Zehntausende Menschen sind am Samstag in Washington D.C. über die Memorial Bridge in Richtung Lincoln Memorial gezogen. Die dritte landesweite „No Kings“-Mobilisierung gegen die Regierung von Donald Trump fand in allen 50 Bundesstaaten statt und richtete sich gegen eine ganze Reihe politischer Entscheidungen der Regierung. Organisatoren sprachen von rund neun Millionen Teilnehmern bei mehr als 3.000 registrierten Kundgebungen; unabhängig bestätigt waren diese Angaben zunächst nicht.
Große Proteste in allen 50 Bundesstaaten
Die dritte „No Kings“-Mobilisierung gegen Donald Trump erreichte landesweit zahlreiche Städte und Plätze. Die Organisatoren sprachen von rund neun Millionen Teilnehmern, unabhängig bestätigt waren die Zahlen nicht.
Schwerpunkte in Washington und St. Paul
In Washington D.C. richtete sich der Protest gegen Trump, Stephen Miller und das Weiße Haus. In St. Paul traten unter anderem Bruce Springsteen, Joan Baez, Jane Fonda und Bernie Sanders auf.
Solidarität auch in Europa
Neben Kundgebungen in Amsterdam, Madrid und Rom gab es auch in Hamburg, München, Frankfurt am Main, Düsseldorf und Berlin Proteste gegen Trumps Politik.
Zehntausende Demonstrierende marschierten am Samstag in Washington D.C. über die Memorial Bridge in Richtung Lincoln Memorial, während die dritte landesweite „No Kings“-Protestwelle gegen die Regierung von Präsident Donald Trump alle 50 Bundesstaaten erfasste. Die Organisatoren, ein Bündnis verschiedener zivilgesellschaftlicher Gruppen, rechneten mit etwa neun Millionen Teilnehmern bei mehr als 3.000 angemeldeten Kundgebungen und beschrieben die Mobilisierung als eine der größten in der Geschichte des Landes, auch wenn die Angaben nicht unabhängig überprüft waren. Auf den Schildern der Protestierenden stand „We are losing our democracy“ und „Fight fascism“, in Washington war in Sprechchören von „fascists in the White House“ die Rede. Die Proteste richteten sich gegen ein breites Spektrum von Anliegen, darunter der andauernde Krieg in Iran, Maßnahmen der föderalen Einwanderungsbehörden, steigende Lebenshaltungskosten und die mögliche Schließung des Kennedy Center in Washington. Das Weiße Haus wies die Veranstaltungen im Vorfeld zurück; eine Sprecherin bezeichnete sie als Zusammenkunft einer kleinen Gruppe, die von linken Netzwerken unterstützt werde und in der Bevölkerung keine breite Unterstützung habe. Die Protestbewegung „No Kings“ entstand nach Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit im Januar 2025. Die Demonstrationen am Samstag markierten den dritten landesweiten Aktionstag unter diesem Motto; zuvor hatte es im Juni und im Oktober des Vorjahres bereits große Mobilisierungen gegeben, an denen jeweils Millionen Menschen teilnahmen. Die Proteste spiegeln die anhaltende Ablehnung von Trumps Regierungsstil per Verordnung, seiner Haltung zur Einwanderungsdurchsetzung und seiner Außenpolitik wider, darunter auch des Konflikts mit Iran, der im Februar 2026 begann. Rally in St. Paul mit Springsteen, Sanders und bis zu 100.000 MenschenDas zentrale Ereignis des landesweiten Protesttags fand in St. Paul im Bundesstaat Minnesota statt, wo bis zu 100.000 Teilnehmer erwartet wurden. Zu der Kundgebung kamen prominente Namen aus Kultur und Politik, darunter der Musiker Bruce Springsteen, die Sängerin Joan Baez, die Schauspielerin Jane Fonda und der unabhängige Senator Bernie Sanders. Springsteen spielte ein neues Lied mit dem Titel „Streets of Minneapolis“, das er als Reaktion auf den Tod zweier Staatsbürger schrieb, die bei Schüssen von Bundesbeamten im Rahmen von Einwanderungseinsätzen in der Region getötet worden waren. Diese Einsätze hatten bereits vor Samstag wochenlange lokale Proteste in Minnesota ausgelöst. Der Veranstaltungsort in St. Paul wurde auch deshalb als symbolischer Mittelpunkt des Tages gewählt, weil die Region die Folgen verschärfter föderaler Einwanderungsmaßnahmen unmittelbar erlebt hat. Die Organisatoren verwiesen darauf, dass ein erheblicher Teil der Anmeldungen aus konservativen