Das Lufthansa-Bordpersonal bei der Kernmarke und bei der Regionaltochter Lufthansa CityLine hat sich mit großer Mehrheit für Streiks ausgesprochen. Die Gewerkschaft UFO sprach von einem klaren Signal der Beschäftigten; konkrete Streiktermine nannte sie zunächst nicht. Für den Konzern ist das ein weiterer Konflikt in einer Reihe von Auseinandersetzungen mit verschiedenen Beschäftigtengruppen.
Deutliche Mehrheit für Arbeitskampf
Bei der Kernmarke von Lufthansa stimmten 94 Prozent des Kabinenpersonals für Streiks, bei Lufthansa CityLine knapp 99 Prozent.
Kein Streiktermin genannt
Die UFO nannte nach der am 27. März 2026 veröffentlichten Abstimmung zunächst keine konkreten Streikdaten.
Streit um Sozialtarifvertrag bei CityLine
Bei Lufthansa CityLine geht es um die Absicherung von rund 800 Beschäftigten, während der Flugbetrieb 2027 enden soll.
Weitere Konflikte im Konzern
Erst am selben Tag schloss Lufthansa mit Verdi einen Tarifvertrag für rund 20.000 Bodenbeschäftigte ab.
Das Bordpersonal bei der Kernmarke von Lufthansa und bei der Regionaltochter Lufthansa CityLine hat sich am Freitag mit großer Mehrheit für Streiks ausgesprochen. Die UFO-Gewerkschaft teilte mit, rund 94 Prozent des Kabinenpersonals bei der Kernmarke von Lufthansa und knapp 99 Prozent der Beschäftigten bei CityLine hätten für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt. Konkrete Streiktermine nannte die Gewerkschaft nach der am 27. März 2026 veröffentlichten Abstimmung zunächst nicht. Das Ergebnis steht für eine deutliche Verschärfung der Arbeitskonflikte beim größten deutschen Luftfahrtkonzern, der parallel mit mehreren Beschäftigtengruppen verhandelt. Am selben Tag schloss Lufthansa außerdem einen gesonderten Tarifvertrag mit der Verdi-Gewerkschaft für rund 20.000 Bodenbeschäftigte ab und verhinderte damit einen Streik in diesem Bereich.
Lufthansa Kernmarke: 94, Lufthansa CityLine: 99
UFO-Vizechefin spricht von einem „klaren Signal“ der Beschäftigten UFO-Vizechefin Sara Grubisic wertete das Abstimmungsergebnis als eindeutige Botschaft des Kabinenpersonals. „Die Kolleginnen und Kollegen haben ein klares Signal gesendet: Sie sind bereit, sich bei Lufthansa für ihre Arbeitsbedingungen und bei Lufthansa CityLine für ihre soziale Absicherung einzusetzen - und diesen Weg auch konsequent weiterzugehen.” — Sara Grubisic via ZEIT ONLINE Die Gewerkschaft hatte bereits vor der formalen Urabstimmung Warnstreiks bei beiden Unternehmen organisiert. Bei der Kernmarke geht es in dem Konflikt um festgefahrene Verhandlungen über einen Rahmentarifvertrag. Bei CityLine ist die Lage zugespitzter: Das Unternehmen verweigert nach Gewerkschaftsangaben Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag, der die Lebensperspektiven von etwa 800 Beschäftigten absichern soll. Die Lufthansa-Konzernleitung hat bestätigt, dass der Flugbetrieb von CityLine 2027 enden soll. An die Stelle der Tochter soll eine neue Fluggesellschaft mit dem ähnlichen Namen Lufthansa City Airlines treten.
