Durch einen 2:1-Sieg über Bolivien im interkontinentalen Play-off-Spiel in Monterrey hat sich der Irak den letzten verbleibenden Startplatz für die Weltmeisterschaft 2026 gesichert. Aymen Hussein erzielte in der 53. Minute den entscheidenden Treffer, womit die irakische Nationalmannschaft erstmals seit 1986 wieder auf der größten Bühne des Weltfußballs vertreten sein wird.

Historische Rückkehr

Irak qualifiziert sich nach 40 Jahren durch einen 2:1-Sieg gegen Bolivien erstmals wieder für eine WM.

Extreme Reisebelastung

Die Mannschaft musste kriegsbedingt eine 43-stündige Odyssee über Jordanien und Lissabon nach Mexiko auf sich nehmen.

Schwierige Vorzeichen

Trainer Graham Arnold verhängte ein Social-Media-Verbot, um die Spieler von den Nachrichten über den Regionalkonflikt in der Heimat abzuschirmen.

Der Irak hat sich den letzten Startplatz für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 gesichert, indem er am Dienstag im Estadio BBVA in Monterrey Bolivien mit 2:1 besiegte und damit eine 40-jährige Abwesenheit beendete. Aymen Hussein erzielte in der 53. Minute den entscheidenden Treffer in der zweiten Halbzeit und machte den Irak damit zum 48. und letzten Team, das sich für das Turnier qualifiziert hat, das gemeinsam von Kanada, Mexiko und den USA ausgerichtet wird. Ali Al-Hamadi hatte die Führung in der 10. Minute per Kopf erzielt, doch Moises Paniagua glich noch vor der Halbzeitpause für Bolivien aus. Der Sieg löste im gesamten Irak massive Feierlichkeiten aus; die Regierung kündigte daraufhin einen zweitägigen nationalen Feiertag an. Der Irak wird in der Gruppe I gegen Frankreich, Norwegen und Senegal antreten, wenn das Turnier vom 11. Juni bis zum 19. Juli stattfindet. Eine 43-stündige Odyssee durch kriegsbedingt gesperrte LufträumeDer Weg nach Monterrey war für den irakischen Kader weit mehr als nur eine sportliche Herausforderung, da der anhaltende Konflikt im Nahen Osten erhebliche logistische Hindernisse schuf. Luftraumsperrungen in der gesamten Region zwangen Spieler und Betreuer dazu, zunächst eine etwa zehnstündige Landreise nach Amman in Jordanien auf sich zu nehmen. Von dort aus flog die Mannschaft mit einem Privatflugzeug über Lissabon weiter nach Mexiko – eine Reise, die laut Berichten der Neuen Zürcher Zeitung insgesamt 43 Stunden dauerte. Cheftrainer Graham Arnold hatte bei der FIFA offiziell um eine Verlegung des Play-off-Spiels gebeten, was der Weltverband jedoch ablehnte. Arnold reagierte darauf, indem er der Mannschaft ab dem Moment der Ankunft in Mexiko ein Social-Media-Verbot auferlegte, um die Spieler vor Nachrichten über den Konflikt in der Heimat abzuschirmen. „Ich habe soziale Medien ab dem Tag unserer Ankunft verboten. Ich wollte nicht, dass sie darüber nachdenken, was im Nahen Osten geschieht, weil sie sich auf die vor uns liegende Aufgabe konzentrieren mussten.” — Graham Arnold via Reuters Die Deutsche Welle berichtete, dass im Rahmen des regionalen Konflikts bereits mehr als 100 Iraker ums Leben gekommen sind, was dem Sieg eine Bedeutung verleiht, die weit über den Sport hinausgeht. Der Fan Ali al-Muhandis sagte gegenüber der AFP: „Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage und des Krieges hat unsere Nationalmannschaft gewonnen. Wir im Irak zeichnen uns unter außergewöhnlichen Umständen aus.