Afghanische Behörden werfen Pakistan vor, am 17. März 2026 ein medizinisches Zentrum in Kabul bombardiert zu haben. Demnach wurden etwa 400 Menschen getötet. Islamabad bestreitet einen Angriff auf das Krankenhaus, räumt jedoch Luftschläge gegen Taliban-Ziele in Afghanistan ein. International wurden rasch Forderungen laut, die Eskalation zu beenden und Zivilisten zu schützen.

Erstmaliger Drohnenanschlag auf Islamabad

Das afghanische Taliban-Regime setzte zum ersten Mal Drohnen gegen die pakistanische Hauptstadt ein und tötete dabei 14 Soldaten und verletzte 11 weitere.

Pakistanische Vergeltungsmassnahmen

Pakistan reagierte mit Luftangriffen auf einen Taliban-Stützpunkt in Kabul, der als Drohnenlager identifiziert wurde, und gab an, mehrere Taliban-Drohnen abgeschossen zu haben.

Erklärung zur "roten Linie"

Präsident Asif Ali Zardari erklärte, dass die Taliban mit dem Anschlag eine "rote Linie" überschritten haben, was eine Schwellenüberschreitung im Konflikt signalisiert.

Eskalationsmuster seit Februar

Der aktuelle Konflikt folgt einem Muster von Grenzkonflikten und Luftangriffen, das bereits Ende Februar 2026 begann, als die Taliban bereits Drohnenanschläge gegen pakistanische Ziele durchführten.

Humanitäre Auswirkungen

Nach Medienberichten sind zehntausende Kinder aufgrund der Feindseligkeiten geflohen, und beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, Zivilisten angegriffen zu haben.

Afghanische Behörden haben berichtet, dass ein pakistanischer Luftangriff am 17. März 2026 ein medizinisches Zentrum in Kabul getroffen habe und dabei ungefähr 400 Menschen getötet worden seien. Nach Darstellung der Behörden handelte es sich um eine erhebliche Eskalation im Verhältnis zwischen Pakistan und der von den Taliban geführten Regierung Afghanistans. Ziel des Angriffs sei ein Krankenhaus gewesen, teilten afghanische Stellen mit. Damit wäre es einer der tödlichsten Einzelvorfälle in den seit Langem andauernden Spannungen zwischen den beiden Nachbarstaaten. Pakistan bestritt die Verantwortung für den konkreten Angriff auf die medizinische Einrichtung, während Islamabad zugleich einräumte, Luftangriffe gegen Taliban-Ziele in Afghanistan geflogen zu haben. Aus dem Ausland kamen rasch Appelle, die Eskalation zu beenden und Zivilisten in Kabul zu schützen. Mit einer gemeldeten Zahl von rund 400 Todesopfern zählt der Vorfall zu den folgenschwersten Angriffen auf zivile Infrastruktur in der Region in jüngerer Zeit. Pakistan räumt Angriffe auf Taliban ein und bestreitet Treffer auf KrankenhausDie pakistanische Darstellung unterscheidet deutlich zwischen den eingeräumten Militäroperationen und dem konkreten Vorwurf, ein Krankenhaus getroffen zu haben. Islamabad bestätigte, Angriffe auf Taliban-Ziele innerhalb Afghanistans durchgeführt zu haben. Pakistan begründete die Einsätze damit, Anschläge verhindern zu wollen, die von afghanischem Boden ausgingen. Pakistanische Vertreter bestritten jedoch, dass ein Angriff das von afghanischen Behörden beschriebene medizinische Zentrum in Kabul getroffen habe. Damit stehen sich die beiden Regierungen in der Darstellung des Vorfalls unmittelbar gegenüber. Feldmarschall Asim Munir, der zugleich als pakistanischer Chief of Defence Forces und als Chief of Army Staff dient, wurde als zentrale Figur der pakistanischen Militärpolitik gegenüber Afghanistan genannt. Der Guardian berichtete, Pakistan hoffe, die hohen Kosten seiner Luftangriffe auf Taliban-Ziele würden weitere grenzüberschreitende terroristische Aktivitäten abschrecken. Ein Verhältnis, das sich vom Förderer zum Gegner wandeltePakistan gehörte historisch zu den wichtigsten Unterstützern der Taliban während ihres Aufstiegs zur Macht und befürwortete auch ihre Rückkehr an die Regierung in Afghanistan nach dem Abzug der von den Vereinigten Staaten geführten Streitkräfte im Jahr 2021. In den folgenden Jahren verschlechterten sich die Beziehungen zwischen Islamabad und den Taliban deutlich. Ein wesentlicher Grund dafür waren grenzüberschreitende Angriffe, die militanten Gruppen zugeschrieben wurden, die von afghanischem Gebiet aus operierten. Reuters beschrieb den Wandel im bilateralen Verhältnis als Entwicklung vom „Förderer zum Gegner“ und verwies damit auf die Tiefe des Bruchs zwischen den beiden Regierungen. Taliban-Oberhaupt Mullah Hibatullah Akhundzada, der die Bewegung seit 2016 führt, steht einer Regierung vor, der Islamabad inzwischen vorwirft, Gruppen Schutz zu gewähren, die für Anschläge in Pakistan verantwortlich seien. Der von Reuters am 17. März veröffentlichte Hintergrundbericht benannte die strukturellen Ursachen für diese Verschlechterung und verwies auf den grenzüberschreitenden Terrorismus als zentralen Grund für Pakistans Entscheidung, Angriffe innerhalb Afghanistans zu fliegen. Die Taliban-Regierung unter dem Oberhaupt Mullah Hibatullah Akhundzada weist die pakistanischen Vorwürfe seit Längerem zurück, sie dulde militante Gruppen, die von afghanischem Boden aus Pakistan angreifen. Dass nun Kabul und damit die Hauptstadt betroffen sei und nicht ein abgelegenes Grenzgebiet, markiere nach Berichten mehrerer Medien eine qualitative Verschiebung in der geografischen Reichweite pakistanischer Militäraktionen. Afghanische Behörden bezeichneten den Angriff auf das Krankenhaus als Vorgang, der internationale Verurteilung erfordere. Pakistan hielt dagegen an der Darstellung fest, die eigenen Operationen seien defensiver Natur. Internationale Gemeinschaft dringt auf Schutz der ZivilbevölkerungNach dem gemeldeten Angriff wurden nach Angaben von ANSA rasch internationale Forderungen laut, die Eskalation zu stoppen und Zivilisten in Kabul zu schützen. Das Ausmaß der gemeldeten Opferzahl — ungefähr 400 (people) — gemeldete Todeszahl nach dem Angriff auf das Krankenhaus in Kabul — lenkte die Aufmerksamkeit von Beobachtern, die das Verhältnis zwischen Pakistan und Afghanistan verfolgen, unmittelbar auf den Vorfall. Franceinfo und Mediapart berichteten beide unter Berufung auf afghanische Behörden von mindestens 400 Toten und verwiesen zugleich auf das pakistanische Dementi. Al Jazeera berichtete, Pakistan habe den Angriff auf das Krankenhaus bestritten, als die Zahl der Toten auf 400 gestiegen sei. Das Islamische Emirat Afghanistan rief die internationale Gemeinschaft zum Eingreifen auf, um zu beenden, was es als pakistanische Aggression gegen zivile Infrastruktur bezeichnete. Der Vorfall hinterließ damit zwei deutlich unvereinbare öffentliche Darstellungen der Regierungen über das Geschehen. Eine unabhängige Bestätigung des genauen Ziels oder der vollständigen Opferzahl lag zum Zeitpunkt der Berichte nach den übereinstimmenden Quellenangaben nicht vor.