Der französische Präsident Emmanuel Macron hat abfällige Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über seine Ehefrau Brigitte Macron scharf kritisiert. Während eines Staatsbesuchs in Seoul am 2. April 2026 bezeichnete Macron die Kommentare als niveaulos und sah von einer inhaltlichen Antwort ab. Hintergrund der Spannungen ist die Weigerung Frankreichs, sich militärisch am US-israelischen Konflikt gegen den Iran zu beteiligen.

Ablehnung persönlicher Angriffe

Macron bezeichnet Trumps Kommentare über seine Ehe als unangemessen und verweigert eine inhaltliche Reaktion.

Militärische Differenzen

Frankreich lehnt die Beteiligung an einer gewaltsamen Öffnung der Straße von Hormus als unrealistisch und riskant ab.

Kritik am Kommunikationsstil

Macron warnt vor der täglichen Revision diplomatischer Zusagen und fordert Stabilität innerhalb der NATO.

Verschlechterung der Beziehungen

Der Konflikt um den Militäreinsatz gegen den Iran verstärkt die bereits bestehenden transatlantischen Spannungen unter Trump.

Präsident Emmanuel Macron hat am Donnerstag, den 2. April 2026, von Seoul aus die spöttischen Bemerkungen von Donald Trump über seine Ehe als „weder elegant noch angemessen“ zurückgewiesen. Derartige Äußerungen verdienten keine inhaltliche Reaktion, so Macron weiter. Trump hatte die Kommentare am Vortag während eines privaten Mittagessens im Weißen Haus abgegeben. Dabei behauptete er, Brigitte Macron gehe mit ihrem Ehemann „extrem schlecht um“ und der französische Präsident „erhole sich noch immer von dem Schlag ins Gesicht“, den er erhalten habe. Die Aussagen wurden in einem Video festgehalten, das laut Berichten der AFP und Spiegel Online kurzzeitig auf dem offiziellen YouTube-Kanal des Weißen Hauses zu sehen war, bevor es gelöscht wurde. Trumps Ausfälle folgten auf die Absage Frankreichs, Kriegsschiffe zur Sicherung der Straße von Hormus im Rahmen des US-israelischen Krieges gegen den Iran bereitzustellen.

Trump imitiert Macrons Akzent bei Mittagessen im Weißen Haus Das kurzzeitig zirkulierende Video zeigte Trump dabei, wie er davon berichtete, Macron um Unterstützung durch die Marine im Golf gebeten zu haben und abgewiesen worden zu sein. Trump imitierte Macron dabei mit französischem Akzent und zitierte ihn: „„Nein, nein, nein, das können wir nicht machen, Donald. Wir können es tun, wenn der Krieg gewonnen ist.“” — Donald Trump via Le Monde.fr Trump verknüpfte die persönlichen Angriffe zudem mit allgemeiner Kritik an den NATO-Verbündeten und erklärte in der Aufnahme, man brauche sie nicht, habe aber dennoch gefragt. Die Attacke auf Brigitte Macron bezog sich auf ein Video aus dem Mai 2025, in dem zu sehen war, wie sie ihrem Ehemann während einer Reise nach Vietnam beide Hände ins Gesicht legte – eine Aufnahme, die in sozialen Medien weit verbreitet wurde. Macron hatte Interpretationen, die darin einen Streit sahen, bereits damals als spielerische Szene bezeichnet und als Desinformationskampagne zurückgewiesen. Der Sender N-tv berichtete, dass Trump den persönlichen Angriff auf Macrons Familie bewusst als Teil einer Kommunikationsstrategie wählte, um europäische Verbündete unter Druck zu setzen und zum Beitritt in die Militäroperation gegen den Iran zu bewegen.

Macron warnt vor Glaubwürdigkeitsverlust der NATO Am Rande seines Staatsbesuchs in Südkorea lehnte Macron einen persönlichen Streit ab, nutzte jedoch die Gelegenheit für eine deutliche Rüge an Trumps Kommunikationsstil. „„Es wird zu viel geredet und es geht zu sehr in alle Richtungen. Wir alle brauchen Stabilität, Ruhe und eine Rückkehr zum Frieden; das hier ist keine Show.“” — Emmanuel Macron via France 24 Macron warnte davor, dass tägliche Zweifel an den Verpflichtungen innerhalb der Atlantischen Allianz deren Substanz gefährden würden. Man könne nicht jeden Tag das Gegenteil dessen sagen, was man am Vortag verkündet habe. Er adressierte zudem Trumps Forderung nach einer französischen Beteiligung an einer Militäroperation zur gewaltsamen Öffnung der Straße von Hormus. Macron bezeichnete ein solches Vorhaben als „unrealistisch“ und warnte, es würde „unendlich viel Zeit in Anspruch nehmen“ und „Unmengen an Risiken“ bergen. Stattdessen forderte er Verhandlungen und einen Waffenstillstand im Nahen Osten. Er betonte, dass die eigenen Landsleute und die gesamte Bevölkerung die Leidtragenden der Kriegsfolgen seien. Der französische Präsident stellte seine Reaktion als bewussten Versuch dar, die Debatte auf eine sachliche Ebene zu heben, anstatt persönliche Spannungen mit seinem US-Amtskollegen weiter zu schüren.

Spannungen wegen des Iran-Kriegs belasten transatlantische Beziehungen Der verbale Austausch markiert einen neuen Tiefpunkt in den Beziehungen, die sich in den vergangenen Jahren stetig verschlechtert haben. N-tv berichtete, dass sich beide Staatschefs bei Treffen in Washington einst freundschaftlich begrüßten, tiefe Risse jedoch bereits in Trumps erster Amtszeit entstanden, als Macron die NATO als „hirntot“ bezeichnete und die Verlässlichkeit der USA als Partner infrage stellte. Die Beziehung wurde seither durch Streitigkeiten über Strafzölle, Grönland, die Ukraine und nun den Iran weiter belastet. Trump deutete zuletzt mehrfach einen möglichen Austritt der USA aus der NATO an. Macron reagierte darauf in Seoul mit dem Hinweis, dass Bündnisse Verlässlichkeit erfordern und Zusagen eingehalten werden müssen. Der Élysée hatte bis Donnerstag keine formelle Erklärung zu Trumps Äußerungen abgegeben – ein Schweigen, das N-tv als bewusste Strategie wertete, um den Aussagen des US-Präsidenten keine zusätzliche Bühne zu bieten. Die Episode verdeutlicht die Spannungen zwischen Washington und den europäischen Partnern über die Führung und den Umfang des US-israelischen Militäreinsatzes gegen den Iran, der am 28. Februar 2026 begann.

Frankreich und die Vereinigten Staaten unterhalten seit der Gründung der NATO im Jahr 1949 ein komplexes Bündnisverhältnis. Die Spannungen zwischen Paris und Washington flammen regelmäßig bei Fragen zur strategischen Autonomie Europas auf, wobei Frankreich historisch eine unabhängigere europäische Verteidigungsposition vertritt. Macrons Charakterisierung der NATO als „hirntot“ im Jahr 2019 löste in Washington scharfe Kritik aus. Der aktuelle Streit über den Iran stellt einen der bisher öffentlichsten und persönlichsten Konflikte zwischen amtierenden französischen und US-amerikanischen Präsidenten dar.

Mentioned People

  • Emmanuel Macron — Prezydent Francji i współksiążę Andory od 2017 roku
  • Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
  • Brigitte Macron — Francuska była nauczycielka i żona Emmanuela Macrona

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