ländlichen Regionen und Vororten gekommen sei, nicht nur aus traditionellen Hochburgen der Demokraten. Das deute darauf hin, dass die Reichweite der Bewegung größer sei als ihre erwartete Stammklientel. „Trump will über uns herrschen wie ein Tyrann. Aber das ist Amerika, und die Macht liegt beim Volk - nicht bei Möchtegern-Königen oder ihren Milliardärsfreunden” — Protest organizers via tagesschau.de Figur von Miller und Schilder zum Kennedy Center prägen ProtestbilderIn Washington D.C. richteten Demonstrierende ihre Wut vor allem gegen Stephen Miller, den stellvertretenden Stabschef des Weißen Hauses für Politik. Eine Pappfigur von ihm trug ein Namensschild mit der Aufschrift „Adolf“, ein Verweis auf Adolf Hitler. Andere Protestierende hielten Schilder hoch, auf denen Trumps Absetzung und Festnahme gefordert wurden. Eine Demonstrantin sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa, sie gehe auch auf die Straße, um Menschen in Deutschland ein Signal zu senden, dass es innerhalb der Vereinigten Staaten Widerstand gegen die Trump-Regierung gebe. Sie verwies dabei auf Sorgen über Trumps Pläne für eine vorübergehende Schließung des Kennedy Center. Kritiker warfen Trump außerdem vor, demokratische Grundsätze wie Meinungsfreiheit, Bürgerrechte und das Wahlrecht zu untergraben. Sie verurteilten auch seinen Einsatz von Dekreten und des Justizsystems gegen politische Gegner. Hamburg: gemeldet, aber ohne genaue Zahl, München: 600, Frankfurt am Main: 120, Berlin: mehrere hundert, Düsseldorf: gemeldet, aber ohne genaue Zahl Internationale Solidaritätskundgebungen reichen von Rom bis AmsterdamDie Anti-Trump-Demonstrationen blieben nicht auf die Grenzen der Vereinigten Staaten beschränkt. Solidaritätskundgebungen gab es in Amsterdam, Madrid und Rom sowie in mehreren deutschen Städten, darunter Hamburg, München, Frankfurt am Main, Düsseldorf und Berlin. In München zählte die Polizei bis zu 600 Menschen auf dem Odeonsplatz. In Frankfurt versammelten sich nach Angaben von dpa rund 120 Teilnehmer. In Berlin trugen mehrere hundert Demonstrierende Plakate, auf denen Trump Angriffe auf die Demokratie vorgeworfen wurden. Sie kritisierten außerdem die Behörde Immigration and Customs Enforcement und forderten die vollständige Veröffentlichung der Unterlagen zum Fall Jeffrey Epstein. Die internationale Dimension der Proteste machte deutlich, wie stark Trumps Politik in seiner zweiten Amtszeit auch außerhalb der Vereinigten Staaten auf Ablehnung stößt, besonders in Westeuropa. Die Organisatoren werteten den Tag als historisches Zeichen zivilen Widerstands, eine unabhängige Überprüfung der Gesamtzahl der Teilnehmer lag zum Zeitpunkt der Berichterstattung jedoch nicht vor.
Mentioned People
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
- Stephen Miller — zastępca szefa personelu Białego Domu ds. polityki i doradca ds. bezpieczeństwa wewnętrznego od 2025 roku
- Bernie Sanders — senator Stanów Zjednoczonych z Vermont
- Bruce Springsteen — amerykański muzyk i zwolennik protestu
- Joan Baez — amerykańska piosenkarka i aktywistka
- Jane Fonda — amerykańska aktorka i aktywistka
Sources: 14 articles
- USA: Landesweite "No Kings"-Proteste gegen Trump - auch in Deutschland wird demonstriert - WELT (DIE WELT)
- "Faschisten im Weissen Haus" - Die US-Bevölkerung hat genug: Landesweite "No Kings"-Demos (SRF News)
- Millionen-Proteste gegen Trump: "Faschisten im Weißen Haus" (RP Online)
- USA: "Faschisten im Weißen Haus" - Große US-Proteste gegen Trump (Handelsblatt)
- "Faschisten im Weißen Haus" - Große US-Proteste gegen Trump - WELT (DIE WELT)
- "No Kings": Zehntausende protestieren gegen US-Präsident Donald Trump (ZEIT ONLINE)
- Landesweite Proteste gegen Trump in den USA (SRF News)
- "No Kings": Millionen protestieren landesweit gegen Trumps Regierungspolitik (Neue Zürcher Zeitung)
- "No Kings"-Motto: Erneut Demonstrationen gegen Trump in den USA (tagesschau.de)
- "No Kings"-Proteste: Zehntausende ziehen gegen Trumps-Politik durch die Straßen der USA (N-tv)