“ Al-Hamadis Tränen und eine Familiengeschichte im ExilAli Al-Hamadi, der 24-jährige Stürmer, der derzeit von Luton Town als Leihgabe von Ipswich Town spielt, erzielte den Führungstreffer und war nach dem Abpfiff sichtlich von seinen Emotionen überwältigt. „Ich habe meinen Vater noch auf dem Platz angerufen und nur geweint“, sagte Al-Hamadi gegenüber The Athletic. Im Alter von nur einem Jahr war er mit seiner Mutter aus dem Irak geflohen, nachdem sein Vater wegen der Teilnahme an friedlichen Protesten gegen die Regierung von Saddam Hussein inhaftiert worden war. Die Familie fand schließlich im Jahr 2003 zu Beginn des Irakkriegs im Vereinigten Königreich wieder zusammen. „Ich glaube nicht, dass die Leute verstehen, wie viel wir als Land und als Volk durchgemacht haben. Es gibt einen Grund, warum wir alle im Ausland leben: Unsere Familien mussten gehen, um uns eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Zurückzukommen und Millionen von Menschen Freude zu schenken... das ist der Grund, warum wir Fußball lieben.” — Ali Al-Hamadi via The New York Times Die Tribünen in Monterrey waren zum Großteil mit Mitgliedern der irakischen Diaspora gefüllt, die aus US-Städten wie San Diego, Houston, Dallas und Detroit sowie aus Großbritannien, Kanada und Schweden angereist waren. Der erfahrene Spieler Rebin Sulaka, der derzeit in Thailand unter Vertrag steht und einen Teil seiner Kindheit nach der Flucht aus dem Irak in Europa verbrachte, beschrieb die Reise nach Mexiko für einige Spieler als „Hölle“.Der bisher einzige WM-Auftritt des Irak fand 1986 ebenfalls in Mexiko statt, wo das Team alle drei Gruppenspiele verlor. Seitdem war das Land von jahrzehntelangen Konflikten, Diktatur und wirtschaftlicher Not geprägt. In der Ära von Saddam Hussein waren die Fußballvereine eng an staatliche Institutionen wie Armee und Polizei gebunden. Uday Hussein, der älteste Sohn des Diktators, kontrollierte den Fußballverband und hielt Berichten zufolge Spieler nach Niederlagen zeitweise gefangen. Nach dem Sturz Saddams im Jahr 2003 versank der Irak in langjähriger Instabilität; aus Sicherheitsgründen musste die Nationalmannschaft ihre Heimspiele fast 30 Jahre lang im Ausland austragen. In den letzten Jahren erlebte der Irak eine Phase relativer politischer Stabilität, woraufhin die FIFA schließlich wieder Pflichtspiele in Basra und Erbil zuließ. Arnold strebt nach WM-Erfahrung 2022 Revanche gegen Frankreich anGraham Arnold, der australische Trainer, der sein Heimatland bei der WM 2022 in Katar ins Achtelfinale geführt hatte, wird der zweite australische Trainer, der zwei verschiedene Nationalteams zu einer Endrunde leitet. Arnold äußerte sich gewohnt direkt zu den Zielen in der Gruppe I, in der man auf Frankreich treffen wird – ein Gegner, mit dem er bereits Erfahrung gesammelt hat. „Bevor wir an Frankreich denken, muss ich sagen, dass ich bereits bei der WM 2022 mit Australien gegen sie gespielt habe. Wir haben 4:1 verloren, aber wir haben diese Erfahrung als Motivation genutzt, um Tunesien und Dänemark zu schlagen und das Achtelfinale zu erreichen.” — Graham Arnold via Reuters Er stellte klar, dass der Irak das Turnier ohne Furcht angehen werde, und hob die Aussicht hervor, mit Spielern der Klasse eines Kylian Mbappé oder Erling Haaland auf dem Platz zu stehen. „Der Irak hat nichts zu verlieren. Wir müssen mit einer Siegermentalität zur Weltmeisterschaft fahren – nur so kann man etwas Besonderes erreichen.” — Graham Arnold via Reuters Unter den Gratulanten war auch die italienische Botschaft im Irak, die auf X erklärte, die Qualifikation sei ein „seit Jahrzehnten erwarteter Meilenstein, der Einsatz, Entschlossenheit und Teamgeist belohnt“. Unterdessen merkte die Deutsche Welle an, dass weiterhin Fragen zur Teilnahme des Iran bestehen, da der iranische Verband die FIFA aufgrund des Konflikts dazu drängt, seine Spiele von den USA nach Mexiko zu verlegen. 48 (Teams) — Anzahl der qualifizierten Nationen für die FIFA WM 2026Iraq

Mentioned People

  • Graham Arnold — obecny selekcjoner reprezentacji Iraku
  • Ali Al-Hamadi — iracki piłkarz grający na pozycji napastnika w Luton Town, wypożyczony z Ipswich Town
  • Aymen Hussein — iracki napastnik, strzelec zwycięskiej bramki w meczu z Boliwią
  • Moises Paniagua — boliwijski piłkarz, strzelec wyrównującego gola w meczu barażowym
  • Kylian Mbappé — kapitan i napastnik reprezentacji Francji
  • Erling Haaland — napastnik reprezentacji Norwegii

Sources: 22 articles