Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto hat mehreren US-Militärflugzeugen vor wenigen Tagen die Landung auf dem Luftwaffenstützpunkt Sigonella auf Sizilien verweigert. Die Maschinen waren auf dem Weg in den Nahen Osten und standen nach Angaben aus informierten Kreisen im Zusammenhang mit dem andauernden Krieg im Iran. Der Schritt erfolgte, nachdem die italienischen Behörden von den Flugplänen erst erfuhren, als die Flugzeuge bereits in der Luft waren.
Landung auf Sigonella verweigert
Guido Crosetto untersagte mehreren US-Militärflugzeugen die Landung auf Sizilien, nachdem Italien von den Flugplänen erst nach dem Start erfahren hatte.
Keine Genehmigung, keine Rücksprache
Die Maschinen galten nicht als normale Logistikflüge, und nach italienischer Darstellung fehlte jede vorherige Abstimmung mit der Militärführung.
Italien und Spanien ziehen Grenzen
Auch Spanien hat seine Stützpunkte und seinen Luftraum für bestimmte Militärflüge im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg bereits eingeschränkt.
Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto hat mehreren United States military aircraft vor wenigen Tagen die Landung auf dem Luftwaffenstützpunkt Sigonella auf Sizilien verweigert und damit Flüge gestoppt, die nach Angaben informierter Kreise im Zusammenhang mit dem andauernden Krieg im Iran in den Nahen Osten unterwegs waren. Das bestätigten Quellen am Dienstag gegenüber ANSA und stützten damit einen Bericht der italienischen Zeitung Corriere della Sera. Die Ablehnung kam, nachdem die italienischen Behörden die Flugpläne der Maschinen — die einen Zwischenstopp in Sigonella vorsahen, bevor es weiter in Richtung Naher Osten gehen sollte — erst entdeckt hatten, als die Flugzeuge bereits gestartet waren. Eine vorherige Genehmigungsanfrage oder eine Abstimmung mit der italienischen Militärführung habe es nicht gegeben. Der Chef des Verteidigungsstabes, General Luciano Portolano, habe Crosetto direkt kontaktiert, um ihn über die Lage zu informieren und eine Entscheidung einzuholen. Portolano habe die Ablehnung anschließend an das US-Kommando weitergegeben und klargestellt, dass die Flugzeuge in Sigonella nicht landen dürften, weil keine Genehmigung eingeholt und keine vorherige Abstimmung erfolgt sei. Die italienische Regierung hält seit Beginn des Iran-Krieges daran fest, dass US-Kräfte italienische Stützpunkte für normale Operationen und Logistikflüge auf Grundlage des bestehenden bilateralen Vertrags weiter nutzen dürfen, dass aber jede Nutzung darüber hinaus eine Zustimmung des Parlaments erfordert.
Verfahrensverstoß und Vertragsgrenzen gaben den Ausschlag Prüfungen durch den italienischen Verteidigungsstab hätten ergeben, dass es sich bei den betroffenen Flügen nicht um gewöhnliche logistische Missionen handelte. Diese Kategorie sei durch die bilateralen Vereinbarungen zwischen Italien und den Vereinigten Staaten automatisch abgedeckt. Nach Angaben der Corriere della Sera unterlagen die Maschinen zudem operativen Einschränkungen — im militärischen Sprachgebrauch als „caveats“ bezeichnet —, die die Nutzung von Stützpunkten verbündeter Staaten außerhalb klar definierter Bedingungen, außer in Notfällen, untersagen. Das habe die italienische Position zusätzlich gestützt. Aus der Kombination von Verfahrensfehler und operativem Charakter der Flüge habe sich für Crosetto keine rechtliche Grundlage für eine nachträgliche Genehmigung ergeben. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Crosetto hatten nach dem Ausbruch der Kampfhandlungen gegen den Iran am 28. Februar 2026 öffentlich erklärt, dass jede Nutzung italienischer Stützpunkte über den Normalbetrieb hinaus eine Parlamentsabstimmung erfordere. Die Entscheidung sei mehrere Tage lang geheim gehalten worden, bevor sie am 31. März bestätigt worden sei. Eine offizielle Stellungnahme der US-Regierung zu dem Vorfall lag laut Berliner Zeitung zunächst nicht vor.
