Die kolumbianische Regierung hat die Genehmigung erteilt, bis zu 80 Flusspferde zu töten, die von Tieren aus dem Privatzoo des Drogenbarons Pablo Escobar abstammen. Das Programm soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen, um eine drohende ökologische Krise am Magdalena-Fluss abzuwenden.

Beginn der Keulung 2026

Die kolumbianische Umweltbehörde plant ab der zweiten Jahreshälfte 2026 die Euthanasie von bis zu 80 invasiven Flusspferden.

Hohe Kosten und begrenzte Optionen

Das Budget beträgt 7,2 Milliarden Pesos; Versuche zur Umsiedlung oder Sterilisation scheiterten bisher an Kosten und mangelndem Interesse des Auslands.

Ökologische Bedrohung

Ohne Maßnahmen könnte der Bestand der von Pablo Escobar eingeführten Tiere bis 2035 auf 1.000 Individuen anwachsen.

Die Regierung Kolumbiens hat einen Plan zur gezielten Keulung von bis zu 80 Flusspferden genehmigt, die von Tieren abstammen, welche einst durch den Drogenbaron Pablo Escobar eingeführt wurden. Das Programm soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 anlaufen. Irene Vélez, Direktorin der kolumbianischen Nationalen Umweltbehörde, gab die Entscheidung am Montag, den 13. April, bekannt. Sie bezeichnete den Schritt als notwendig, nachdem alternative Lösungsansätze über Jahre gescheitert waren. Die aktuelle Population der wildlebenden Flusspferde wird auf 170 bis 200 Tiere geschätzt. Alle stammen von vier Exemplaren ab, die Escobar in den 1980er Jahren ins Land brachte. Ohne Eingreifen könnte deren Zahl bis 2035 auf 1.000 ansteigen, warnte Vélez.

„Wir müssen handeln, um die Flusspferdpopulation zu reduzieren. Diese Maßnahmen sind unerlässlich, um unsere Ökosysteme und heimischen Arten zu schützen.” — Irene Vélez via Reuters

Das Problem der Flusspferde in Kolumbien geht direkt auf Pablo Escobar zurück, den 1993 getöteten Anführer des Medellín-Kartells. Escobar errichtete auf der Hacienda Nápoles, einem Anwesen im Tal des Magdalena-Flusses, einen privaten Zoo und importierte in den 1980er Jahren illegal vier Flusspferde – ein Männchen und drei Weibchen – aus Afrika. Nach Escobars Tod beschlagnahmte der kolumbianische Staat das Anwesen. Da der Transport der Tiere als zu gefährlich eingestuft wurde, blieben sie zurück. Sie entkamen in die umliegenden Feuchtgebiete und begannen, sich in Ermangelung natürlicher Feinde ungehindert zu vermehren. Im Jahr 2022 stufte die kolumbianische Regierung die Tiere offiziell als invasive exotische Art ein.

Kolumbiens Flusspferd-Problem: Wichtige Meilensteine: — ; — ; — ; —

Budget festgelegt: Zwei Euthanasiemethoden für 2026 bewilligtDer genehmigte Managementplan sieht ein Budget von 7.2 (Milliarden Kolumbianische Pesos) — Gesamtbudget für das Programm zur Bestandskontrolle vor, was etwa 1,98 Millionen US-Dollar entspricht. Wie die Deutsche Welle berichtet, werden die Behörden zwei Methoden anwenden – eine physische und eine chemische. Beide Verfahren beginnen mit dem Einfangen und der Sedierung des Tieres, bevor von Experten zugelassene Medikamente verabreicht werden. Laut BBC wird erwartet, dass jede einzelne Euthanasie etwa 50 Millionen Kolumbianische Pesos kosten wird. Die 80 Tiere der ersten Phase sollen primär von der Hacienda Nápoles und der Isla del Silencio am Magdalena-Fluss stammen, wo die größte Konzentration der Tiere vorliegt. Die Deutsche Welle merkte an, dass Interventionen in der Nähe von Städten, in denen Tiere gesichtet wurden, nicht ausgeschlossen sind. Vélez erklärte, man wolle die Population um mindestens 33 Tiere pro Jahr reduzieren. Der Plan sieht offiziell auch die Umsiedlung als Option vor, doch bisher gab es von keinem der acht kontaktierten Länder, darunter Indien, Mexiko, die Philippinen, Ecuador, Peru und Südafrika, eine positive Rückmeldung.

