Der kommissarische Direktor der US-Einwanderungsbehörde ICE, Todd Lyons, wird sein Amt zum 31. Mai 2026 niederlegen. Heimatschutzminister Markwayne Mullin bestätigte das Ausscheiden des Behördenleiters, der seit März 2025 eine der umfassendsten Abschiebungsinitiativen in der Geschichte der USA leitete. Lyons begründete den Schritt in einem Schreiben mit dem Wunsch, künftig mehr Zeit für seine Familie aufzuwenden.
Rücktritt zum 31. Mai
Todd Lyons verlässt die Einwanderungsbehörde ICE nach über einem Jahr an der Spitze aus familiären Gründen.
Kontroversen in Minnesota
Die Amtszeit war durch tödliche Schüsse auf US-Bürger und gerichtliche Auseinandersetzungen um das Verhalten der Behörde belastet.
Umstrittener Amazon-Vergleich
Lyons verglich die Effizienz von Massenabschiebungen mit Amazon-Prime-Lieferungen und investierte 850 Millionen US-Dollar in Logistikzentren.
Nachfolge offen
Das Heimatschutzministerium hat noch keinen Nachfolger benannt; die strategische Kontinuität der Behörde gilt als ungewiss.
Todd Lyons, der kommissarische Leiter der U.S. Immigration and Customs Enforcement, hat seinen Rücktritt zum 31. Mai 2026 erklärt. Lyons führte die Behörde über ein Jahr lang während einer Phase intensivierter Einwanderungskontrollen. Heimatschutzminister Markwayne Mullin bestätigte das Ausscheiden am Donnerstag und gab an, dass Lyons in die Privatwirtschaft wechseln werde. In einem Brief an Mullin, der der New York Times vorliegt, nannte Lyons familiäre Gründe für seine Entscheidung; seine Söhne erreichten einen „entscheidenden Punkt in ihrem Leben“, den er gemeinsam mit seiner Frau begleiten wolle. Zuvor hatte CBS News unter Berufung auf Regierungskreise über die Pläne berichtet. Lyons stand seit dem 9. März 2025 an der Spitze der ICE und verantwortete den massiven Ausbau der Behördentätigkeit im Rahmen der Einwanderungspolitik von Präsident Donald Trump.
Tödliche Schüsse in Minnesota belasteten Amtszeit Die Dienstzeit von Lyons war von wachsender Kritik geprägt, insbesondere nach den tödlichen Schüssen von ICE-Beamten auf die US-Bürger Renee Good und Alex Pretti in Minneapolis im Januar 2026. Der Vorfall löste landesweite Proteste aus. Bei einer anschließenden Anhörung vor dem US-Kongress lehnte Lyons laut Berichten des Guardian eine Entschuldigung gegenüber den Hinterbliebenen ab. Zudem vermied er eine Positionierung zur Einstufung der Opfer als „inländische Terroristen“ durch die Trump-Administration. Eine ranghohe Bundesrichterin in Minnesota forderte Lyons' Erscheinen vor Gericht und drohte ihm Ordnungshaft wegen Missachtung gerichtlicher Anordnungen an, wobei eine Aussage letztlich nicht zustande kam. Die Rücktrittsankündigung erfolgte am selben Tag, an dem die Staatsanwaltschaft in Minnesota Anklage gegen einen ICE-Beamten wegen schwerer Körperverletzung erhob. Dem Beamten wird vorgeworfen, während eines Einsatzes im Februar 2026 eine Schusswaffe auf Autofahrer gerichtet zu haben. Laut Staatsanwaltschaft ist dies die erste Anklage gegen einen ICE-Agenten im Zusammenhang mit Einsätzen unter der Regierung Trump in Minnesota. Lyons hatte zudem das Recht der Beamten verteidigt, bei Einsätzen Masken zu tragen, was Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Identifizierbarkeit aufgeworfen hatte.
