Nach einer Massenpanik an der Citadelle Laferrière im Norden Haitis am 11. April 2026 bestätigten die Behörden den Tod von mindestens 30 Menschen. Kulturminister Emmanuel Menard erklärte, dass die historische Stätte bis auf Weiteres geschlossen bleibt, während die Zahl der Opfer weiter steigen könnte.
Hohe Opferzahl
Mindestens 30 Menschen, darunter viele Kinder und Jugendliche, starben bei der Massenpanik an der historischen Citadelle Laferrière.
Überlassung durch Social Media
Ein TikTok-Influencer hatte ohne Genehmigung zu dem Event aufgerufen, woraufhin Tausende das Gelände stürmten.
Infrastrukturelle Mängel
Ein Engpass an nur einem geöffneten Tor und einsetzender Starkregen führten unter den Massen zur tödlichen Panik.
Bei einer Massenpanik an der Citadelle Laferrière, einer historischen Bergfestung in Milot im Norden Haitis, kamen am Samstag, dem 15. März 2026, mindestens 30 Menschen ums Leben. Behörden warnten davor, dass die Zahl der Todesopfer noch steigen könnte. Jean Henri Petit, Leiter des Zivilschutzes für das haitianische Departement Nord, bestätigte den Vorfall gegenüber der lokalen Zeitung Le Nouvelliste und gab an, dass zahlreiche Personen weiterhin vermisst würden. Kulturminister Emmanuel Menard bestätigte die Zahl von 30 Toten in einer schriftlichen Nachricht an die AFP und kündigte an, dass die Festung bis auf Weiteres geschlossen bleibt. Dutzende weitere Personen wurden verletzt und in örtliche Krankenhäuser gebracht, wie France 24 unter Berufung auf Le Nouvelliste berichtete. Die haitianische Regierung beschrieb das Gedränge in einer Stellungnahme auf Facebook als Folge einer „touristischen Aktivität mit vielen jungen Menschen“. 30 (bestätigte Todesfälle) — Mindestzahl der durch Kulturminister Menard bestätigten Todesopfer TikTok-Influencer lockte Tausende zu einzelnem geöffneten TorAuslöser der Versammlung war eine nicht genehmigte Veranstaltung, die auf TikTok von einem Influencer mit Hunderttausenden Followern beworben worden war. Laut dem haitianischen Portal AyiboPost, über das Zeit Online berichtete, hatte dieser Transport, Getränke und ein Unterhaltungsprogramm vor Ort angekündigt. Viele Teilnehmer trafen bereits vor der offiziellen Öffnung an der Zitadelle ein und füllten das Gelände seit den frühen Morgenstunden. Die Situation wurde kritisch, da nur ein einziges Eingangstor geöffnet war. Dies führte an einem Engpass zu direktem Konflikt zwischen Besuchern, die eintreten wollten, und jenen, die das Gelände verlassen wollten. Am Tor brach ein Handgemenge aus. Als zudem starker Regen auf die dicht gedrängte Menge niederging, verbreitete sich rasch Panik. Zahlreiche Menschen wurden niedergetrampelt, insbesondere in den engen, tunnelartigen Durchgängen der Festung. In sozialen Medien kursierende Videos zeigen junge Besucher, die sich kaum vorwärts bewegen konnten. Der Influencer selbst wies jede Verantwortung für das Unglück zurück. „Ich habe nichts mit dem zu tun, was passiert ist” — unbenannter Influencer via AyiboPost, berichtet von Zeit Online Er gab an, sich bereits auf dem Rückweg befunden zu haben, als er von den Ereignissen erfuhr. Bürgermeister: Die meisten Opfer erstickten im GedrängeDer Bürgermeister von Milot, Wesner Joseph, erklärte gegenüber dem Miami Herald, dass die Mehrheit der Opfer an Erstickung gestorben sei. Viele der Toten wurden als Jugendliche und Kinder im Alter von etwa zwölf Jahren identifiziert. Jean Henri Petit warnte, dass die Opferzahl angesichts der vielen Vermissten weiter