Spanien hatte seine Stützpunkte und den Luftraum bereits gesperrt Italiens Weigerung fügt sich in ein breiteres Muster europäischer Zurückhaltung gegenüber US-Militäroperationen ein, die mit dem Iran-Krieg verbunden sind. Spanien hatte die Nutzung seiner Militärbasen für Angriffe auf den Iran bereits Anfang März 2026 untersagt. Ministerpräsident Pedro Sánchez bezeichnete die Militärschläge als Verstoß gegen das Völkerrecht. Spaniens Außenminister José Manuel Albares sagte im Radiosender Cadena Ser, Spaniens Ablehnung des Krieges bleibe klar und unmissverständlich. Anschließend verschärfte Madrid seine Position weiter und sperrte den Luftraum für Militärflüge, die mit Operationen gegen den Iran verbunden waren. Betroffen waren US-Flugzeuge ebenso wie Maschinen anderer NATO-Staaten. Nach Angaben der spanischen Zeitung El País zwangen diese Beschränkungen das US-Militär dazu, Flugzeuge umzuleiten und an andere Orte zu verlegen, darunter Stützpunkte in Großbritannien und Deutschland. US-Präsident Donald Trump reagierte öffentlich, indem er wirtschaftliche Folgen für Spanien ins Spiel brachte. Im Weißen Haus sagte er laut Berliner Zeitung, die Vereinigten Staaten könnten sämtliche Geschäfte mit Spanien beenden, wenn Madrid seine Position nicht ändere.
Sigonella bleibt ein historischer Konfliktpunkt zwischen Rom und Washington Der Stützpunkt Sigonella stand bereits früher im Zentrum eines diplomatischen Streits zwischen Italien und den Vereinigten Staaten. Wie Tgcom24 berichtet, war die Basis schon 1985 ein Brennpunkt einer diplomatischen Krise, als Bettino Craxi Ministerpräsident und Ronald Reagan US-Präsident war. Der aktuelle Vorfall unterstreicht, dass Rom darauf besteht, vor militärischen Operationen von seinem Territorium aus im Voraus konsultiert zu werden, selbst wenn es sich um die engsten Verbündeten handelt. Der Iran-Krieg, der am 28. Februar 2026 nach koordinierten US- und israelischen Angriffen begann, setzt die europäischen NATO-Mitglieder zunehmend unter Druck, die Grenzen ihrer Kooperation mit der militärischen Kampagne Washingtons zu bestimmen. Italiens Schritt signalisiere, dass Washington sich für sein Vorgehen im Nahen Osten nicht automatisch auf die Unterstützung europäischer Partner verlassen könne, hieß es laut Berliner Zeitung aus Regierungskreisen in Rom.
Der Stützpunkt Sigonella ist seit Jahrzehnten ein sensibler Punkt in den Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Italien. 1985 führte eine Konfrontation zwischen italienischen und US-amerikanischen Kräften auf dem Stützpunkt — nach der Entführung des Kreuzfahrtschiffes Achille Lauro — unter Ministerpräsident Bettino Craxi zu einer diplomatischen Krise zwischen Rom und Washington. Der aktuelle Iran-Krieg begann am 28. Februar 2026, als die Vereinigten Staaten und Israel koordinierte Angriffe auf iranisches Gebiet durchführten. Italien und Spanien sind beide NATO-Mitglieder, und der kollektive Verteidigungsrahmen des Bündnisses verpflichtet die Mitglieder nicht automatisch zur Unterstützung offensiver Operationen außerhalb der formellen NATO-Kommandostruktur.
Mentioned People
- Guido Crosetto — Włoski polityk, minister obrony w rządzie Meloniej od 22 października 2022 roku
- Luciano Portolano — Włoski generał, szef Sztabu Obrony od 4 października 2024 roku
- Donald Trump — Prezydent Stanów Zjednoczonych od stycznia 2025 roku
- Pedro Sánchez — Premier Hiszpanii
Sources: 23 articles
- Sigonella, il precedente dell'85 e il no di Craxi a Reagan (Il Sole 24 ORE)
- Il no a Sigonella, parla Meloni: "Rapporti con gli Usa solidi, niente frizioni" (Open)
- Sigonella, 11 ottobre 1985: Craxi annuncia nella notte di aver detto "no" a Ronald Reagan (La Repubblica.it)
- Italien verweigert USA Nutzung von Stützpunkt (newsORF.at)
- Sigonella, il no di Crosetto agli Usa rievoca Craxi con Reagan nel 1985 | Il Fatto Quotidiano (Il Fatto Quotidiano)
- Crosetto ha negato uso base Sigonella agli Usa - Notizie - Ansa.it (ANSA.it)
- Sigonella, il mancato preavviso e la chiamata Portolano-Crosetto: perché l'Italia ha l'uso della base agli Usa (Il Messaggero)
- M5s, avevamo denunciato situazione Sigonella, Difesa spieghi - Ultima ora - Ansa.it (ANSA.it)
- La crisi di Sigonella del 1985 (il Giornale.it)
- Crosetto denied US permission for bombers to use Sigonella base - sources - Politics - Ansa.it (ANSA.it)