Die Gewerkschaften haben einen geplanten Streik des Bodenabfertigers Groundforce an spanischen Flughäfen vom 27. auf den 30. März 2026 verschoben. Reisende bleiben damit zunächst von Ausfällen zu Beginn der Karwoche verschont. Der Konflikt um die Löhne ist damit aber nicht beendet, denn die Aktion soll nun unbefristet weiterlaufen.

Streik bei Groundforce verschoben

Die Gewerkschaften haben den Beginn des geplanten Streiks auf den 30. März verlegt, nachdem es Verhandlungen in letzter Minute gegeben hatte.

Menzies mit weiteren Arbeitsniederlegungen

Bei Menzies Aviation sind für mehrere Tage im Zeitraum der Karwoche 24-Stunden-Streiks angekündigt.

Hohe Belastung für Flughäfen erwartet

Aena rechnet mit mehr als 70.000 Flügen und einer sehr hohen Auslastung von Hotels und Campingplätzen.

Streit um Tarifvertrag und Löhne

Im Mittelpunkt stehen die Auslegung von Tarifklauseln und die Frage, ob vereinbarte Gehaltsanpassungen umgesetzt wurden.

Die Gewerkschaften an spanischen Flughäfen haben einen geplanten Streik beim Bodenabfertiger Groundforce von Freitag, dem 27. März, auf Montag, den 30. März 2026, verschoben. Reisende bleiben damit zunächst von Einschränkungen zu Beginn der Karwoche verschont. Die drei beteiligten Gewerkschaften — CCOO, UGT und USO — bestätigten die Verschiebung nach Verhandlungen in letzter Minute. Sie betonten zugleich, der Streik bleibe unbefristet und werde am Montag fortgesetzt, falls es keine Einigung gebe. Betroffen sind mehr als 3.000 Beschäftigte von Groundforce an zwölf spanischen Flughäfen. Geplant sind Teilstreiks in drei täglichen Zeitfenstern: 05:00 bis 07:00 Uhr, 11:00 bis 17:00 Uhr und 22:00 bis 00:00 Uhr. Im Kern geht es um den Vorwurf der Gewerkschaften, die Unternehmensleitung habe zugesagte, an die Inflation gekoppelte Lohnerhöhungen aus dem Tarifvertrag nicht umgesetzt.

Lohnstreit dreht sich um die Auslegung des Tarifvertrags Groundforce und die Gewerkschaften liegen bei der Anwendung von zwei Artikeln des Tarifvertrags über Kreuz. CCOO erklärte, die Geschäftsführung lege Artikel 96 so restriktiv aus, dass Artikel 94 faktisch ausgehebelt werde. Dieser garantiere Gehaltsanpassungen entsprechend der seit 2022 kumulierten Inflation. Die Gewerkschaft sprach von „einem klaren Verstoß gegen den Geist und den Wortlaut des unterzeichneten Abkommens“. Neben dem Streit um die Inflationsberechnung warf CCOO der Unternehmensleitung auch vor, vereinbarte Gehaltserhöhungen für bestimmte Berufsgruppen gekürzt zu haben. Das sei „ein direkter Bruch des geltenden Tarifvertrags und schaffe ungerechtfertigte Ungleichheiten innerhalb der Belegschaft“. Die Gewerkschaft betonte, Priorität habe weiter die Verhandlung. Sie werde jedoch keine „unternehmerischen Entscheidungen akzeptieren, die Tarifverträge entleeren oder die Kosten von Inflation und schlechter Unternehmensführung auf die Beschäftigten abwälzen“. Die zwölf betroffenen Flughäfen liegen auf dem spanischen Festland und auf den Inselterritorien: Barcelona, Madrid, Alicante, Valencia, Palma de Mallorca, Ibiza, Málaga, Gran Canaria, Teneriffa Nord und Süd, Lanzarote, Fuerteventura und Bilbao. Allein auf den Kanarischen Inseln rechnet CCOO mit rund 1.000 betroffenen Beschäftigten. Die Gewerkschaft verwies darauf, dass der Streik dort „besondere Bedeutung“ habe, weil der Luftverkehr für die regionale Wirtschaft ein großes Gewicht habe.

„Diese Aktion stellt aus unserer Sicht einen klaren Verstoß gegen den Geist und den Wortlaut des unterzeichneten Abkommens dar” — CCOO via eldiario.es

Zweiter Streik bei Menzies erhöht den Druck über die Feiertage Ein separater Arbeitskampf bei Menzies Aviation belastet die spanischen Flughäfen während der Karwoche zusätzlich. Die UGT rief für Menzies für den 28. und 29. März sowie den 2., 3., 4., 5. und 6. April zum Streik auf und verwies auf das, was sie als „organisatorische Zahlungsunfähigkeit“ des Unternehmens bezeichnet. Anders als bei Groundforce sind bei Menzies an diesen Tagen jeweils 24-stündige Arbeitsniederlegungen geplant. Betroffen sind alle Unternehmen der Menzies-Gruppe in Spanien — Menzies Aviation Ibérica und Menzies Ground Services — sowie rund 3.000 Beschäftigte. Die UGT warnte, falls keine Einigung erzielt werde, würden die Streiks bis zum Jahresende an jedem Wochenende fortgesetzt. Besonders gefährdet sind bei beiden Unternehmen die Bereiche Gepäckabfertigung, Boarding und Flugzeugabfertigung, also zentrale Dienste des Flughafenbetriebs.

Streik- und Reisekalender, Karwoche 2026: — ; — ; — ; —

Mehr als 70.000 Flüge erwartet, Hotels nahezu ausgebucht Aena rechnet für die Karwoche mit insgesamt 71.166 Flügen. Das liegt leicht unter dem Wert von 2025, als 71.166 registriert wurden. Die verkehrsreichsten Flughäfen werden Adolfo Suárez Madrid-Barajas sein, gefolgt von Barcelona-El Prat und Palma de Mallorca. Die täglichen Flugzahlen bleiben während des gesamten Zeitraums über 6.000. Die letzten Feiertagstage — Sonntag, der 5. April, und Montag, der 6. April — dürften mit 6.771 und 6.652 Bewegungen die stärkste Belastung bringen. In den ersten Tagen der Ferien ist der Verkehr etwas geringer: 6.130 Flüge am 27. März, 6.070 am 28. März und 6.506 am 29. März. Wer kurzfristig eine Unterkunft sucht, hat nur begrenzte Auswahl. Hotels melden bis zu 85 Prozent Auslastung, Campingplätze 90 Prozent. Die Kombination aus weitgehend ausgelasteter Tourismusinfrastruktur und möglichen Störungen in der Bodenabfertigung wird die kommenden Tage zu einer Belastungsprobe für den Luftverkehr in Spanien zu Beginn der Hauptreisesaison.

Die Karwoche markiert in Spanien traditionell den Start der Hauptreisesaison, wenn Millionen inländische und internationale Passagiere in den Tagen rund um Ostern über spanische Flughäfen reisen. Das spanische Flughafennetz gehört zu den verkehrsreichsten in Europa, Aena betreibt Dutzende Flughäfen auf dem Festland und auf den Inselterritorien. Streiks in der Bodenabfertigung haben den Betrieb an spanischen Flughäfen in den vergangenen Jahren immer wieder beeinträchtigt. Die Konflikte drehen sich dabei meist um Tarifverträge zu Löhnen und Arbeitsbedingungen. Die Kanarischen Inseln reagieren besonders empfindlich auf Störungen im Luftverkehr, weil der Archipel sowohl für den Tourismus als auch für den Verkehr zwischen den Inseln auf Flugverbindungen angewiesen ist.

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