Pernod Ricard und Brown-Forman haben am 26. März 2026 bestätigt, dass sie in einem frühen Stadium über einen möglichen Zusammenschluss sprechen. Beide Konzerne bezeichneten das Vorhaben als „Fusion unter Gleichen“. Die Gespräche, über die zunächst Bloomberg News berichtete, fallen in eine Phase anhaltenden Drucks auf die Aktien beider Unternehmen und auf die weltweite Spirituosenbranche insgesamt.
Gespräche in frühem Stadium bestätigt
Pernod Ricard und Brown-Forman sprechen über einen möglichen Zusammenschluss und nennen ihn eine Fusion unter Gleichen.
Branche unter Druck
Beide Aktien sind deutlich gefallen, während die globale Spirituosenbranche mit schwächerer Nachfrage in den Vereinigten Staaten und China kämpft.
Zwei Familien behalten Einfluss
Sowohl bei Pernod Ricard als auch bei Brown-Forman spielen die Gründerfamilien weiterhin eine zentrale Rolle.
Pernod Ricard und Brown-Forman haben am 26. März 2026 bestätigt, dass sie in einem frühen Stadium über einen möglichen Zusammenschluss sprechen. Beide Konzerne bezeichneten das Vorhaben als „Fusion unter Gleichen“. Das in Paris börsennotierte französische Spirituosenunternehmen und der in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky ansässige Besitzer von Jack Daniel's Whiskey veröffentlichten getrennte, aber inhaltlich ähnliche Mitteilungen und bestätigten damit die Gespräche, über die zunächst Bloomberg News berichtet hatte. Pernod Ricard erklärte, eine mögliche Verbindung würde „einen globalen Marktführer im Spirituosenbereich mit größerer Größe, einem starken Markenportfolio und einer ausgewogenen geografischen Aufstellung schaffen, getragen von zwei ikonischen Familien“. Das Unternehmen mahnte zugleich, es sei noch keine Einigung erzielt worden, und teilte mit, bis zum Abschluss der Gespräche in einem Deal oder deren Beendigung keine weiteren Angaben machen zu wollen. Brown-Forman verwendete in seiner eigenen Mitteilung eine ähnliche Formulierung.
Aktienrückgänge beider Unternehmen spiegeln eine angeschlagene Branche wider Die Fusionsgespräche finden vor dem Hintergrund anhaltenden Drucks auf die Aktienkurse beider Unternehmen und eines breiteren Abschwungs in der globalen Spirituosenbranche statt. 21 (%) — Rückgang des Aktienkurses von Pernod Ricard im vergangenen Jahr Die Aktien von Pernod Ricard sind in den vergangenen 12 Monaten um 21 Prozent gefallen, womit das Unternehmen auf einen Börsenwert von 15,24 Milliarden Euro kommt. Die Brown-Forman-Aktie verlor im selben Zeitraum 25 Prozent, der Konzern ist damit mit 11,88 Milliarden Dollar bewertet. Die Branche kämpft mit gedämpfter Nachfrage in China und in den Vereinigten Staaten, wo Haushalte mit knapperem Budget von Premiumspirituosen zu günstigeren Produkten gewechselt sind. Geopolitische Spannungen, ein insgesamt niedrigerer Alkoholkonsum und ein geschwächtes Verbrauchervertrauen haben den Druck zusätzlich erhöht. Die Cognac-Marke Martell von Pernod Ricard ist besonders stark von dem deutlichen Rückgang der Nachfrage nach Brandy in China betroffen. Das Unternehmen teilte seinen Beschäftigten bereits im Juni vergangenen Jahres mit, dass es seine Geschäftsstruktur neu ordnen werde, um Kosten zu senken und die Zahl der Stellen in dem anhaltend schwachen Weltmarkt später zu verringern.
