Nahe dem Weißen Haus ist eine knapp vier Meter hohe Nachbildung einer umstrittenen Christopher-Columbus-Statue aufgestellt worden. Die Trump-Regierung knüpft damit an ihre Linie an, während der Proteste von 2020 entfernte oder zerstörte Denkmäler wieder sichtbar zu machen. Das Monument ist abgesperrt, von der Straße aus aber zu sehen.
Statue nahe dem Weißen Haus aufgestellt
Die Trump-Regierung ließ am Wochenende des 22. März 2026 eine etwa vier Meter hohe Columbus-Nachbildung auf dem Gelände des Eisenhower Executive Office Building installieren.
Nachbildung enthält Teile des zerstörten Originals
Die Marmorstatue des Bildhauers Will Hemsley aus Maryland enthält Fragmente des Denkmals, das am 4. Juli 2020 in Baltimore gestürzt und in den Inner Harbor geworfen worden war.
Geschenk italienisch-amerikanischer Organisationen
COPOMIAO schenkte die Statue der Bundesregierung. Das Gelände ist eingezäunt, die Skulptur ist aber von der Pennsylvania Avenue und der 17th Street aus sichtbar.
Teil einer breiteren Denkmälerpolitik
Die Regierung verbindet die Aufstellung mit ihrer Linie, während der Proteste von 2020 entfernte Denkmäler zurückzubringen, darunter auch Monumente mit Bezug zur Konföderation.
Columbus bleibt politisch umstritten
Während italienisch-amerikanische Organisationen Columbus als Identifikationsfigur verteidigen, verweisen indigene Aktivisten und Historiker auf Gewalt, Versklavung und Eroberung in Folge seiner Reisen.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat am Wochenende des 22. März 2026 auf dem Gelände des Eisenhower Executive Office Building neben dem Weißen Haus eine 13 Fuß hohe, also ungefähr vier Meter große, Nachbildung einer Christopher-Columbus-Statue aufstellen lassen. Es ist der jüngste Schritt Trumps, die Rolle des umstrittenen Entdeckers öffentlich aufzuwerten. Die Skulptur wurde überwiegend aus Marmor von dem Bildhauer Will Hemsley aus Maryland gefertigt. Sie enthält Bruchstücke des ursprünglichen Denkmals, das Demonstranten am 4. Juli 2020 in Baltimore stürzten und in den Inner Harbor warfen. Dies geschah während landesweiter Proteste gegen institutionellen Rassismus nach der Tötung von George Floyd durch einen Polizisten.
Die Nachbildung wurde der Bundesregierung von der Conference of Presidents of Major Italian American Organizations, kurz COPOMIAO, geschenkt. Der Bereich ist derzeit eingezäunt und für die Allgemeinheit nicht zugänglich. Von der Pennsylvania Avenue und der 17th Street aus ist die Statue jedoch zu sehen. Der Sprecher des Weißen Hauses, Davis Ingle, erklärte, die Regierung betrachte Columbus als Helden und Trump wolle sicherstellen, dass er auch in kommenden Generationen entsprechend geehrt werde. „In diesem Weißen Haus ist Christopher Columbus ein Held, und Präsident Trump wird sicherstellen, dass er auch für kommende Generationen als solcher geehrt wird.” — Davis Ingle via The New York Times
Inschrift verknüpft die Zerstörung von 2020 mit Trumps erneuter Widmung Auf dem Sockel der Statue steht nach Angaben der Washington Post die Inschrift: „Destroyed July 4, 2020 ... Resurrected 2022 ... Rededicated by President Donald J. Trump, October 13, 2025“. Damit wird der Weg des Denkmals vom Hafenboden auf Bundesgelände nachgezeichnet. In einem an den COPOMIAO-Vorsitzenden Basil Russo gerichteten Brief bezeichnete Trump Columbus als „den ursprünglichen amerikanischen Helden“ und dankte der Organisation für ihre „außergewöhnliche Großzügigkeit“, die Statue nach Washington gebracht zu haben, nachdem das Original in seinen Worten von „antiamerikanischen Randalierern“ zerstört worden sei. Trump schrieb, die Reise von Columbus im Jahr 1492 habe „Tausende Jahre an Weisheit, Philosophie, Vernunft und Kultur über den Atlantik in die Amerikas“ gebracht. Dies habe aus seiner Sicht den „Triumph der westlichen Zivilisation“ ermöglicht. John Pica, Lobbyist aus Maryland und Präsident von Italian American Organizations United, jener Gruppe, der die Statue gehört und die zugestimmt hat, sie der Bundesregierung zu überlassen, sagte, man freue sich, dass die Statue einen Ort gefunden habe, „an dem sie in Ruhe wirken kann und geschützt ist“. Basil Russo erklärte in einer gesonderten Stellungnahme, Columbus-Denkmäler dienten seit Langem mehr als 18 Millionen US-Amerikanern italienischer Herkunft als Zeichen von Stolz und kultureller Identität. 18 million (people) — Von COPOMIAO genannte Zahl der US-Amerikaner italienischer Herkunft
Die ursprüngliche Columbus-Statue in Baltimore wurde 1984 vom damaligen Präsidenten Ronald Reagan enthüllt. Am 4. Juli 2020 wurde sie während Protesten, die sich nach dem Tod von George Floyd in den Vereinigten Staaten ausbreiteten, gestürzt und in Baltimores Inner Harbor geworfen. Floyd, ein Afroamerikaner, war am 25. Mai 2020 in Minneapolis von der Polizei getötet worden. In jener Zeit wurden innerhalb weniger Monate landesweit mehr als 30 Statuen entfernt, entweder durch Demonstranten oder auf Beschluss lokaler Behörden. Die Nachbildung wurde 2022 unter Verwendung von aus dem Hafen geborgenen Fragmenten errichtet. Im Jahr 2021 war Präsident Joe Biden der erste US-Präsident, der den Indigenous Peoples' Day mit einer formellen Proklamation offiziell würdigte und dabei den Schaden anerkannte, den die Reisen von Columbus indigenen Gemeinschaften zugefügt hatten.
