag der polnisch-ungarischen Freundschaft wird seit 2007 am 23. März begangen und wechselt jährlich zwischen beiden Ländern.
Der polnische Präsident Karol Nawrocki reiste am 23. März 2026 nach Ungarn, um an den jährlichen Feierlichkeiten zum Tag der polnisch-ungarischen Freundschaft teilzunehmen. Er traf den ungarischen Präsidenten Tamás Sulyok zunächst in Przemyśl und später auch in Budapest sowie den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán in der ungarischen Hauptstadt. Der Besuch spielte sich damit in zwei Städten ab: am Morgen bei offiziellen Zeremonien in der polnischen Grenzstadt Przemyśl und am Nachmittag bei einer Arbeitssitzung in Budapest, wo Nawrocki von Sulyok im Sándor-Palast empfangen wurde. Nawrocki legte außerdem am Denkmal für General Józef Bem einen Kranz nieder. Bem gilt als Nationalheld sowohl in Polen als auch in Ungarn. Auch die berühmte Kettenbrücke wurde in den Nationalfarben beider Länder angestrahlt. In einem abendlichen Beitrag auf der Plattform X dankte Nawrocki beiden Politikern für nach seinen Worten „fruitful talks“ und verwies auf die gemeinsame Geschichte beider Nationen.
„Węgry podały nam rękę, gdy broniliśmy się przed rosyjskim bolszewizmem w 1920 roku, my okazaliśmy im solidarność w 1956, gdy imperializm kremlowski zdławił ich wolność. My, Polacy, kochamy Węgrów, a nienawidzimy zbrodniarza Putina. Rosja zawsze będzie dla nas zagrożeniem, Węgry wiecznym przyjacielem.” (Ungarn hat uns 1920 die Hand gereicht, als wir uns gegen den russischen Bolschewismus verteidigt haben. 1956 haben wir Solidarität gezeigt, als der imperialistische Kurs des Kremls ihre Freiheit erstickte. Wir Polen lieben die Ungarn, und wir hassen den Kriegsverbrecher Putin. Russland wird für uns immer eine Bedrohung sein, Ungarn ein ewiger Freund.) — Karol Nawrocki via wnp.pl
Der Tag der polnisch-ungarischen Freundschaft wird jedes Jahr am 23. März begangen. Die Erklärung zur Festlegung des Datums wurde am 12. März 2007 vom ungarischen Parlament angenommen, kurz darauf verabschiedete auch der polnische Sejm eine ähnliche Resolution. Der Feiertag geht auf eine Initiative der damaligen Präsidenten Lech Kaczyński und László Sólyom zurück. Die Feierlichkeiten wechseln zwischen beiden Ländern: 2024 trafen sich die Präsidenten in Stary Sącz in Polen, 2025 fand die Veranstaltung in der ungarischen Stadt Kaposvar statt.
Orbán-Treffen hinter verschlossenen Türen dauert mehr als eine Stunde Das Treffen von Nawrocki und Orbán am Sitz der ungarischen Regierung dauerte nach Angaben, auf die sich Do Rzeczy berief, mehr als eine Stunde und fand ohne Beteiligung der Medien statt. Orbán begrüßte seinen polnischen Amtskollegen auf X mit den Worten „Poles and Hungarians, two good friends“ und stellte ein Foto der beiden Politiker online. Auf der Pressekonferenz in Budapest nannte Nawrocki Felder, in denen er mit Ungarn übereinstimme. Dazu zählte er die Ablehnung des EU-Mercosur-Handelsabkommens, gemeinsame Vorbehalte gegenüber der Klima- und Migrationspolitik der EU sowie Bedenken wegen einer aus seiner Sicht zunehmenden „Bürokratisierung und Zentralisierung“ durch die Europäische Kommission. Nawrocki räumte zugleich ein, dass beide Länder nicht in allen Fragen übereinstimmten. Für Polen stellten Wladimir Putin und die Russische Föderation jedoch eine existentielle Bedrohung dar, sagte er. Der Leiter des Büros für Internationale Politik in der Präsidentenkanzlei, Marcin Przydacz, hatte zuvor betont, es handle sich um einen offiziellen Besuch, und der Präsident plane nicht, in Budapest an politischen Wahlkampfveranstaltungen teilzunehmen. Damit wies er gegenteilige Vermutungen zurück.
Scharfe Szene mit TVN24-Journalist zieht viel Aufmerksamkeit auf sich Der Besuch wurde von einer Auseinandersetzung zwischen Nawrocki und dem TVN24-Journalisten Mateusz Półchłopek überschattet, die nach der gemeinsamen Pressekonferenz mit Sulyok in Przemyśl stattfand. Półchłopek fragte den polnischen Präsidenten, ob Orbáns Nähe zu Wladimir Putin ihn nicht störe, zumal beide später am Tag zusammentreffen sollten. Nawrocki ignorierte die Frage zunächst, sprach dann kurz mit seinem Sprecher Rafał Leśkiewicz und wandte sich anschließend direkt an den Journalisten.
