Am Dienstagmorgen, den 7. April 2026, wurde Ben Roberts-Smith am Flughafen von Sydney festgenommen. Dem Träger des Victoria-Cross werden fünf Morde während seiner Dienstzeit in Afghanistan zwischen 2009 und 2012 zur Last gelegt. Ihm droht bei einer Verurteilung eine lebenslange Freiheitsstrafe.
Festnahme am Flughafen
Ben Roberts-Smith wurde am 7. April 2026 nach seiner Ankunft aus Brisbane in Sydney festgenommen.
Fünffache Mordanklage
Die Vorwürfe betreffen die Tötung unbewaffneter Afghanen, die sich bereits unter militärischer Kontrolle befanden.
Ende des zivilen Rechtswegs
Die Verhaftung folgt auf eine gescheiterte Verleumdungsklage, in der ein Gericht die Mordvorwürfe bereits als weitgehend glaubhaft einstufte.
Ben Roberts-Smith, Australiens am höchsten dekorierter lebender Soldat und Empfänger des Victoria-Cross, wurde am Dienstagmorgen am Flughafen von Sydney festgenommen. Ihm werden fünf Morde als Kriegsverbrechen im Zusammenhang mit Einsätzen in Afghanistan zwischen 2009 und 2012 vorgeworfen. Die australische Bundespolizei identifizierte den Beschuldigten als ein 47-jähriges ehemaliges Mitglied der australischen Streitkräfte (ADF), während lokale Medien ihn als Roberts-Smith benannten. Laut Polizeiangaben erfolgte die Festnahme nach seiner Landung aus Brisbane. Jede der Anklagen kann im Falle einer Verurteilung mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe geahndet werden. Roberts-Smith hat die Vorwürfe während der jahrelangen öffentlichen und juristischen Aufarbeitung stets bestritten.
Opfer waren unbewaffnet und unter Kontrolle der ADF Die Kommissarin der Bundespolizei, Krissy Barrett, erklärte auf einer Pressekonferenz, dass die mutmaßlichen Opfer zum Zeitpunkt ihres Todes keine Kombattanten gewesen seien. „Es wird zur Last gelegt, dass die Opfer festgenommen waren, unbewaffnet waren und unter der Kontrolle von ADF-Mitgliedern standen, als sie getötet wurden.” — Krissy Barrett via Deutsche Welle Barrett fügte hinzu, dass die Opfer mutmaßlich entweder direkt durch den Beschuldigten oder durch ihm unterstellte Soldaten auf seinen Befehl hin erschossen wurden. Die Anschuldigungen beinhalten, dass Roberts-Smith einen unbewaffneten afghanischen Jugendlichen erschossen und einen gefesselten Gefangenen von einer Klippe gestoßen haben soll, bevor er dessen Erschießung anordnete. Zudem wird ihm vorgeworfen, in drei weiteren Fällen die vorsätzliche Tötung von Personen unterstützt oder angeordnet zu haben. Laut La Libre.be ereigneten sich die mutmaßlichen Morde im April 2009 sowie im September und Oktober 2012 in der afghanischen Provinz Urusgan. Barrett betonte, dass sich das mutmaßliche Fehlverhalten auf eine sehr kleine Zahl von Personen beschränke und nicht repräsentativ für das gesamte australische Militär sei. „Die überwältigende Mehrheit unserer ADF-Angehörigen macht unser Land stolz. Die heutigen Anklagen spiegeln nicht die Mehrheit der Mitglieder wider, die unter der australischen Flagge mit Ehre, Auszeichnung und den Werten einer demokratischen Nation dienen.” — Krissy Barrett via The Independent
Festnahme nach Niederlage im Verleumdungsprozess Der strafrechtlichen Verfolgung von Roberts-Smith ging ein langwieriger Rechtsstreit voraus, der begann, nachdem australische Zeitungen 2018 erstmals über das Fehlverhalten berichtet hatten. Er strengte daraufhin den wohl teuersten Verleumdungsprozess in der Geschichte Australiens gegen die Zeitungen an. Ein Bundesrichter entschied jedoch 2023, dass die Veröffentlichungen vier der sechs erhobenen Mordvorwürfe bewiesen hatten. Seine letzte Berufung wurde im September 2025 vom High Court zurückgewiesen, womit alle zivilrechtlichen Mittel ausgeschöpft waren. Die strafrechtlichen Ermittlungen wurden gemeinsam vom Amt des Sonderermittlers (OSI) und der Bundespolizei geführt und im Jahr 2021 eingeleitet. Ross Barnett, Leiter der Ermittlungen beim OSI, wies auf die Komplexität des Falls hin. Den Ermittlern hätten der Zugang zum Tatort sowie physische Beweise wie Fotos, Lagepläne oder kriminaltechnische Analysen am Fundort gefehlt. „Sollten die Beweise dazu führen, dass weitere Personen angeklagt werden müssen, können Sie sicher sein, dass dies geschehen wird.” — Ross Barnett via rmf24.pl Roberts-Smith wurde noch am Dienstag direkt vom Flughafen zur Vorführung vor ein lokales Gericht in New South Wales gebracht.
