Das Pentagon hat beim Kongress Mittel in Höhe von 200 Milliarden Dollar für den laufenden Krieg gegen Iran beantragt. Zugleich geriet Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard im Senat unter Druck, weil sie offenließ, ob vor Kriegsbeginn tatsächlich eine unmittelbar bevorstehende iranische Nuklearbedrohung vorlag. Damit treten Widersprüche zwischen der Begründung des Weißen Hauses und den Einschätzungen der Nachrichtendienste deutlicher zutage.
Das Pentagon hat beim Kongress eine 200 (billion dollars) — Mittelbewilligung für den Krieg gegen Iran in Höhe von 200 Milliarden Dollar beantragt, um den laufenden Krieg in Iran zu finanzieren. Währenddessen sah sich die Direktorin der Nationalen Nachrichtendienste, Tulsi Gabbard, in einem Senatsausschuss mit gezielten Fragen zu den Geheimdienstbewertungen konfrontiert, mit denen der Konflikt begründet worden war. Über den Finanzierungsantrag berichteten mehrere Medien, darunter ANSA und The Independent. Es handelt sich um das formelle Ersuchen des Verteidigungsministeriums, die Militäroperationen fortzuführen, die am 28. Februar 2026 begonnen hatten. Gabbards Aussage vor dem Ausschuss zog sofort Aufmerksamkeit auf sich, nachdem sie nicht bestätigen wollte, ob ein iranischer Nuklearangriff vor Beginn des Krieges unmittelbar bevorgestanden habe. Genau diese Begründung hatte Präsident Donald Trump zuvor für den Beginn des Einsatzes angeführt. Die Anhörung machte eine wachsende Lücke zwischen der öffentlichen Kriegsbegründung der Regierung und dem Lagebild sichtbar, das die eigene Geheimdienstchefin präsentierte.
Gabbard weicht der Frage nach einer unmittelbaren Bedrohung aus Gabbard, die als achte Direktorin der Nationalen Nachrichtendienste amtierende Geheimdienstkoordinatorin ist, sagte dem Senatsausschuss, das iranische Regime sei nach den Militärschlägen im Rahmen der Operation Epic Fury weiterhin „intakt“, aber „geschwächt“. Auf die Frage, ob Iran vor dem Krieg eine unmittelbar bevorstehende nukleare Bedrohung dargestellt habe, gab Gabbard keine direkte Antwort. Sie sagte, es sei nicht ihre Aufgabe festzustellen, was als „unmittelbare Bedrohung“ gelte; diese Bewertung obliege dem Präsidenten. Im Senat wurde diese Antwort umgehend kritisch aufgenommen, weil Trump öffentlich die Unmittelbarkeit einer iranischen Nuklearbedrohung als zentrales Argument für den Kriegsbeginn genannt hatte. Nach einem Bericht der BBC trug Gabbards Gefahreneinschätzung zu der bereits bestehenden Unklarheit über den Stand des iranischen Atomprogramms bei. The Independent bezeichnete ihre Antwort als bemerkenswert und verwies darauf, dass damit eine Kernfrage zur rechtlichen und nachrichtendienstlichen Grundlage des Konflikts offenbleibe. Ergebnisse aus Websuchen deuten zudem darauf hin, dass einige Regierungsvertreter zuvor erklärt hatten, es gebe keine belastbaren Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Bedrohung durch Iran. Das verschärft den Widerspruch.
Der Antrag über 200 Milliarden Dollar deutet auf einen längeren Militäreinsatz hin Der Haushaltsantrag des Pentagons deutet darauf hin, dass die amerikanischen Militärplaner in Iran mit einem anhaltenden und kostspieligen Einsatz rechnen, der weit über die ersten Angriffe Ende Februar hinausgeht. Sollte der Kongress die Mittel bewilligen, wäre dies einer der größten einzelnen Kriegsfinanzierungsanträge der jüngeren amerikanischen Geschichte. Mediafax bezifferte die Summe auf „mehr als 200 Milliarden Dollar“, während ANSA und der griechische Sender ΣΚΑΪ die Zahl von 200 Milliarden Dollar bestätigten. Die Größenordnung des Antrags spiegelt den operativen Umfang eines Konflikts wider, in dessen Verlauf Irans früherer Oberster Führer Ali Khamenei getötet wurde und dessen Sohn Mojtaba Khamenei am 9. März 2026 zum neuen Obersten Führer ernannt wurde. Eine Zustimmung des Kongresses ist nicht gesichert. Es wird erwartet, dass der Finanzierungsantrag bei Abgeordneten und Senatoren beider Parteien auf genaue Prüfung stößt, nachdem diese Fragen zur rechtlichen Ermächtigung des Krieges und zu seinen strategischen Zielen aufgeworfen haben. Einen Termin für die Abstimmung im Kongress über die Mittelbewilligung nennen die verfügbaren Berichte bislang nicht.
Anhörung im Senat legt Widersprüche der Geheimdiensteinschätzungen offen Die Anhörung im Senatsausschuss verdeutlichte breitere Spannungen zwischen der von der Exekutive genannten Begründung für den Krieg gegen Iran und den Einschätzungen der Nachrichtendienste. Dass Gabbard sich weigerte, die Darstellung einer „unmittelbaren Bedrohung“ zu bestätigen, also genau jenes Argument, mit dem Trump die Umgehung einer formellen Kriegserklärung des Kongresses begründet hatte, brachte sie vor die Abgeordneten in eine schwierige Lage. Diese hatten mehr Rechenschaft eingefordert. Nach Ergebnissen aus Websuchen hatte Gabbard selbst zuvor vor der Möglichkeit eines Krieges mit Iran gewarnt. Gerade deshalb fällt ihr Ausweichen bei der Frage nach der Unmittelbarkeit besonders auf. Das polnische Portal Gazeta.pl wertete die Aussage als überraschendes Eingeständnis der Geheimdienstchefin zu eben jener Begründung, die Trump für den Konflikt geliefert hatte. SIC Notícias berichtete auf Portugiesisch und hob Gabbards ausweichende Haltung bei der Frage nach einem Nuklearangriff als den zentralen Moment der Anhörung hervor. Die Militärkampagne der USA und Israels gegen Iran unter dem Namen Operation Epic Fury begann am 28. Februar 2026. Bei den ersten Angriffen wurde der Oberste Führer Ali Khamenei getötet. Daraufhin bestimmte die iranische Führung am 9. März 2026 seinen Sohn Mojtaba Khamenei zu seinem Nachfolger. Der Konflikt bedeutete nach Jahren der Spannungen über Irans Atomprogramm und regionale Stellvertreteraktivitäten eine deutliche Eskalation. Die rechtliche Grundlage der Operation, einschließlich der Frage, ob der Kongress den Einsatz militärischer Gewalt formell genehmigt hat, ist seit Beginn der Kampagne umstritten. Das Zusammenspiel aus dem Finanzierungsantrag über 200 Milliarden Dollar und Gabbards ausweichender Aussage dürfte eine kontroverse Debatte im Kongress über die Finanzierung des Krieges und seine grundlegende Begründung auslösen.