steigen könnte. Mehrere Dutzend Verletzte wurden in Krankenhäuser eingeliefert, wobei Kulturminister Menard in seiner Stellungnahme gegenüber der AFP keine genaue Anzahl der Verwundeten nannte. Der Guardian berichtete unter Berufung auf lokale Medienberichte, dass die Polizei vor Ort möglicherweise Tränengas eingesetzt habe, um einen Streit nahe der Zitadelle aufzulösen, was zur Panik beigetragen haben könnte; dies wurde von offizieller Seite jedoch nicht bestätigt. Die Regierung des amtierenden Premierministers Alix Didier Fils-Aimé erklärte, man habe mit tiefer Bestürzung von dem „folgenschweren Vorfall“ erfahren und alle zuständigen Behörden mobilisiert, um den Opfern und ihren Familien Soforthilfe zu leisten. „Ich spreche den Hinterbliebenen mein aufrichtiges Beileid aus und versichere ihnen meine tiefe Solidarität in dieser Zeit der Trauer und des großen Leids” — Alix Didier Fils-Aimé via Deutsche Welle UNESCO-Festung im Schatten der Krise HaitisDie Citadelle Laferrière, die seit 1982 als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet ist, ist eine monumentale Festung aus dem frühen 19. Jahrhundert. Sie wurde von ehemaligen Sklaven auf dem Gipfel des Bonnet à l’Evêque errichtet und gilt als Symbol für Haitis Unabhängigkeitskampf gegen die französische Kolonialherrschaft. Die Stätte zieht traditionell während der Osterzeit große Besucherströme an. Reuters berichtete, dass die Festung am Samstag für eine jährliche Feier mit Studenten und Besuchern überfüllt war. Das Unglück ereignete sich vor dem Hintergrund schwerer Krisen in Haiti, das der Guardian als das ärmste Land der westlichen Hemisphäre beschrieb. Das Land leidet derzeit unter weitverbreiteter Bandengewalt und einem zunehmend harten Vorgehen der Sicherheitskräfte. Am 2. April 2026, nur neun Tage vor der Massenpanik, hatte die haitianische Regierung eine Preiserhöhung von 37 Prozent für Diesel und 29 Prozent für Benzin angekündigt, bedingt durch steigende Ölpreise infolge des Konflikts im Iran. Der Guardian merkte zudem an, dass Haiti in den letzten Jahren von einer Serie katastrophaler Ereignisse getroffen wurde, darunter eine Treibstofftank-Explosion im Jahr 2024 mit zwei Dutzend Toten und ein Erdbeben im Jahr 2021, bei dem rund 2.000 Menschen ums Leben kamen. Die Regierung rief die Bevölkerung zur Ruhe auf, während die Behörden die Umstände der Tragödie vom 11. April untersuchen.
Mentioned People
- Alix Didier Fils-Aimé — tymczasowy premier Haiti od 2024 roku, pełniący funkcję jedynego lidera kraju po rozwiązaniu Przejściowej Rady Prezydenckiej
- Wesner Joseph — burmistrz Milot
- Jean Henri Petit — szef Ochrony Cywilnej Departamentu Północnego Haiti
- Emmanuel Menard — minister Kultury i Komunikacji Haiti
Sources: 35 articles
- Mindestens 30 Tote bei Ausflugsziel auf Haiti (Süddeutsche Zeitung)
- Historische Zitadelle - Haiti: 30 Tote bei Massenpanik nach Tiktok-Aufruf (SRF News)
- At least 30 dead in stampede at Haiti's historic Citadelle Laferriere (Al Jazeera Online)
- Massenpanik: Mindestens 30 Tote an Ausflugsziel auf Haiti (Süddeutsche Zeitung)
- Notfälle: Massenpanik: Mindestens 30 Tote an Ausflugsziel auf Haiti (ZEIT ONLINE)
- Massenpanik: Mindestens 30 Tote an Ausflugsziel auf Haiti (stern.de)
- Bousculade sur un site touristique en Haïti: 30 morts (RFI)
- De nombreux jeunes meurent sur un site touristique en Haïti (Blick.ch)
- Haiti: Viele Tote nach Massenpanik an Ausflugsziel (Deutsche Welle)
- Una estampida en Haití deja al menos 30 muertos (France 24)