Nach einem präzise geplanten Überfall auf eine Crédit-Agricole-Filiale am Donnerstag, den 16. April 2026, fahndet die italienische Polizei nach mindestens fünf Verdächtigen. Die Täter nahmen im Stadtteil Vomero 25 Geiseln und entkamen durch ein weit verzweigtes Tunnelsystem unter dem Bankgebäude. Spezialeinheiten der Carabinieri fanden bei ihrem Zugriff nur noch die leeren Tresorräume vor.

Präzisionsarbeit der „Loch-Bande“

Die Täter gruben über Monate einen 12 Meter langen Tunnel und einen 5 Meter tiefen Schacht, um direkt in die Bank vorzustoßen.

Geiselnahme als Ablenkung

Während ein Team 25 Geiseln in Schach hielt, plünderte ein zweites Team ungestört die Schließfächer im Untergeschoss.

Flucht durch die Kanalisation

Trotz des Einsatzes der Eliteeinheit GIS gelang den Räubern die Flucht durch das Abwassersystem, noch bevor der Zugriff erfolgte.

Die italienischen Behörden haben am Freitag, den 17. April 2026, eine großangelegte Fahndung eingeleitet, nachdem eine hochprofessionelle Räuberbande am vorangegangenen Mittag eine Filiale der Crédit Agricole an der Piazza Medaglie d’Oro überfallen hatte. Die Täter hielten 25 Personen als Geiseln gefangen und entkamen mit dem Inhalt zahlreicher Schließfächer durch die städtische Kanalisation. Gegen Mittag betraten drei maskierte Männer den Haupteingang der Bank, nachdem sie in einer schwarzen Alfa Romeo Giulietta vorgefahren waren, die später mit gefälschten Kennzeichen in der Nähe sichergestellt wurde. Zeitgleich drangen mindestens zwei Komplizen durch einen Tunnel in einen Nebenraum des Tresorbereichs ein, den sie zuvor vom Abwassersystem aus gegraben hatten. Die Bande trieb alle 25 Angestellten und Kunden in ein Büro. Die dabei gezeigten Waffen stellten sich später als täuschend echte Attrappen heraus. Nach etwa zwei Stunden öffnete die Feuerwehr eine Bresche in ein schusssicheres Glasfenster, woraufhin die Carabinieri alle Geiseln befreien konnten. Niemand musste stationär im Krankenhaus behandelt werden, sechs Personen erlitten jedoch einen Schock. Als die Eliteeinheit GIS gegen 17:00 Uhr per Hubschrauber aus Livorno eintraf und das Gebäude unter Einsatz von Blendgranaten stürmte, waren die Täter bereits durch die Abwasserkanäle verschwunden.

Ermittler vermuten überregional agierende Organisation Die Ermittler stufen die Tat als Werk einer hochorganisierten Gruppe ein. Nach Informationen des Portals Open gibt es für diese Vorgehensweise in Italien kaum Parallelen. Die Bande agierte in zwei koordinierten Teams: Eines kontrollierte die Geiseln im Erdgeschoss, während das andere ungestört den Tresorraum plünderte – eine Taktik, um die Zeit bis zu einem polizeilichen Zugriff maximal zu dehnen. Bemerkenswert war, dass die Täter auch nach der Befreiung der Geiseln keine Verhandlungs- oder Kapitulationsversuche unternahmen, sondern ihre Arbeit an den Schließfächern fortsetzten. Die genaue Anzahl der Beteiligten ist noch unklar. Während drei Männer den Haupteingang nutzten, gehen Quellen von Open davon aus, dass sich im Tunnel sechs bis neun weitere Personen befanden, was auf eine Gesamtstärke von bis zu zwölf Personen hindeutet. Aufnahmen der Überwachungskameras zeigen Täter mit Strumpfmasken; einige Geiseln berichteten zudem von Masken, die bekannten Filmschauspielern ähnelten. Ein Augenzeuge beschrieb die Gruppe als ruhig und besonnen.

