Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in London mit dem britischen Premierminister Keir Starmer und NATO-Generalsekretär Mark Rutte einen neuen britisch-ukrainischen Verteidigungspakt besiegelt. Zugleich warnte er davor, dass ein längerer Krieg im Iran Russlands Präsident Wladimir Putin nützen könne. London sicherte Kiew zu, trotz der Krise im Nahen Osten im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu bleiben.
Neues Verteidigungsbündnis in London
Selenskyj, Starmer und Rutte besiegelten am 18. März 2026 in London ein neues britisch-ukrainisches Verteidigungsbündnis mit konkreten Sicherheitszusagen zwischen Kiew und London.
Mehr als 200 Spezialisten für den Nahen Osten
Die Ukraine kündigte an, mehr als 200 Drohnenexperten und moderne Abfangsysteme zur Unterstützung von Partnern im Nahen Osten zu entsenden.
Warnung vor Aufmerksamkeitsschwund
Selenskyj sagte, ein langer Krieg im Iran nütze Putin, weil er internationale Aufmerksamkeit von der Ukraine abziehe. Starmer sicherte zu, Kiew werde nicht in den Hintergrund geraten.
Neue Pläne mit NATO-Bezug
Nach Angaben von Ziare.com wurden bei dem Treffen mit Mark Rutte auch neue Pläne für die ukrainische Verteidigung und die Drohnenoffensivstrategie erörtert.
Vertiefung einer bestehenden Partnerschaft
Das neue Bündnis baut auf einer seit Februar 2022 besonders engen sicherheitspolitischen Zusammenarbeit zwischen dem Vereinigten Königreich und der Ukraine auf.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist am 18. März 2026 in London mit dem britischen Premierminister Keir Starmer und NATO-Generalsekretär Mark Rutte zusammengekommen. Bei dem Treffen besiegelten die drei Politiker ein neues britisch-ukrainisches Verteidigungsbündnis und berieten über die strategischen Folgen des andauernden Kriegs im Nahen Osten. Das Treffen führte zu konkreten Sicherheitszusagen zwischen Kiew und London. Ukrainische Vertreter legten Einzelheiten der neu geschaffenen Partnerschaft offen. Selenskyj nutzte den Anlass zudem, um darzulegen, wie der Konflikt mit Iran aus seiner Sicht die weltweite Aufmerksamkeit verlagert und damit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nützt. Starmer versicherte, die Ukraine werde wegen der Nahostkrise nicht in den Hintergrund geraten. Selenskyj appellierte außerdem an US-Präsident Donald Trump, in ukrainerelevanten Fragen einen Konsens mit dem Vereinigten Königreich zu erreichen.
Kiew entsendet mehr als 200 Drohnenspezialisten zu Partnern im Nahen Osten Die Ukraine teilte nach Berichten von L'Opinion und Adevarul mit, sie entsende mehr als 200 (drone experts) — ukrainische Spezialisten, die zur Unterstützung von Partnern im Nahen Osten eingesetzt werden für den Bereich Drohnenabwehr sowie moderne Abfangsysteme, um ihre Verbündeten im Nahen Osten zu unterstützen. Die Spezialisten hätten den konkreten Auftrag, Shahed-Drohnen zu bekämpfen, die nach Darstellung ukrainischer Vertreter „nicht länger unbesiegbar“ seien, wie Adevarul berichtete. Die Erfahrung der Ukraine bei der Abwehr von Shahed-Angriffen auf eigenem Territorium habe dazu geführt, dass ihr Militärpersonal weltweit zu den praktisch am besten geschulten Kräften beim Abfangen dieser Waffenklasse zähle. Der Einsatz steht für einen unmittelbaren Transfer von Gefechtswissen, das über Jahre bei der Verteidigung ukrainischer Städte und Infrastruktur gegen russische Drohnenangriffe gesammelt wurde. Der Schritt signalisiert, dass Kiew sich im breiteren regionalen Konflikt als aktiver sicherheitspolitischer Akteur positionieren will und nicht nur als Empfänger westlicher Militärhilfe.
