Die griechische Regierung lehnt Rücktrittsforderungen gegen Makarios Lazaridis ab, nachdem dieser Unregelmäßigkeiten bei seiner Ernennung im Jahr 2007 eingeräumt hatte. Der Vizeminister für ländliche Entwicklung gestand öffentlich, dass sein damaliger Posten als Fachwissenschaftler trotz fehlenden anerkannten Hochschulabschlusses besetzt wurde.
Geständnis wegen diplomlosem Posten
Vizeminister Lazaridis gab zu, 2007 eine Stelle als Fachwissenschaftler mit einem nicht anerkannten Kolleg-Abschluss angetreten zu haben.
Regierung lehnt Rücktritt ab
Sprecher Pavlos Marinakis sieht keinen Handlungsbedarf, da kein Dokument gefälscht wurde und die Ernennung rechtlich gedeckt gewesen sei.
Kritik durch PASOK
Die Opposition spricht von Günstlingswirtschaft und fordert die sofortige Entlassung des Mitsotakis-Vertrauten.
Die griechische Regierung verteidigt den stellvertretenden Minister für ländliche Entwicklung, Makarios Lazaridis, gegen Rücktrittsforderungen der Opposition. Lazaridis hatte öffentlich eingeräumt, dass seine Ernennung zum Fachwissenschaftler im Bildungsministerium im Jahr 2007 erfolgte, obwohl er nicht über einen anerkannten Universitätsabschluss verfügte. Der enge Vertraute von Premierminister Kyriakos Mitsotakis gab am 14. April 2026 im Sender Open TV zu, dass es sich bei der für die Position vorgelegten Qualifikation um ein Diplom des College of Southeastern Europe handelte. Er selbst bezeichnete die Einrichtung eher als „Zentrum für liberale Studien“ denn als Hochschule. Regierungssprecher Pavlos Marinakis erklärte daraufhin, es gebe „kein Problem“ hinsichtlich des Verbleibs von Lazaridis im Kabinett. Er betonte, Lazaridis habe „kein falsches oder gefälschtes Diplom eingereicht“. Die Oppositionspartei PASOK forderte seine sofortige Entlassung und bezeichnete die damalige Ernennung als „persönliche Gefälligkeit“ von Mitsotakis. Nicht anerkanntes Diplom im Zentrum der DebatteDas College of Southeastern Europe, an dem Lazaridis seinen Abschluss erwarb, verfügte Berichten vom letzten Sommer zufolge über keine Lizenz des Bildungsministeriums zur Vergabe akademischer Grade und war nicht einmal zur Ausstellung von Teilnahmebescheinigungen berechtigt. Die Institution firmierte später unter dem Namen American University of Athens und sieht sich einer Klage von acht Studenten gegenüber. Diese werfen der Leitung vor, sie durch die Zusage getäuscht zu haben, die teuer bezahlten Abschlüsse seien griechischen Universitätsdiplomen gleichgestellt. Lazaridis verteidigte die Einrichtung im Fernsehen mit den Worten: „An diesen Kollegs hätten diejenigen, die jetzt schreien, nicht einmal das erste Semester überstanden.“ Zudem behauptete er, Absolventen hätten erfolgreich Aufbaustudien im Ausland absolviert. Sein eigener Abschluss, ein „Bachelor of Arts“, weist laut Berichten von in.gr kein spezifisches Fachgebiet aus. Eine zweite Ernennung im öffentlichen Dienst fünf Jahre nach dem Posten von 2007, die ebenfalls einen Universitätsabschluss voraussetzte, wurde offenbar durch dasselbe Diplom abgedeckt, was die Kontroverse verschärft. 8 (Studenten) — reichten Klage gegen die Betreibergesellschaften des Kollegs ein Lazaridis beruft sich auf rechtliche Grauzonen von 2007Lazaridis argumentierte in seinem Fernsehauftritt, dass der rechtliche Rahmen im Jahr 2007 für sogenannte politische Beamte auf Widerruf weniger streng gewesen sei und ein anerkannter Universitätsabschluss nicht zwingend erforderlich war. „2007 konnte man als widerruflicher Angestellter sogar mit einer Studienbescheinigung arbeiten“, sagte er und fügte hinzu, dass „eine so strenge Prüfung der formalen Qualifikationen nicht verlangt wurde.