„Sie waren nicht aggressiv, es war nicht wie in manchen Filmen. Sie wirkten sehr sicher und rechneten fest mit unserer Angst.” — Unbenannte Geisel via ANSA

Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf das Videomaterial der Bank und der Umgebungskameras, insbesondere im Hinblick auf den Fluchtwagen, um die Täter möglicherweise vor ihrer Maskierung zu identifizieren.

Aufwendige Tunnelarbeiten über mehrere Monate Techniker des kommunalen Wasserversorgers ABC legten gemeinsam mit den Carabinieri das Ausmaß der unterirdischen Arbeiten frei. Die Bande hatte einen zwölf Meter langen Tunnel parallel zum Abwasserrohr gegraben und einen fünf Meter tiefen vertikalen Schacht direkt in den Raum neben dem Tresor vorgetrieben. Das Abwasserrohr war etwa einen halben Meter über dem Boden durchbrochen worden. ABC warnte vor der Dringlichkeit, die Grabungen zu schließen, da starke Regenfälle zu Überschwemmungen und geologischer Instabilität im Stadtteil Arenella führen könnten. Neapels Kanalsystem nimmt sowohl Schmutz- als auch Regenwasser auf und füllt sich bei Unwettern rasch. Die Versiegelung des Tunnels steht unter dem Vorbehalt der Staatsanwaltschaft, während Spezialisten die Gänge mit Laserscannern untersuchen. Die Präzision der Arbeiten lässt auf eine monatelange Vorbereitung schließen.

12 (Meter) — Länge des parallel zum Abwasserrohr gegrabenen Tunnels

Bankraub in Neapel — 16.–17. April 2026: — ; — ; — ; — ; —

Tradition der Tunnelräuber in Neapel Der Fall erinnert an frühere Taten der sogenannten „Banda del Buco“ (Loch-Bande). Das historische Fundament Neapels ist von antiken Gängen und Hohlräumen durchzogen, was die Stadt anfällig für diese Form der Kriminalität macht. Laut Fanpage war bereits am 28. Dezember 2016 eine Filiale der Deutschen Bank an derselben Piazza das Ziel eines ähnlichen Versuchs, der jedoch vereitelt wurde. ABC steht regelmäßig in Kontakt mit Banken, um durch Inspektionen präventiv gegen solche Grabungen vorzugehen. Im aktuellen Fall gab es jedoch keinerlei Warnsignale; der Untergrund der Filiale galt als stabil. Die Installation von Erschütterungssensoren liegt in der Verantwortung der Institute. Neapels leitender Staatsanwalt Nicola Gratteri war persönlich vor Ort, um die Ermittlungen zu koordinieren.

Die „Banda del Buco“ ist ein bekanntes Phänomen der italienischen Kriminalgeschichte, insbesondere in Städten mit weitläufiger unterirdischer Infrastruktur. Neapel ruht auf einem Netzwerk aus griechischen und römischen Tunneln, Steinbrüchen und Aquädukten. Laut Fanpage wurde am 28. Dezember 2016 ein Versuch bei der Deutschen Bank an der Piazza Medaglie d’Oro gestoppt. ABC und die Stadtverwaltung unterhalten Vereinbarungen mit Banken, die regelmäßige unterirdische Überprüfungen finanzieren.

Am Abend des 16. April versammelten sich hunderte Kunden vor der Bank, um Informationen über ihre Schließfächer zu erhalten. Deren Wert ist nur den Besitzern bekannt, Schätzungen gehen jedoch von einer Beute in Höhe von rund einer Million Euro aus – eine Summe, die von offizieller Seite bisher nicht bestätigt wurde. Forensiker untersuchen derzeit den zurückgelassenen Alfa Romeo auf DNA-Spuren und Fingerabdrücke.

Mentioned People

  • Nicola Gratteri — Prokurator Republiki przy Sądzie w Neapolu od 20 października 2023 r.
  • Biagio Storniolo — Komendant prowincjonalny Karabinierów w Neapolu

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