„Pan redaktor powinien się ogarnąć i słuchać, co mówi prezydent Polski. Mówię do pana, panie redaktorze, Władimir Putin jest zbrodniarzem. Rozumie pan, panie redaktorze? Do widzenia.” (Der Herr Redakteur sollte sich zusammenreißen und dem zuhören, was der Präsident von Polen sagt. Ich spreche zu Ihnen, Herr Redakteur, Wladimir Putin ist ein Verbrecher. Verstehen Sie, Herr Redakteur? Auf Wiedersehen.) — Karol Nawrocki via TVN24
Der Historiker und Politikwissenschaftler Professor Antoni Dudek bewertete den Ausbruch in der TVN24-Sendung „Kropka nad i“ kritisch. Er sagte, Nawrocki habe seit mehr als einem Jahr, also seit seiner Kandidatur für das Präsidentenamt, bestimmte Persönlichkeitsmerkmale verborgen. „Poles elected a boxer as president, although he no longer practices the sport professionally, and this will be felt more and more often.” — Antoni Dudek via TVN24 Dudek fügte hinzu, Nawrocki habe sich im Wahlkampf „sehr stark zurückgehalten“, wirke nun aber selbstbewusster und erwarte, dass sich ähnliche Episoden wiederholen würden.
Politik reagiert entlang der Parteigrenzen sehr unterschiedlich Die Auseinandersetzung und der Besuch selbst lösten in der polnischen Politik sofort polarisierte Reaktionen aus. Präsidentensprecher Rafał Leśkiewicz reagierte auf X auf eine Bemerkung von Ministerpräsident Donald Tusk über einen „russischen Sumpf“ und schrieb: „Mit besonderer Widmung für Ministerpräsident Donald Tusk. Im russischen Sumpf ließ Ihre Regierung die Überreste der Opfer vom 10. April 2010 zurück.“ Gemeint war damit die Flugkatastrophe von Smolensk 2010. Sławomir Cenckiewicz, Leiter des Nationalen Sicherheitsbüros, stellte sich mit „Bravo Karol Nawrocki!“ hinter das Verhalten des Präsidenten gegenüber dem Journalisten. Der PiS-Abgeordnete Marcin Horała äußerte sich abfällig über den Reporter und schrieb: „Ich bezweifle, dass es ankommt, außergewöhnlich dumpfer Schüler.“ Auf der anderen Seite sagte Außenminister Radosław Sikorski, der Präsident werde „nach Budapest fahren, um Viktor Orbán im Wahlkampf zu unterstützen“. Ministerpräsident Donald Tusk bezeichnete den Besuch als „fatalen Fehler“ und als „Bestätigung einer gefährlichen Strategie der Schwächung der Europäischen Union und der Stärkung Putins“. Sikorski schrieb außerdem auf X: „Sag mir, wer deine Freunde sind, und ich sage dir, wer du bist.“ Der PiS-Abgeordnete Dariusz Ociepa äußerte sich zurückhaltender. Er sagte, Ungarns Politik gegenüber Russland und der Ukraine verdiene „Kritik, weil sie dem polnischen Nationalinteresse widerspreche“, dennoch sei es „eine gute Entscheidung“, dass Nawrocki Kontakte zu allen NATO- und EU-Spitzenpolitikern aufbaue.
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Mentioned People
- Karol Nawrocki — Prezydent Rzeczypospolitej Polskiej od 6 sierpnia 2025 roku
- Viktor Orbán — 56. premier Węgier od 2010 roku
- Tamás Sulyok — Prezydent Węgier od 2024 roku
- Donald Tusk — Prezes Rady Ministrów od grudnia 2023 roku
- Radosław Sikorski — Minister spraw zagranicznych Polski
- Rafał Leśkiewicz — Podsekretarz stanu w Kancelarii Prezydenta Rzeczypospolitej Polskiej i rzecznik prezydenta od 2025 roku
- Antoni Dudek — Polski historyk, politolog i profesor nauk humanistycznych
- Marcin Przydacz — Sekretarz stanu w Kancelarii Prezydenta Rzeczypospolitej Polskiej i szef Biura Polityki Międzynarodowej
- Sławomir Cenckiewicz — Szef Biura Bezpieczeństwa Narodowego (BBN)
- Mateusz Półchłopek — Dziennikarz TVN24 zaangażowany w starcie z prezydentem
- Dariusz Ociepa — Lider stowarzyszenia politycznego OdNowa RP i poseł PiS
Sources: 26 articles
- "Węgry odwiecznym przyjacielem". Nawrocki dziękuje po spotkaniu w Budapeszcie (Do Rzeczy)
- Spotkanie Nawrockiego z Orbanem. Ekspert mówi o "politycznym długu" (FAKT24.pl)
- Prezydent bez wsparcia dyplomacji. MSZ odcina się od wizyt na Węgrzech i w USA (rmf24.pl)
- "Obóz kartelu medialnego". Minister o atakach na prezydenta (Do Rzeczy)
- Wrze po ruchu Nawrockiego. Sikorski grzmi. "Rad bym wiedzieć" (Wprost)
- Rząd krytycznie o wizycie Nawrockiego na Węgrzech (wiadomosci.radiozet.pl)
- "Hitler XXI wieku". Minister uderza w Nawrockiego (Do Rzeczy)
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- Zniesmaczeni ruchem prezydenta. W mainstreamie narracja o Putnie (Do Rzeczy)