Irlands Regierungschef Micheál Martin hat den traditionellen Besuch zum St.-Patrick’s-Day im Weißen Haus genutzt, um Donald Trumps Pläne für Zölle zu kritisieren und im Nahen Osten auf Zurückhaltung zu dringen. Das Treffen am 17. März 2026 fiel in eine Phase erheblicher Spannungen zwischen Washington und europäischen Partnern wegen des Kriegs gegen Iran. Auch bei Trumps Spott über Keir Starmer hielt Martin dagegen.

Martin nutzt St.-Patrick’s-Day-Besuch politisch

Micheál Martin verband den traditionellen Empfang im Weißen Haus mit Kritik an Trumps Zollplänen und einem Appell zu Deeskalation im Nahen Osten.

Widerspruch bei Iran und Starmer

Trump verteidigte die Angriffe auf Iran und griff Keir Starmer erneut an. Martin hielt sowohl bei der Nahostpolitik als auch beim Spott über den britischen Premier dagegen.

Auftritt innenpolitisch als Erfolg gewertet

Dan Mulhall sprach von einem Treffen „ohne Blessuren“. Mehrere Medien werteten Martins Balance zwischen inhaltlichem Widerspruch und Wahrung der Beziehungen als diplomatischen Erfolg.

Irlands Taoiseach Micheál Martin hat am 17. März 2026 das Weiße Haus zum traditionellen Shamrock-Empfang am St.-Patrick’s-Day besucht und die Gelegenheit genutzt, um den von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagenen Zöllen zu widersprechen und im Nahen Osten zu Zurückhaltung aufzurufen. Der Besuch fand vor dem Hintergrund einer gemeinsamen Militärkampagne der USA und Israels gegen Iran statt, die Trump verteidigte, indem er sagte, die Bombardierung habe einen „nuklearen Holocaust“ verhindert. Martin sprach sich dagegen für das aus, was er als „Dialog, Verhandlung und Deeskalation“ bezeichnete. Trump griff bei dem Treffen zudem seinen Spott über den britischen Premierminister Keir Starmer wieder auf und erklärte erneut, dieser sei „kein Churchill“. Martin nahm Starmer daraufhin in Schutz. Der frühere irische Botschafter Dan Mulhall sagte anschließend, Martin habe das Treffen „ohne Blessuren“ überstanden.

Trump belebt die Spitze „kein Churchill“ neu, Martin verteidigt Starmer Trumps erneute Attacke auf Keir Starmer, den er zuvor bereits als „kein Winston“ bezeichnet hatte, rief während des Besuchs im Weißen Haus eine Reaktion Martins hervor. Der irische Regierungschef verteidigte den britischen Premierminister. Öffentlich bekannt geworden war der Spott über Starmer laut einem Bericht des Guardian erstmals um den 3. März 2026, als Trumps Kritik die britischen Titelseiten beherrschte. Dass Martin an diesem Punkt widersprach, wurde als Zeichen diplomatischer Sicherheit in einer Begegnung gewertet, die Beobachter als heikel beschrieben. Die New York Times berichtete, während Trump europäische Verbündete herabgesetzt habe, habe der irische Regierungschef widersprochen, wenn auch in zurückhaltender Form. Der Wortwechsel machte die breiteren Spannungen zwischen Washington und seinen traditionellen europäischen Partnern in einer Phase erhöhter internationaler Belastungen deutlich.

Früherer Botschafter: Martin bewegte sich sicher in schwieriger Runde Der frühere irische Botschafter Dan Mulhall bewertete Martins Auftritt positiv und sagte dem Sender RTE, der Taoiseach habe das Treffen „ohne Blessuren“ verlassen. Diese Einordnung legt nahe, dass Martin inhaltliche Differenzen, vor allem bei den Zöllen und beim Konflikt mit Iran, zur Sprache brachte, ohne einen öffentlichen Bruch mit Trump auszulösen. Die Irish Independent berichtete, dass der Besuch im Weißen Haus zum St. Patrick’s Day weit über seine zeremonielle Dimension hinausreiche. Der frühere Chef der American Chamber of Commerce habe ihn als deutlich mehr als einen bloßen „Fototermin“ beschrieben. Die jährliche Tradition verschafft irischen Regierungschefs einen seltenen direkten Zugang zum US-Präsidenten in einem Moment großer diplomatischer Sichtbarkeit. Dass Martin diese Gelegenheit nutzen konnte, um deutliche Botschaften zu übermitteln und zugleich die bilateralen Beziehungen zu wahren, wurde im Inland als Erfolg gewertet. Das berichtete der Standard, der darauf hinwies, dass Martin in der Heimat für seinen Auftritt im Weißen Haus gefeiert werde.

Trump greift die NATO an, während der Krieg gegen Iran Bündnisse verändert Trumps Angriffe beschränkten sich in der Zeit rund um den Besuch nicht auf einzelne europäische Regierungschefs. Wirtschafts Woche und Focus berichteten, er habe im Zusammenhang mit dem Krieg gegen Iran auch die NATO scharf angegriffen. Die gemeinsame Militärkampagne der USA und Israels gegen Iran, die am 28. Februar 2026 begann, hat die Differenzen zwischen Washington und europäischen Hauptstädten über den Einsatz militärischer Gewalt im Nahen Osten vertieft. Trumps Behauptung, die Bombardierung habe einen „nuklearen Holocaust“ verhindert, stand in direktem Gegensatz zu Martins Forderung nach diplomatischen Lösungen. Rafael Behr vom Guardian schrieb, Trump werde „über die Grenzen amerikanischer Macht belehrt“, sei aber weiterhin „ein langsamer Lerner“. Die Abweichung zwischen dem Kurs Washingtons und den europäischen Forderungen nach Deeskalation prägte das gesamte Treffen zum St. Patrick’s Day und verlieh ihm deutlich größeres politisches Gewicht, als es der zeremonielle Rahmen vermuten ließ.

Die Shamrock-Zeremonie zum St. Patrick’s Day im Weißen Haus ist eine langjährige Tradition, bei der der irische Taoiseach dem US-Präsidenten eine Schale mit Shamrocks überreicht. Sie ist einer der verlässlichsten jährlichen Berührungspunkte in den irisch-amerikanischen Beziehungen. Die Tradition verschafft irischen Regierungschefs direkten Zugang zum amtierenden US-Präsidenten in einem Moment großer öffentlicher Aufmerksamkeit. Der Besuch im März 2026 fiel in eine laufende US-israelische Militäraktion gegen Iran mit dem Namen Operation Epic Fury, die am 28. Februar 2026 begann und bei deren ersten Angriffen Irans Oberster Führer Ali Khamenei getötet wurde. Trumps Spannungen mit den europäischen NATO-Verbündeten über Lastenteilung und Außenpolitik gehören zu den wiederkehrenden Merkmalen seiner zweiten Amtszeit.

Operation Epic Fury

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