Das Aus von CityLine rückt näher, 800 Jobs stehen auf dem Spiel Der geplante Rückzug von Lufthansa CityLine hat den Sozialtarifvertrag zu einer zentralen Forderung des Kabinenpersonals gemacht, das mit einer ungewissen Zukunft konfrontiert ist, wenn die Tochtergesellschaft schrittweise abgewickelt wird. UFO argumentiert, die Weigerung des Unternehmens, über einen solchen Vertrag zu verhandeln, lasse rund 800 Beschäftigte ohne ausreichende Absicherung für den Übergang zurück. Die Nachfolgegesellschaft Lufthansa City Airlines trägt zwar einen ähnlichen Namen, ist aber organisatorisch etwas anderes. Das nahezu einstimmige Streikvotum von 99 Prozent bei CityLine spiegelt nach Angaben der Gewerkschaft die besondere Dringlichkeit wider, mit der die Beschäftigten auf das Ende des Betriebs ihres Arbeitgebers reagieren. Die Haltung der Geschäftsführung, wonach ein Sozialtarifvertrag nicht notwendig sei, sei nach Einschätzung der Gewerkschaft das zentrale Hindernis für Fortschritte in den Gesprächen.
Pilotenausstände hatten bereits Anfang 2026 Hunderte Flüge beeinträchtigt Die Abstimmung des Bordpersonals eröffnet einen weiteren Konfliktstrang in einer seit Längerem andauernden Phase von Arbeitskämpfen im Lufthansa-Konzern. Bereits Anfang 2026 wurden Hunderte Flüge gestrichen, nachdem Piloten der Vereinigung Cockpit im Streit um die betriebliche Altersversorgung die Arbeit niedergelegt hatten. Zehntausende Passagiere waren davon betroffen. Auch Piloten der Lufthansa-Tochtergesellschaften Eurowings und Lufthansa CityLine stimmten in diesem Zeitraum in getrennten Urabstimmungen für Streiks. Nach zwei Streikwellen der Piloten drohten in diesem Konflikt zunächst keine weiteren konkreten Arbeitsniederlegungen; zugleich brachte ein Vorschlag von Lufthansa, mit der Vereinigung Cockpit Gespräche aufzunehmen, etwas Bewegung in die Verhandlungen. Der am 27. März geschlossene Verdi-Tarifvertrag für das Bodenpersonal entschärfte einen akuten Streitpunkt, ließ die Konflikte mit Kabinenpersonal und Piloten aber offen. Mit dem neuen Streikmandat der UFO für die Kernmarke und CityLine muss Lufthansa in den kommenden Wochen mit weiteren Beeinträchtigungen rechnen.
Lufthansa hat in den vergangenen Jahren immer wieder mit Arbeitskämpfen in verschiedenen Beschäftigtengruppen zu tun gehabt. Die UFO-Gewerkschaft hatte bereits vor der Abstimmung im März 2026 Warnstreiks bei Lufthansa und Lufthansa CityLine organisiert. Der Pilotenkonflikt Anfang 2026 betraf die Vereinigung Cockpit und drehte sich um Regelungen zur betrieblichen Altersversorgung; mehrere Streikwellen führten dazu, dass Hunderte Flüge gestrichen wurden. Lufthansa CityLine mit Sitz in München war innerhalb des Lufthansa-Konzerns als Zubringerfluggesellschaft tätig und führte Regionalflüge unter der Marke Lufthansa durch.
Mentioned People
- Sara Grubisic — Wiceprzewodnicząca Niezależnej Organizacji Personelu Pokładowego (UFO)
Sources: 4 articles
- Lufthansa flight attendants back strike action in vote (Reuters)
- Luftfahrt: Kabinenpersonal bei Lufthansa stimmt in Urabstimmung für Streik (Handelsblatt)
- Nächster Tarifkonflikt: Flugbegleiter stimmen für Streiks bei der Lufthansa (Handelsblatt)
- Flugbegleiter stimmen für Streiks bei der Lufthansa - WELT (DIE WELT)
- Nächster Tarifkonflikt: Flugbegleiter stimmen für Streiks bei der Lufthansa (ZEIT ONLINE)
- Flugbegleiter stimmen für Streiks bei der Lufthansa (stern.de)