Indien: 1, Mexiko: 1, Philippinen: 1, Ecuador: 1, Peru: 1, Südafrika: 1

Gendefekte und gescheiterte Sterilisationsversuche ließen kaum OptionenÜber die letzten 12 Jahre versuchte Kolumbien unter drei verschiedenen Regierungen, die Population primär durch Sterilisation zu kontrollieren. Diese Bemühungen blieben jedoch aufgrund der hohen Kosten und der Schwierigkeit, die zwischen 1.300 und 3.500 Kilogramm schweren Tiere einzufangen, begrenzt. Eine Rückführung nach Afrika wurde ausgeschlossen, da die kolumbianische Population aus einem sehr kleinen Genpool stammt und Krankheiten einschleppen könnte. Vélez beschrieb die Tiere als Opfer „genetischer Armut“ durch Inzucht; bei einigen Exemplaren seien bereits sichtbare genetische Schäden vorhanden – ein Faktor, der auch die Bereitschaft ausländischer Zoos zur Aufnahme senkte. Die Tiere haben sich weit über Escobars Anwesen hinaus verbreitet, einige wurden mehr als 100 Kilometer nördlich gesichtet. Umweltbehörden warnen, dass die Tiere Wasserwege verunreinigen, heimische Arten wie Rundschwanzseekühe und Flussschildkröten verdrängen und eine Gefahr für Fischer und Bauern am Magdalena-Fluss darstellen.

„Wenn wir das nicht tun, werden wir die Population nicht kontrollieren können. Wir müssen diese Maßnahme ergreifen, um unsere Ökosysteme zu bewahren.” — Irene Vélez via AP

Senatorin kritisiert Plan als grausamDie Ankündigung stieß bei Tierschützern auf sofortige Kritik. Senatorin Andrea Padilla Villarraga von der Partei Alianza Verde bezeichnete den Plan als „grausam“ und warf den Behörden vor, echte Lösungen zu vermeiden.

„Tötungen und Massaker werden niemals akzeptabel sein. Dies sind gesunde Tiere, die Opfer der Nachlässigkeit staatlicher Institutionen wurden.” — Andrea Padilla via adevarul.ro

Die Debatte wird durch die wirtschaftliche Bedeutung der Tiere erschwert. Trotz der ökologischen Risiken sind sie zu einer Touristenattraktion geworden; Anwohner bieten Touren zur Beobachtung an und verkaufen Merchandising. Auch die Hacienda Nápoles, heute ein staatlicher Park, bewirbt die Flusspferde als Hauptattraktion. Diese Doppelrolle als invasive Bedrohung und Wirtschaftsfaktor macht die Diskussion in Kolumbien besonders spannungsgeladen. Vélez betonte, die Entscheidung basiere auf Expertenempfehlungen und werde nach einem strengen technischen Protokoll durchgeführt, das einen „ethischen und verantwortungsvollen“ Prozess sicherstellen soll.

2022: 170, 2030: 500, 2035: 1000

Mentioned People

  • Irene Vélez Torres — Dyrektor kolumbijskiej Krajowej Agencji Środowiska
  • Pablo Escobar — Nieżyjący kolumbijski baron narkotykowy i założyciel zoo w Hacienda Nápoles
  • Andrea Padilla Villarraga — Senator Republiki Kolumbii i aktywistka na rzecz praw zwierząt

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