Selenskyj warnt: Ein langer Iran-Krieg lenkt den Blick von der Ukraine ab Selenskyj erklärte ausdrücklich, ein langer Krieg im Iran liege im strategischen Interesse Putins, weil dadurch die internationale Aufmerksamkeit vom Krieg in der Ukraine abgezogen werde. „For Putin, a long war in Iran is a plus” — Volodymyr Zelenskyy via HotNews.ro Starmer reagierte darauf laut Mediafax mit der Zusicherung, die Ukraine müsse trotz der konkurrierenden Anforderungen durch den Konflikt im Nahen Osten im Zentrum der internationalen Aufmerksamkeit bleiben. Der Austausch verdeutlichte eine weitergehende Sorge in Kiew, dass die Operation Epic Fury und ihre Folgen den politischen Willen und die mediale Aufmerksamkeit schwächen könnten, auf die die Ukraine angewiesen ist, um westliche Unterstützung aufrechtzuerhalten. Selenskyjs Appell an Trump, mit dem Vereinigten Königreich zu einer gemeinsamen Linie zu finden, verlieh den Gesprächen in London zusätzlich eine transatlantische Dimension. Das deutet darauf hin, dass Kiew aktiv daran arbeitet, Washington und London in der Ukraine-Politik aufeinander abgestimmt zu halten. Das Treffen mit Rutte brachte laut Ziare.com zudem neue Pläne für die ukrainische Verteidigung und ihre Drohnenoffensivstrategie hervor.
Britisch-ukrainisches Bündnis vertieft die sicherheitspolitischen Beziehungen Das neu geschaffene britisch-ukrainische Verteidigungsbündnis steht für eine formelle Vertiefung einer Sicherheitsbeziehung, die seit Beginn der russischen Vollinvasion im Februar 2022 zu den aktivsten bilateralen Partnerschaften zählt. Gazeta Prawna berichtete, Kiew habe nach dem Treffen in London Einzelheiten zur Struktur des Bündnisses bekanntgegeben. Das Bündnis führt zwei Staaten mit komplementären Stärken zusammen: die britischen Kapazitäten in Rüstungsindustrie und Nachrichtendienstinfrastruktur sowie die ukrainische Frontkampferfahrung, insbesondere im Drohnenkrieg und bei elektronischen Gegenmaßnahmen. Ruttes Anwesenheit bei den Gesprächen unterstrich die NATO-Dimension der Vereinbarung, auch wenn die Ukraine dem Bündnis formell weiter nicht angehört. Das Vereinigte Königreich gehörte nach der russischen Vollinvasion im Februar 2022 zu den ersten westlichen Staaten, die der Ukraine umfangreiche Militärhilfe leisteten. Geliefert wurden unter anderem Panzerabwehrraketen, Artilleriesysteme und weitreichende Storm-Shadow-Marschflugkörper. London war Gastgeber mehrerer hochrangiger Konferenzen zur Unterstützung der Ukraine und trat wiederholt für weitergehende westliche Militärzusagen gegenüber Kiew ein. Das Format der „Koalition der Willigen“, in dem europäische Regierungschefs über die Sicherheit der Ukraine beraten, ist seit 2025 mehrfach in der Downing Street zusammengekommen. Das Treffen in London am 18. März fand vor dem Hintergrund rasch wechselnder globaler Sicherheitslagen statt, in denen der Konflikt mit Iran, der andauernde Krieg zwischen Russland und der Ukraine sowie transatlantische Grundsatzdebatten gleichzeitig zusammenliefen.
Mentioned People
- Volodymyr Zelenskyy — prezydent Ukrainy od maja 2019 r.
- Keir Starmer — premier Wielkiej Brytanii od 2024 r. i lider Partii Pracy od 2020 r.
- Mark Rutte — 14. sekretarz generalny NATO od października 2024 r.
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych od stycznia 2025 r.
- Vladimir Putin — prezydent Rosji