Denkmal fügt sich in Trumps breitere Kampagne zur Rückkehr entfernter Statuen ein Die Aufstellung ist Teil eines umfassenderen Vorhabens der Trump-Regierung, Denkmäler wiederherzustellen, die während der Proteste von 2020 entfernt oder zerstört wurden. Die Regierung deutet diese Entfernungen als ideologisch motivierten Angriff auf amerikanische Geschichte und nationales Erbe. Sie hat auch eine Statue des konföderierten Offiziers Albert Pike in Washington wieder aufstellen lassen und angekündigt, ein Denkmal der Konföderation auf den Arlington National Cemetery in Virginia zurückzubringen. Trump nahm 2025 Bidens Anerkennung des Indigenous Peoples' Day zurück, setzte den Columbus Day wieder als bundesweiten Gedenktag ein und ordnete an, Flaggen auf öffentlichen Gebäuden zu Ehren dessen zu hissen, was er den „ursprünglichen amerikanischen Helden“ nannte. Die Platzierung der Statue in der Nähe des Weißen Hauses fällt zudem in die Vorbereitungen auf den 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Die Regierung stellt Columbus dabei als grundlegende Figur der amerikanischen Nationalerzählung dar. Trump erklärte im vergangenen April, er hole den Columbus Day „aus der Asche zurück“, und warf den Demokraten vor, sie hätten „alles getan, um Christopher Columbus, seinen Ruf und all die Italienisch-Amerikaner, die ihn so sehr lieben, zu zerstören“.
Columbus bleibt in den USA eine stark umstrittene historische Figur Die Figur des Columbus spaltet die amerikanische Öffentlichkeit seit Langem. Italienisch-amerikanische Organisationen verteidigen ihn als Symbol für den Beitrag ihrer Gemeinschaft zu den Vereinigten Staaten. Vertreter indigener Rechte und viele Historiker verweisen hingegen auf seine Rolle bei Eroberung, Versklavung und Tötung indigener Bevölkerungen während seiner Reisen zwischen 1492 und 1504. Mehrere US-Bundesstaaten und Kommunen haben den Columbus Day in den vergangenen Jahren durch eine Würdigung des Indigenous Peoples' Day ersetzt. In seiner Proklamation zum Columbus Day 2021 erklärte Biden, Columbus habe „eine Welle der Zerstörung eingeleitet: Gewalt gegen indigene Gemeinschaften, Vertreibung und Diebstahl angestammter Stammesgebiete, die Einführung und Verbreitung von Krankheiten und mehr“. Columbus, ein Seefahrer aus Genua, erreichte 1492 das Gebiet der heutigen Bahamas und betrat nie das Festland der heutigen Vereinigten Staaten. Seine Reisen gelten jedoch weithin als Beginn eines dauerhaften europäischen Kontakts mit dem amerikanischen Kontinent. Das Eisenhower Executive Office Building, vor dem die Statue nun steht, gehört zum Komplex des Weißen Hauses und beherbergt verschiedene Präsidentenbüros. Dadurch erhält das Denkmal eine hohe symbolische Sichtbarkeit, auch wenn der unmittelbare Zugang wegen der Absperrung eingeschränkt bleibt. Die Aufstellung fand auch in internationalen Medien Beachtung und wurde als Hinweis auf die kulturellen und politischen Prioritäten der Regierung vor dem Jubiläum der amerikanischen Unabhängigkeit gewertet.
Columbus Statue: From Baltimore to the White House: — ; — ; — ; — ; —
Mentioned People
- Donald Trump — Prezydent Stanów Zjednoczonych
- Davis Ingle — Rzecznik Białego Domu
- Will Hemsley — Artysta z Maryland, który stworzył replikę rzeźby
- Basil Russo — Przewodniczący Conference of Presidents of Major Italian American Organizations
- Ronald Reagan — 40. prezydent Stanów Zjednoczonych, który odsłonił oryginalny pomnik w 1984 r.
- Joe Biden — Były prezydent Stanów Zjednoczonych
Sources: 11 articles
- Trump instala nos jardins da Casa Branca réplica da estátua de Colombo derrubada em 2020 (Observador)
- Statua di Colombo davanti alla Casa Bianca: così Trump sfida la cancel culture (il Giornale.it)
- Trump coloca una estatua de Cristóbal Colón a la entrada de uno de los edificios de la Casa Blanca (eldiario.es)
- Pomnik Kolumba stanął obok Białego Domu. Trump: amerykański bohater (TVN24)
- Trump erects statue of Christopher Columbus in White House grounds (The Guardian)
- Trump instala una estatua de Cristóbal Colón en la Casa Blanca en su cruzada 'antiwoke' (El Confidencial)
- Trump instala una estatua de Colón en la Casa Blanca para exaltar al "héroe americano" (La Razón)
- Trump instala una estatua de Colón junto a la Casa Blanca (Deutsche Welle)
- Trump instala una estatua de Cristóbal Colón en la Casa Blanca (EL PAÍS)
- Colón vuelve a Washington: la Administración Trump recupera una estatua junto a la Casa Blanca (El Periódico)