Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat Spanien am Freitag die Teilnahme am multinationalen Koordinationszentrum in Kiryat Gat entzogen. Er wirft der Regierung in Madrid einen „diplomatischen Krieg“ sowie eine feindselige Haltung gegenüber Israel vor. Der Ausschluss betrifft das zivil-militärische Zentrum (CMCC), das unter US-Aufsicht die humanitäre Hilfe und den Waffenstillstand im Gazastreifen überwacht.

Ausschluss aus Kontrollorgan

Spanien darf nicht mehr am CMCC teilnehmen, das unter US-Leitung den Gaza-Waffenstillstand überwacht.

Kritik an Iran-Politik

Israel nennt die spanische Verweigerung von Überflugrechten während der Iran-Offensive als Grund für das Zerwürfnis.

Diplomatischer Tiefpunkt

Nach der Anerkennung Palästinas im Jahr 2024 und gegenseitigen Botschafterabzügen erreichen die Beziehungen eine neue Zäsur.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat Spanien am Freitag vom zivil-militärischen Koordinationszentrum in Kiryat Gat ausgeschlossen. Er beschuldigte Madrid, einen „diplomatischen Krieg“ gegen Israel zu führen und warf dem Land „Heuchelei“ sowie „Feindseligkeit“ vor. Netanyahu verkündete die Entscheidung in einer Videobotschaft, in der er erklärte, Spanien habe sich „wiederholt gegen Israel gestellt“. Er ordnete die Ausweisung spanischer Vertreter aus dem Zentrum an. Das CMCC untersteht amerikanischer Aufsicht und umfasst militärische sowie diplomatische Vertreter aus den USA, Frankreich, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Gruppe koordiniert die humanitäre Versorgung und überwacht den seit dem 10. Oktober in Kraft getretenen Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas.

„„Ich bin nicht bereit, diese Heuchelei und Feindseligkeit zu dulden. Ich habe nicht die Absicht zuzulassen, dass irgendein Land einen diplomatischen Krieg gegen uns führt, ohne dafür sofort einen Preis zu zahlen.“” — Benjamin Netanyahu via RFI

„„Wer den Staat Israel angreift, anstatt die Terrorregime, wird künftig kein Partner für die Region sein.“” — Benjamin Netanyahu via Jornal Expresso

Außenminister Sa'ar sieht spanische Iran-Politik als Bruchpunkt

Der israelische Außenminister Gideon Sa'ar informierte Spanien formell über den Ausschluss und setzte laut der Nachrichtenagentur EFE vorab auch die USA in Kenntnis. Sa'ar erklärte, die „Anti-Israel-Haltung der Regierung Sánchez“ sei so extrem, dass sie jede Fähigkeit verloren habe, konstruktiv an der Umsetzung von Präsident Trumps Friedensplan mitzuwirken. Zudem verknüpfte er die Entscheidung explizit mit Spaniens Widerstand gegen die militärische Offensive Israels und der USA gegen den Iran, die am 28. Februar 2026 begann. Sa'ar bezeichnete den daraus entstandenen Schaden für israelische und amerikanische Interessen als schwerwiegend. Zuvor hatte er Madrid vorgeworfen, sich durch die Ablehnung dieser Angriffe auf die Seite von Tyrannen zu stellen. Nach der Anerkennung eines palästinensischen Staates durch Madrid bezichtigte er Spanien zudem der „Mitschuld an der Aufstachelung zum Völkermord an Juden“.

„„Die Voreingenommenheit der Regierung Sánchez gegen Israel ist so massiv, dass sie die Fähigkeit zur konstruktiven Mitarbeit im CMCC verloren hat.“” — Gideon Sa'ar via RFI

Sánchez fordert Aussetzung des EU-Assoziierungsabkommens

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez verurteilte auf einem Forum in Barcelona das Vorgehen Netanyahus im Libanon als „Massaker“. Dort dauern israelische Bombardierungen trotz einer Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran an. Sánchez forderte die EU-Mitgliedstaaten auf, das EU-Israel-Assoziierungsabkommen auszusetzen. Er warf Israel vor, dessen Bestimmungen zu verletzen, und mahnte die EU zu mehr Empathie und Kohärenz. Zudem plädierte er für eine gemeinsame europäische Armee. Spanien hatte seinen Luftraum für amerikanische Flugzeuge gesperrt, die an der Offensive gegen den Iran beteiligt waren. Beide Staaten haben ihre Botschafter bereits vor geraumer Zeit abgezogen. Außenminister José Manuel Albares kritisierte zudem die Fortsetzung der Militärkampagne im Libanon, die Israel als losgelöst vom Iran-Konflikt betrachtet.

Anerkennung Palästinas im Jahr 2024 verschärfte den Konflikt

Die Zweite Vizepräsidentin und Arbeitsministerin Spaniens, Yolanda Díaz, reagierte in sozialen Netzwerken auf den Ausschluss und bekräftigte die Haltung Madrids.

„„Jegliche Feindseligkeit gegenüber Kriegsverbrechern und Völkermördern: Ja.“” — Yolanda Díaz via eldiario.es

Der diplomatische Bruch vertieft sich seit Mai 2024 stetig, als Spanien als eines der ersten großen westeuropäischen Länder einen unabhängigen palästinensischen Staat anerkannte. Spanien gehört seither zu den schärfsten Kritikern der israelischen Operationen in Gaza und im Libanon. Der Ausschluss aus dem CMCC markiert einen neuen Tiefpunkt, da Spanien damit die direkte Mitsprache bei der Überwachung des Waffenstillstands und der Verwaltung des humanitären Zugangs verliert.

Mentioned People

  • Benjamin Netanyahu — Premier Izraela od 2022 roku
  • Gideon Sa'ar — Minister Spraw Zagranicznych Izraela od listopada 2024 roku
  • Pedro Sánchez — Premier rządu Hiszpanii od 2018 roku
  • Yolanda Díaz — Wicepremier Hiszpanii i minister pracy od lipca 2021 roku
  • Donald Trump — Prezydent Stanów Zjednoczonych od stycznia 2025 roku

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