Die italienische Regierung hat die Verbrauchsteuer auf Benzin und Diesel zum 19. März 2026 deutlich gesenkt. An vielen Zapfsäulen zeigte sich die Entlastung jedoch zunächst nicht. Darauf reagierten drei Ministerien und die Steuerpolizei mit koordinierten Kontrollen, während Verbraucherschützer Aufklärung verlangten.

Verbrauchsteuer deutlich gesenkt

Ein im Amtsblatt veröffentlichtes Dekret senkte die Verbrauchsteuer auf Benzin und Diesel am 19. März 2026 von 672,9 Euro auf 472,90 Euro je 1.000 Liter.

Preise an Zapfsäulen reagieren zunächst kaum

Trotz Inkrafttretens der Maßnahme am selben Morgen erreichten Dieselpreise auf Autobahnen laut Staffetta bis zu 2,420 Euro je Liter.

Drei Stellen leiten Kontrollen ein

Das Ministerium für Unternehmen und Made in Italy, das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen und die Guardia di Finanza begannen am 19. März 2026 koordinierte Prüfungen.

Preisbeauftragter meldet auffällige Unternehmen

„Mr Prezzi“ übergab der Guardia di Finanza eine Liste von Kraftstoffunternehmen, die ihre Preise nach der Steuersenkung nicht reduziert hatten.

Codacons erhöht den Druck

Der Verbraucherverband forderte von Mef und Mimit Erklärungen, weil die Entlastung nach seiner Darstellung nicht bei den Verbrauchern angekommen sei.

Italiens Regierung hat die Verbrauchsteuern auf Kraftstoffe am 19. März 2026 gesenkt, doch die Preise an den Tankstellen gaben zunächst nicht unmittelbar nach. Das führte zu einer abgestimmten Reaktion von drei Behörden und der Steuerpolizei. Ein Dekret, das im Amtsblatt veröffentlicht wurde, senkte die Verbrauchsteuer auf Benzin und Diesel von 672,9 Euro auf 472,90 Euro je 1.000 Liter. Das berichtete ANSA; Webrecherchen bestätigten diese Angaben. Obwohl die Maßnahme noch am selben Morgen in Kraft trat, erreichten die Dieselpreise auf Autobahnen laut Überwachungsdaten des Fachdienstes Staffetta am selben Tag bis zu 2,420 Euro je Liter, wie ANSA meldete. Die Differenz zwischen der politischen Entscheidung und den Endkundenpreisen rief umgehend sowohl staatliche Stellen als auch Verbraucherverbände auf den Plan.

Italy fuel excise duty cut, March 19, 2026: Verbrauchsteuer auf Benzin und Diesel (before: 672.9 euros per 1,000 litres, after: 472.90 euros per 1,000 litres)

Italien zählt seit Langem zu den Ländern in Europa mit einer besonders hohen steuerlichen Belastung von Kraftstoffen. Die Verbrauchsteuer macht dort einen erheblichen Teil des Preises aus, den Verbraucher an der Zapfsäule zahlen. Die italienische Regierung hat in Phasen hoher Energiekosten wiederholt in die Kraftstoffpreise eingegriffen, darunter mit zeitweiligen Senkungen der Verbrauchsteuer während des Energiepreisanstiegs nach Russlands Invasion in der Ukraine im Jahr 2022. Die jetzige Maßnahme wurde als Teil umfassenderer Bemühungen dargestellt, Familien und Unternehmen angesichts höherer Energiekosten finanziell zu entlasten. Die Guardia di Finanza wurde in der Vergangenheit regelmäßig eingesetzt, um in verbrauchersensiblen Situationen die Einhaltung von Preisvorgaben zu überwachen.

Drei Stellen beginnen Kontrollen, während die Preise hoch bleiben Das Ministerium für Unternehmen und Made in Italy, das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen und die Guardia di Finanza haben am 19. März 2026 umfassende Kontrollen der Kraftstoffpreise eingeleitet. Das berichtete ANSA. Der nationale Preisbeauftragte, in Italien als „Mr Prezzi“ bekannt, übermittelte der Guardia di Finanza eine Liste von Kraftstoffunternehmen, die ihre Preise nach der Senkung der Verbrauchsteuer nicht reduziert hatten. Die Maßnahme wurde noch am selben Tag koordiniert, an dem das Dekret in Kraft trat. Adolfo Urso ist Minister für Unternehmen und Made in Italy. Giancarlo Giorgetti ist Minister für Wirtschaft und Finanzen. Der gleichzeitige Beginn der Kontrollen verdeutlichte, dass die Regierung sicherstellen wollte, dass sich die Steuersenkung an den Zapfsäulen in nachvollziehbaren Preisnachlässen niederschlägt.

Codacons verlangt Auskunft von Mef und Mimit Der Verbraucherverband Codacons verlangte von sowohl dem Ministerium für Wirtschaft und Finanzen als auch dem Ministerium für Unternehmen und Made in Italy Erläuterungen. Der Verband erklärte, die Preise an den Zapfsäulen hätten die Senkung der Verbrauchsteuer zum 19. März 2026 noch nicht widergespiegelt. Damit erhöhte Codacons den öffentlichen Druck zusätzlich zu den bereits angelaufenen staatlichen Kontrollen. Der Verband argumentierte, die Verbraucher profitierten nicht von der Senkung, obwohl das Dekret rechtlich bereits in Kraft sei. Der Vorgang zeigt, dass zwischen einer steuerpolitischen Entscheidung und ihrer Weitergabe an die Kraftstoffpreise im Einzelhandel zeitliche Verzögerungen auftreten können. Das Zusammenspiel aus amtlichen Kontrollen und dem Druck von Verbraucherschützern rückte die Kraftstoffhändler schon am ersten Tag der neuen Regelung aus mehreren Richtungen in den Fokus.

Autobahn-Diesel trotz neuer Regeln bei 2,420 Euro Der Fachdienst Staffetta berichtete laut ANSA, dass die Dieselpreise auf italienischen Autobahnen am 19. März 2026, also am Tag des Inkrafttretens der Steuersenkung, bis auf 2,420 Euro je Liter stiegen. Die Zahl verdeutlichte die Diskrepanz zwischen dem erklärten Ziel der Regierung, die Kosten zu senken, und den Preisen, mit denen Verbraucher an Autobahnraststätten konfrontiert waren. Kraftstoffpreise auf Autobahnen liegen wegen der Betriebskosten von Rastanlagen in der Regel über denen an städtischen Tankstellen. Das Regierungsdekret wurde nach Webrecherchen unter Verweis auf ANSA als Maßnahme dargestellt, die Familien und Unternehmen helfen solle, mit den erhöhten Energiekosten umzugehen. Ob sich die Lücke zwischen dem neuen Verbrauchsteuersatz und den Endkundenpreisen in den folgenden Tagen verringert, dürfte von dem am 19. März in Gang gesetzten Kontrollapparat abhängen, an dem der Preisbeauftragte, die Guardia di Finanza und beide Ministerien beteiligt sind.

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