Am 5. April 2026 hat Papst Leo XIV. auf dem Petersplatz seine erste Ostermesse gefeiert und die Regierenden weltweit dazu aufgerufen, den Frieden zu wählen. Vor zehntausenden Gläubigen warnte das Oberhaupt der katholischen Kirche vor einer „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ angesichts der anhaltenden bewaffneten Konflikte.
Erste Ostermesse von Leo XIV.
Der Papst feierte seine erste Ostermesse als Pontifex und mahnte Frieden in einer Zeit globaler Konflikte an.
Globalisierung der Gleichgültigkeit
Leo XIV. kritisierte scharf die zunehmende Gleichgültigkeit gegenüber Kriegsopfern und die Gier nach Profit.
Auswirkungen des Nahost-Krieges
In Jerusalem und im Libanon wurden christliche Feierlichkeiten durch den Krieg zwischen Israel und dem Iran massiv eingeschränkt.
Diplomatische Bemühungen
Der Papst traf den ukrainischen Präsidenten Selenskyj und appellierte an US-Präsident Trump, den Konflikt zu beenden.
Papst Leo XIV. beging am 5. April 2026 seine erste Ostermesse auf dem Petersplatz. Angesichts des Schatten werfenden Konflikts zwischen dem Iran und Israel, der die christlichen Feierlichkeiten im gesamten Nahen Osten belastete, appellierte er an jene, „die die Macht haben, Kriege zu beginnen“, sich stattdessen „für den Frieden zu entscheiden“. Zehntausende Gläubige versammelten sich bei strahlendem Sonnenschein auf dem mit tausenden Blumen geschmückten Platz, begleitet von Fanfarenklängen und liturgischen Gesängen. In seinem traditionellen Segen Urbi et Orbi verurteilte der Papst eine „Globalisierung der Gleichgültigkeit gegenüber dem Tod“. Er warnte, dass die Gesellschaften gegenüber den Folgen bewaffneter Auseinandersetzungen zunehmend abstumpfen würden. In Abkehr von einer langjährigen Tradition seiner Vorgänger nannte Leo XIV. während der Ansprache keine spezifischen Krisenländer oder -regionen namentlich. Im Anschluss wünschte er der Menge vom Mittelbalkon des Petersdoms aus in zehn Sprachen „Frohe Ostern“, darunter auf Arabisch, Chinesisch, Polnisch und Latein, bevor das volle Geläut der Glocken einsetzte.
Papst warnt vor Gleichgültigkeit in Zeiten des Nahostkrieges In seiner Predigt vor dem Segen „Urbi et Orbi“ verwies Leo XIV. auf die „Götzendienst des Profits, der die natürlichen Ressourcen plündert, und die Gewalt des Krieges, der tötet und zerstört“. Er prangerte zudem die „Unterdrückung der Schwächsten“ sowie die „Gier, die die Ressourcen der Erde ausbeutet“ an. Er betonte, dass die Menschen „gleichgültig gegenüber dem Tod tausender Personen“ und den „Folgen von Hass und Spaltung, die Konflikte säen“, sowie deren „wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen“ würden. Der Papst griff den Begriff der „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ auf – eine Formulierung, die er den letzten öffentlichen Worten seines Vorgängers Papst Franziskus zuschrieb, die dieser genau ein Jahr zuvor vom selben Balkon aus gesprochen hatte. Während der Karwoche hatte Leo XIV. seine diplomatischen Bemühungen verstärkt: Am Freitag, dem 3. April, empfing er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Vatikan und rief US-Präsident Donald Trump dazu auf, einen Ausweg aus dem Nahost-Konflikt zu suchen.
„Man sagte mir, dass Präsident Trump kürzlich erklärt habe, er wolle den Krieg beenden. Ich hoffe, dass er nach einem Ausweg sucht. Ich hoffe, dass er nach einem Weg sucht, die Gewalt und die Bombardierungen zu reduzieren, was erheblich dazu beitragen würde, den Hass zu lindern, der sich im Nahen Osten und anderswo ausbreitet und weiter wächst.” — Pope Leo XIV via Ouest France
Zudem kündigte er für den 11. April 2026 eine Friedensgebetswache auf dem Petersplatz an.
