Die versicherten Sturmschäden an Fahrzeugen sind in Deutschland im Jahr 2025 um fast 50 Prozent zurückgegangen. Insgesamt zahlten die Versicherer rund 650 Millionen Euro für etwa 190.000 Schadensfälle, nachdem im Vorjahr noch 1,2 Milliarden Euro angefallen waren.

Massiver Rückgang

Die versicherten Kfz-Sturmschäden sanken bundesweit von 1,2 Milliarden Euro (2024) auf 650 Millionen Euro im Jahr 2025.

Regionale Unterschiede

Während Baden-Württemberg eine starke Entlastung erlebte, stiegen die Schadensummen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen entgegen dem Trend an.

Warnung vor Extremwetter

Trotz der aktuellen Zahlen warnt der GDV vor langfristig steigenden Risiken durch häufigere Extremwetterereignisse.

Die versicherten Sturmschäden an Fahrzeugen in Deutschland sind im Jahr 2025 um fast die Hälfte zurückgegangen. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft zahlten die Versicherer rund 650 Millionen Euro für etwa 190.000 Ansprüche aus, verglichen mit 1,2 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Rückgang ist auf ein vergleichsweise mildes Unwetterjahr in weiten Teilen des Landes zurückzuführen, wobei der Verband davor warnte, diese Entwicklung als dauerhafte Entlastung zu interpretieren. Die Zahlen umfassen Schäden durch Sturm, Hagel und Blitz an teil- oder vollkaskoversicherten Fahrzeugen sowie Schäden durch Überschwemmungen. Nicht versicherte Fahrzeuge sind in der Statistik nicht enthalten, weshalb der tatsächliche Gesamtschaden in Deutschland wahrscheinlich höher ausfiel. 650 (Millionen Euro) — bundesweite versicherte Kfz-Sturmschäden im Jahr 2025 Sturm- und Hagelschäden an Fahrzeugen in Deutschland schwanken von Jahr zu Jahr stark, abhängig von der Intensität der sommerlichen Unwettersaison. Im Jahr 2022 beliefen sich die bundesweiten versicherten Kfz-Sturmschäden auf 0,9 Milliarden Euro. Bis 2023 stieg dieser Wert auf rund 2 Milliarden Euro an, primär getrieben durch schwere Sommerunwetter, wobei allein auf Bayern mehr als die Hälfte der damaligen Schadensumme entfiel. Der Wert von 1,2 Milliarden Euro im Jahr 2024 stellte einen teilweisen Rückgang von diesem Höchststand dar, bevor 2025 die weitere Abnahme verzeichnet wurde. Bundesweite versicherte Kfz-Sturmschäden: Gesamtauszahlung (before: 1,2 Milliarden Euro (2024), after: 650 Millionen Euro (2025)); Anzahl der Schadensmeldungen (before: ca. 465.000 (Spitzenwert 2023), after: ca. 190.000 (2025))

Baden-Württemberg verzeichnet landesweit stärksten Rückgang Der deutlichste regionale Rückgang zeigte sich in Baden-Württemberg. Dort sanken die versicherten Kfz-Sturmschäden von 530 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 148 Millionen Euro im Jahr 2025. Diese Entwicklung verdeutlicht, wie stark die Zahlen eines einzelnen Bundeslandes durch ein oder zwei schwere Unwetterereignisse in einem Jahr beeinflusst werden können. Auch die meisten anderen Länder verzeichneten Rückgänge, darunter Sachsen, wo die Schadensumme von 32 Millionen Euro bei etwa 10.000 betroffenen Fahrzeugen (2024) auf 23 Millionen Euro bei rund 6.000 Fahrzeugen (2025) sank. In Sachsen-Anhalt reduzierten sich die Schäden um mehr als die Hälfte: von 12 Millionen Euro und etwa 3.000 betroffenen Pkw im Vorjahr auf 5 Millionen Euro und circa 1.500 Fahrzeuge im Jahr 2025. Ein ähnlich deutlicher Rückgang war in Schleswig-Holstein zu beobachten, wo die versicherten Schäden von 12 Millionen Euro auf rund 5 Millionen Euro fielen und die Zahl der Meldungen von etwa 4.500 auf circa 2.000 zurückging. Rheinland-Pfalz verzeichnete einen moderateren Rückgang von 18 Millionen Euro (6.500 Fahrzeuge) auf 16 Millionen Euro (5.000 Fahrzeuge). Das Saarland wies die niedrigsten Absolutwerte unter den gemeldeten Ländern auf; hier fielen die Schäden von 5 Millionen Euro bei 1.500 Fahrzeugen auf 3 Millionen Euro bei circa 1.000 Fahrzeugen. Baden-Württemberg 2025: 148, Baden-Württemberg 2024: 530, Nordrhein-Westfalen 2025: 200, Sachsen 2025: 23, Sachsen 2024: 32, Rheinland-Pfalz 2025: 16, Rheinland-Pfalz 2024: 18, Sachsen-Anhalt 2025: 5, Sachsen-Anhalt 2024: 12, Schleswig-Holstein 2025: 5, Schleswig-Holstein 2024: 12, Saarland 2025: 3, Saarland 2024: 5

Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gegen den Bundestrend Während in den meisten Bundesländern die Schadenzahlen sanken, entwickelten sich Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen entgegen diesem Trend. In beiden Ländern stiegen die Schäden im Vergleich zu 2024 an. Nordrhein-Westfalen verzeichnete 2025 versicherte Kfz-Sturmschäden in Höhe von 200 Millionen Euro und war damit das am stärksten betroffene Bundesland bezüglich der Gesamtkosten. Der GDV nannte für Nordrhein-Westfalen keinen spezifischen Vergleichswert für 2024, bestätigte jedoch den Anstieg entgegen dem Bundestrend. In Niedersachsen gab es ebenfalls eine Zunahme, wobei detaillierte Zahlen in den veröffentlichten Berichten fehlten. Die Abweichungen unterstreichen die lokale Begrenztheit von Sturmschäden, die sich oft durch ein einzelnes Ereignis auf eine Region konzentrieren können. Unter den ostdeutschen Ländern verzeichneten Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern mit rund 5 Millionen Euro beziehungsweise 3 Millionen Euro die geringsten Schadenssummen, während Thüringen 11 Millionen Euro und Brandenburg 9 Millionen Euro erreichte.

Durchschnittliche Entschädigungen variieren regional stark Trotz des allgemeinen Rückgangs der Gesamtschäden schwankte die durchschnittliche Auszahlung pro Schadensfall im Jahr 2025 zwischen den Bundesländern erheblich. Dies spiegelt eher die Intensität der einzelnen Unwetter wider als deren Häufigkeit. Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV, wies darauf hin, dass Sachsen mit 3.700 Euro pro Schadensfall den höchsten Durchschnittswert der gemeldeten Länder aufwies, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 3.200 Euro, Rheinland-Pfalz mit 3.100 Euro und dem Saarland mit 2.900 Euro. In Rheinland-Pfalz stiegen die Durchschnittskosten pro Fall sogar um 300 Euro gegenüber 2024, obwohl die Gesamtzahl der beschädigten Fahrzeuge sank. Asmussen warnte vor Nachlässigkeit und betonte, dass ein einzelnes schweres Unwetter die Bilanz eines ganzen Jahres innerhalb weniger Stunden zunichtemachen könne. „„Ein ruhigeres Jahr bedeutet keine Entwarnung. Einzelne Unwetter können binnen weniger Stunden gewaltige Schäden anrichten.“” — Jörg Asmussen via N-tv Der GDV wies zudem auf strukturelle Risiken hin, die über jährliche Wetterschwankungen hinausgehen: Langfristig wird mit einer Zunahme von Naturgefahren gerechnet, bedingt durch häufigere Extremwetterereignisse sowie eine steigende Fahrzeuganzahl und dichtere Bebauung. Der Verband riet Fahrzeughaltern im Schadensfall zu einer zügigen Meldung, der fotografischen Dokumentation und sofortigen Maßnahmen zur Schadensminderung, wie etwa dem Abdichten gegen Wassereintritt. Die in den GDV-Daten erfasste Kaskoversicherung berücksichtigt nur Fahrzeuge mit entsprechendem Schutz, weshalb ein Teil der Sturmschäden in Deutschland statistisch nicht erfasst wurde.

Mentioned People

  • Jörg Asmussen — Dyrektor zarządzający i członek zarządu Niemieckiego Związku Ubezpieczycieli (GDV) od października 2020 roku
  • Norbert Rollinger — Prezydent Niemieckiego Związku Ubezpieczycieli (GDV) od 2021 roku

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