Pernod Ricard: 21, Brown-Forman: 25
Jack Daniel's trifft Jameson: ein Portfolio globaler Marken Ein möglicher Zusammenschluss würde zwei der bekanntesten Markenportfolios im weltweiten Spirituosenhandel zusammenführen. Brown-Forman, 1870 von George Garvin Brown gegründet, gehört unter anderem Jack Daniel's Tennessee Whiskey, Woodford Reserve Bourbon und El Jimador Tequila. Das Stimmrechtskapital von Brown-Forman wird weiterhin von Nachkommen des Gründers in fünfter Generation kontrolliert, wodurch die Brown-Familie bei größeren Transaktionen entscheidenden Einfluss behält. Zum Portfolio von Pernod Ricard gehören Jameson Irish Whiskey, die Wodkas Absolut und Belvedere, Martell Cognac und ein Champagner-Portfolio sowie ein kleines, aber wachsendes Angebot alkoholfreier Getränke. In der offiziellen Mitteilung hob Pernod Ricard hervor, dass ein gemeinsames Unternehmen die ikonischen Marken von Brown-Forman mit der weltweiten Vertriebsstärke und der Präsenz in wachstumsstarken Märkten von Pernod Ricard verbinden würde. Beide Unternehmen erklärten, die operativen Synergien wären erheblich, sollte es zu einem Deal kommen.
Zwei Gründerfamilien würden den Konzern prägen Beide Unternehmen tragen eine ausgeprägte Gründerfamilien-Prägung, die auch eine künftige Deal-Struktur beeinflussen würde. Pernod Ricard entstand 1975 durch eine Fusion, und die Gründerfamilie ist bis heute sowohl als Anteilseignerin als auch in der Unternehmensführung beteiligt. Alexandre Ricard, ein Enkel von Paul Ricard, ist seit Februar 2015 Vorsitzender und Vorstandschef von Pernod Ricard. Lawson Whiting ist laut Unternehmensangaben, die zuletzt im März 2026 bestätigt wurden, Präsident und Vorstandschef von Brown-Forman. Nach Angaben einer mit der Lage vertrauten Person, die von der Financial Times zitiert wurde, befinden sich die Gespräche noch in einem frühen Stadium, und ein positives Ergebnis ist nicht garantiert. Sollte der Deal zustande kommen, würde er zu den größten Zusammenschlüssen im globalen Premium-Alkohelsektor der vergangenen Jahre zählen.
Pernod Ricard geht auf das frühe 19. Jahrhundert zurück, als die ersten Pernod-Pastis-Getränke hergestellt wurden. Das heutige Unternehmen entstand 1975 durch eine Fusion, und die Gründerfamilie ist seitdem in Führung und Eigentum eingebunden geblieben. Brown-Forman wurde 1870 von George Garvin Brown in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky gegründet und ist über fünf Generationen hinweg in Familienhand geblieben. Die globale Spirituosenbranche befindet sich seit längerer Zeit in einer Schwächephase, ausgelöst durch nachlassende Nachfrage in wichtigen Märkten wie den Vereinigten Staaten und China, wo die Ausgaben der Verbraucher für Premiumalkohol zurückgegangen sind.
Mentioned People
- Alexandre Ricard — prezes i dyrektor generalny Pernod Ricard
- Lawson Whiting — prezes i dyrektor generalny Brown-Forman
Sources: 4 articles
- Mogelijk grote drankenfusie in de maak: Pernod Ricard en producent Jack Daniel's bevestigen gesprekken (AD)
- Pernod, Jack Daniel's Maker Brown-Forman Are in Merger Talks (Bloomberg Business)
- French spirits giant Pernod Ricard in merger talks with Jack Daniel's owner (Le Monde.fr)
- Pernod Ricard Confirms Discussions With Brown-Forman (The Wall Street Journal)
- Pernod Ricard and Jack Daniel's owner in talks to combine operations (Financial Times News)
- Spiritueux: Pernod Ricard et Brown-Forman (Jack Daniel's) confirment des discussions en vue d'une fusion (Mediapart)
- Pernod Ricard in Talks to Combine With Jack Daniel's Maker Brown-Forman (The Wall Street Journal)
- Irish Distillers owner eyes possible deal to buy firm behind Jack Daniel's (Irish Independent)
- Jack Daniel's bientôt français ? (7sur7)
- Pernod Ricard envisage de se marier avec le fabricant américain du whisky Jack Daniel's (LesEchos.fr)