Geschlossene Türen am Heiligen Grab, christliche Dörfer im Libanon unter Beschuss Die Auswirkungen des Krieges waren auch an den wichtigsten Stätten des Christentums deutlich spürbar. In Jerusalem fanden die liturgischen Feiern innerhalb der Grabeskirche hinter verschlossenen Türen statt. Grund hierfür waren die Versammlungsbeschränkungen, die seit Ausbruch des Krieges mit dem Iran am 28. Februar in Kraft sind. Straßensperren der israelischen Polizei kontrollierten am Sonntagmorgen den Zugang für die wenigen zugelassenen Gläubigen. Kardinal Pierbattista Pizzaballa, der Lateinische Patriarch von Jerusalem, merkte in seiner Homilie an, dass die „Türen geschlossen bleiben“ und die „Stille fast absolut“ sei, nur in der Ferne gestört durch die Verwüstungen, die der Krieg in diesem heiligen und zerrissenen Land weiterhin anrichte. Der 52-jährige Jack Straw, ein Bewohner der Jerusalemer Altstadt, sagte, es sei das „erste Mal in meinem Leben, dass ich eine heilige Stätte völlig geschlossen sehe“, und fügte hinzu, das Heilige Grab sei das „Symbol für das wichtigste Ereignis der christlichen Geschichte“. Im Libanon gerieten mehrheitlich christliche Orte im Süden in die Kämpfe zwischen Israel und der schiitischen Hisbollah-Bewegung. Einwohner des Dorfes Debel nahe der israelischen Grenze bereiteten die Ostermesse vor, während um sie herum Bombardierungen zu hören waren. Der Gemeindevertreter Joseph Attieh bezeichnete die Lage als „folgenschwer“ und erklärte, die Menschen seien „verängstigt“. Die Bombardierungen und Schüsse hätten seit Freitagabend nicht aufgehört, dennoch wurde die Messe wie geplant durchgeführt.
Erster US-Papst seit einem Jahr im Amt – Enzyklika erwartet Leo XIV., geboren als Robert Francis Prevost am 14. September 1955 in Chicago, wurde am 8. Mai 2025 im Anschluss an das Konklave nach dem Tod von Papst Franziskus gewählt. Er ist der erste Papst aus den Vereinigten Staaten und der erste aus dem Orden der Augustiner-Eremiten. Seine Wahl erfolgte nach einer langjährigen Tätigkeit als Missionar in Peru. Der Krieg zwischen dem Iran und Israel, der am 28. Februar 2026 ausbrach, hat seither die geopolitische und humanitäre Lage im gesamten Nahen Osten verändert und betrifft christliche Gemeinschaften von Jerusalem bis zum Libanon.
Da Leo XIV. am 8. Mai 2025 gewählt wurde, markierte das Osterfest am 5. April 2026 sein erstes als Oberhaupt des Heiligen Stuhls. Der Theologe Jean-François Colosimo erklärte gegenüber Ouest France, dass die Osterbotschaft des Papstes die bevorstehende Veröffentlichung seiner ersten Enzyklika ankündige, die rund um seinen Jahrestag erwartet wird. Es heißt, das Schreiben orientiere sich an der Soziallehre von Leo XIII., dem Papst des 19. Jahrhunderts, dessen Namen Leo XIV. annahm. In Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) wurden Messen Berichten zufolge von Freitag an bis auf Weiteres abgesagt. Vom 13. bis 23. April wird der Papst zudem eine große Afrika-Reise unternehmen, die ihn laut Ouest France unter anderem nach Algerien, Kamerun und Angola führen wird.
„Wir gewöhnen uns an die Gewalt, wir finden uns damit ab und werden gleichgültig. Gleichgültig gegenüber dem Tod tausender Menschen. Gleichgültig gegenüber den Folgen von Hass und Spaltung, die Konflikte säen.” — Pope Leo XIV via RTBF
Papst Leo XIV. — Wichtige Ereignisse: — ; — ; — ; — ; —
Mentioned People
- Leo XIV — głowa Kościoła katolickiego i suweren Państwa Watykańskiego
- Pierbattista Pizzaballa — włoski franciszkanin, kardynał, łaciński patriarcha Jerozolimy od 2020 roku
- Volodymyr Zelensky — prezydent Ukrainy
- Donald Trump — prezydent Stanów Zjednoczonych
Sources: 8 articles
- Le Pape appelle 'ceux qui ont le pouvoir de déclencher les guerres' à 'choisir la paix' - RTBF Actus (RTBF)
- Le Pape appelle "ceux qui ont le pouvoir de déclencher les guerres" à "choisir la paix" (La Libre.be)
- Qu'a dit le pape Léon pour sa première messe de Pâques ? (20minutes)
- Pour sa première célébration de " Pâques, les appels réitérés à la paix du pape Léon XIV (Ouest France)
- Le pape Léon XIV appelle " ceux qui ont le pouvoir de déclencher les guerres " à " choisir la paix " (Le Parisien)
- Pâques : Léon XIV s'insurge contre la guerre et lui oppose "la force" de la paix (Le Figaro.fr)
- Le pape débute sa première messe de Pâques entourés de dizaines de milliers de fidèles et dénonce "la violence de la guerre" (La Libre.be)
- Vatican : le pape Léon XIV célèbre ses premières Pâques et prononce sa première bénédiction "Urbi et orbi" à 12h30 (SudOuest.fr)