“ Auf die Frage, ob er unter den Bestimmungen des Gesetzes 2190/1994 eingestellt wurde, das für die Rolle eines Fachwissenschaftlers einen Universitätsabschluss, einen Doktortitel oder einen Master vorschreibt, antwortete Lazaridis, er könne sich „nicht erinnern“ und dies sei „unerheblich“. Er präsentierte zudem seinen Versicherungsverlauf der griechischen Sozialversicherung und gab an, über 14.027 Versicherungstage aus unselbstständiger Arbeit sowie weitere 4.000 aus freiberuflicher Tätigkeit zu verfügen. Der Nea-Demokratia-Abgeordnete Stelios Petsas distanzierte sich vom Vizeminister, bezeichnete die Kommunikation als gescheitert und forderte das Bildungsministerium auf, das genaue Verfahren von 2007 zu klären. „Er hat kein falsches oder gefälschtes Diplom eingereicht. Er hätte mit oder ohne diesen Abschluss ein Mitarbeiter des damaligen Ministers sein können.” — Pavlos Marinakis via Blue SkyDie Kontroverse rührt an einer langjährigen Spannung in der griechischen Verwaltung zwischen formalen Qualifikationsanforderungen und dem Ermessensspielraum der Minister bei der Besetzung politischer Stäbe. Die Ernennung im Jahr 2007 erfolgte unter der Regierung von Premierminister Kostas Karamanlis, während Marietta Giannakou als Bildungsministerin amtierte. Die Politikerin der Nea Demokratia verstarb am 27. Februar 2022. Die Regierung Mitsotakis, die im Juli 2019 antrat, hat wiederholt eine Plattform der Leistungsorientierung und Exzellenz bei öffentlichen Ernennungen propagiert, was den Fall Lazaridis für die Regierungspartei politisch heikel macht. PASOK attackiert Mitsotakis wegen „Sittenverfall“Die PASOK verschärfte ihren Angriff am 14. April und stufte die Angelegenheit nicht als bloßen Verwaltungsfehler, sondern als Beweis für systematische Günstlingswirtschaft auf höchster Ebene ein. Die Partei erklärte, seit dem „Geständnis-Interview“ seien sechs Stunden vergangen, und der Premierminister halte an Lazaridis fest – „offensichtlich, weil Herr Lazaridis ihn hält“. Die PASOK warf Lazaridis vor, im Regierungsanzeiger in der höchsten Gehaltsstufe für Fachwissenschaftler geführt worden zu sein, obwohl ihm die Qualifikationen fehlten, und öffentlich behauptet zu haben, Absolvent einer staatlichen Universität zu sein. „Dekadenz, Korruption und mangelnde Meritokratie sind mittlerweile Synonyme für die Regierungsführung Mitsotakis.” — PASOK via I Kathimerini Marinakis wies die Kampagne als Werk einer „Opposition der Verzweiflung“ zurück, die „selbst keine Politik produzieren kann“. Er argumentierte, dass der Vorfall 19 Jahre zurückliege und damit außerhalb der Reichweite strafrechtlicher Ermittlungen liege. Die Nea-Demokratia-Sprecherin Alexandra Sdoukou äußerte sich nur indirekt und verwies darauf, dass ein Parlaments- oder Ministersitz rechtlich keinen Universitätsabschluss voraussetze – ein Punkt, der nach Ansicht von Kritikern am Kern der Sache vorbeigeht. Marinakis schloss mit einem Verweis auf die öffentliche Meinung: „Lassen wir die Gesellschaft über Herrn Lazaridis und jeden Herrn Lazaridis urteilen“ – eine Formulierung, die in griechischen Medien mit dem Kommunikationsstil des früheren Premierministers Kostas Karamanlis verglichen wurde.
Mentioned People
- Makarios Lazaridis — Wiceminister rozwoju obszarów wiejskich i członek partii Nowa Demokracja
- Pavlos Marinakis — Rzecznik rządu i wiceminister przy premierze
- Kyriakos Mitsotakis — Premier Grecji od lipca 2019 roku
- Marietta Giannakou — Była minister edukacji narodowej i wyznań (1951–2022)
Sources: 31 articles
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