Gesundheitliche Probleme und Amazon-Vergleich in der Kritik Wie Politico berichtete, musste Lyons während seiner Amtszeit mindestens zweimal aufgrund stressbedingter Beschwerden im Krankenhaus behandelt werden. Dies habe laut Insidern seine Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigt. Für Aufsehen sorgten auch Äußerungen bei einer Konferenz in Phoenix, Arizona: Dort verglich Lyons die Massenabschiebungen mit dem Lieferservice Amazon Prime. Die ICE müsse lernen, Operationen wie ein Unternehmen zu führen, damit Abschiebungen so effizient wie eine 24-Stunden-Zustellung funktionierten. 850 (Millionen US-Dollar) — Investitionen in Lagerhallen unter Lyons Das Heimatschutzministerium gab unter Lyons hohe Summen für den Erwerb von Lagerkomplexen an neun Standorten aus. Markwayne Mullin, der das Heimatschutzministerium im vergangenen Monat von der entlassenen Kristi Noem übernahm, kündigte eine Überprüfung dieser Pläne an. Umfragen des Guardian zufolge hielten im Februar fast zwei Drittel der US-Bürger das Vorgehen der ICE für überzogen; im März befürwortete die Hälfte der Befragten sogar die komplette Auflösung der Behörde.
Die ICE wurde 2003 im Zuge der Umstrukturierungen nach den Anschlägen vom 11. September gegründet und übernahm Aufgaben des ehemaligen Immigration and Naturalization Service. Sie ist die zentrale Bundesbehörde für den Vollzug des Einwanderungsrechts im Landesinneren. Lyons begann seine Karriere bei der Behörde 2007 als Agent in Dallas. Vor seiner Berufung an die Spitze leitete er die Abteilung für Abschiebe- und Festnahmemaßnahmen. Lyons diente zudem in der US-Air Force, unter anderem beim Special Operations Command Central, und war als Polizist tätig.
Weißes Haus würdigt Lyons, Nachfolge ungeklärt Ungeachtet der Kontroversen erhielten Lyons' Leistungen Lob aus dem Weißen Haus. Der Grenzbeauftragte Tom Homan erklärte, Lyons habe „selbstlos gedient“, um das Land zu schützen. Stephen Miller, stellvertretender Stabschef im Weißen Haus, bezeichnete ihn als „Patrioten“, der maßgeblich an den Bemühungen zur Sicherung des Landes beteiligt gewesen sei. Laut Minister Mullin habe Lyons eine Behörde reaktiviert, die vier Jahre lang an ihrer Arbeit gehindert worden sei. In der Mitteilung wurde kein Nachfolger benannt. Da Mullin selbst erst seit weniger als einem Monat im Amt und nun vereidigt ist, bleibt die künftige Kontinuität der Behördenleitung während der laufenden Abschiebekampagne vorerst offen.
Mentioned People
- Todd Lyons — pełniący obowiązki dyrektora U.S. Immigration and Customs Enforcement od 9 marca 2025 roku
- Markwayne Mullin — sekretarz bezpieczeństwa krajowego USA od 2026 roku
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
- Alex Pretti — obywatel USA zastrzelony przez agentów ICE w Minnesocie
- Renee Good — obywatelka USA zastrzelona przez agentów ICE w Minnesocie
- Kristi Noem — była sekretarz bezpieczeństwa krajowego USA w latach 2025–2026
- Tom Homan — pełnomocnik Białego Domu ds. granic
- Stephen Miller — zastępca szefa personelu Białego Domu
Sources: 7 articles
- Todd Lyons: Interimschef der US-Einwanderungsbehörde ICE gibt Posten ab (Spiegel Online)
- Er ließ massenhaft abschieben: Trumps ICE-Chef Todd Lyons tritt zurück (stern.de)
- Aux Etats-Unis, le directeur de la controversée ICE va quitter son poste (Le Monde.fr)
- USA: ICE-Chef tritt zurück - Schlüsselfigur von Trumps Abschiebepolitik geht - WELT (DIE WELT)
- Le directeur de l'ICE, la police de l'immigration américaine, va quitter ses fonctions (Le Parisien)
- Acting ICE director Todd Lyons will step down at the end of May, says DHS (The Guardian)
- Acting ICE director Todd Lyons to leave agency (Axios)
- Top ICE official leaving Trump administration (POLITICO)
- Acting ICE Director Says He Plans to Resign in May (The New York Times)
- ICE head Todd Lyons to leave agency (The Independent)