Ein Bericht des Untersuchungsrichters Paul Brereton aus dem Jahr 2020 fand glaubwürdige Beweise dafür, dass Mitglieder der Eliteeinheit Special Air Service Regiment zwischen 2005 und 2016 mindestens 39 unbewaffnete afghanische Gefangene und Zivilisten rechtswidrig getötet hatten. Gefechtssituationen seien im Nachhinein inszeniert worden, um Verstöße gegen das internationale Kriegsrecht zu vertuschen. Dieser Bericht führte zur Gründung des Amts des Sonderermittlers. Insgesamt dienten über zwei Jahrzehnte hinweg etwa 39.000 bis 40.000 australische Soldaten im Rahmen von US- und NATO-geführten Operationen in Afghanistan, wobei 41 im Einsatz fielen. Roberts-Smith erhielt das Victoria-Cross für besondere Tapferkeit während eines Gefechts gegen Taliban-Kämpfer im Jahr 2010 in Kandahar und absolvierte zwischen 2006 und 2012 sechs Einsätze.
Zweiter australischer Veteran angeklagt, 53 Untersuchungen laufen Roberts-Smith ist der zweite australische Afghanistan-Veteran, der wegen Kriegsverbrechen angeklagt wird. Zuvor wurde gegen den ehemaligen Soldaten des Special Air Service Regiment (SAS), Oliver Schulz, Anklage wegen des Mordes an dem Afghanen Dad Mohammad erhoben. Dieser soll im Mai 2012 in der Provinz Urusgan dreimal in den Kopf geschossen worden sein. Das OSI und die Bundespolizei führen derzeit 53 Untersuchungen zu mutmaßlichen Kriegsverbrechen australischer Soldaten in Afghanistan durch. Davon wurden 39 ohne Anklage abgeschlossen, rund zehn sind noch offen. Barnett erklärte, dass die Ermittlungen gegen Roberts-Smith gerade wegen des Fehlens forensischer Spuren am Tatort kompliziert und zeitaufwendig gewesen seien. Die Zeitung NRC berichtete, dass in früheren Anhörungen ehemalige Soldaten über die Praxis des „Blooding“ aussagten. Dabei seien unerfahrene Soldaten von Vorgesetzten angewiesen worden, Gefangene zu erschießen, als eine Art Initiationsritus. Roberts-Smiths Anwalt gab unmittelbar nach der Festnahme keine Stellungnahme ab.
Ben Roberts-Smith — Wichtige Daten: — ; — ; — ; — ; — ; — ; —
5 (Anklagepunkte wegen Mordes) — erwartet Roberts-Smith; auf jeden steht lebenslange Haft
Mentioned People
- Ben Roberts-Smith — Australijski były żołnierz, kawaler Krzyża Wiktorii, wobec którego sąd cywilny orzekł, że dopuścił się zbrodni wojennych
- Krissy Barrett — Komisarz Australijskiej Policji Federalnej
- Oliver Schulz — Były żołnierz pułku Special Air Service, oskarżony o zbrodnię wojenną morderstwa w 2023 roku
Sources: 13 articles
- Mordvorwürfe: Australischer Ex-Elitesoldat festgenommen (watson.ch/)
- Australien: Ex-Elitesoldat wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen festgenommen (ZEIT ONLINE)
- Hochdekorierter Veteran: Australischer Ex-Elitesoldat wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen verhaftet (N-tv)
- Ben Roberts-Smith arrested by Australian federal police at Sydney airport - video (The Guardian)
- Australia arrests decorated veteran on war crimes charges (Deutsche Welle)
- Bohater narodowy zbrodniarzem wojennym? Wstrząsające ustalenia (rmf24.pl)
- Soldat in Australien wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen in Afghanistan festgenommen (stern.de)
- Former Australian soldier charged with committing 5 war crime murders in Afghanistan (The Independent)
- Un soldat australien arrêté pour des crimes de guerre présumés en Afghanistan (La Libre.be)
- Beroemdste militair van Australië opgepakt wegens oorlogsmisdaden in Afghanistan (NRC)