Nach Angaben der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik verzeichnet Sachsen-Anhalt einen Anstieg der Widerstandshandlungen gegen Beamte um zehn Prozent. Die Zahl der betroffenen Polizisten stieg im Vergleich zum Vorjahr von 1.957 auf nunmehr 2.220 Personen an.

Zehn Prozent mehr Widerstand

Die Zahl der Widerstandshandlungen in Sachsen-Anhalt stieg auf 1.050 Fälle an.

Mehr Beamte betroffen

Insgesamt wurden 2.220 Polizisten Opfer von Gewalt, ein deutlicher Anstieg zum Vorjahr.

Substanzmissbrauch als Treiber

Bei zwei Dritteln der Fälle waren die Verdächtigen alkoholisiert; auch Drogenkonsum spielt eine wachsende Rolle.

Forderung nach Bodycams

Die Gewerkschaften fordern eine flächendeckende Ausstattung mit Körperkameras zur Prävention.

Polizeibeamte in Sachsen-Anhalt registrierten laut der Polizeilichen Kriminalstatistik des Landes 1050 (Widerstandshandlungen) — 1.050 Widerstandshandlungen, was einer Steigerung von zehn Prozent gegenüber den 951 Fällen des Vorjahres entspricht. Die Anzahl der Beamten, die Opfer von Gewalt wurden, stieg von 1.957 im vorangegangenen Zeitraum auf 2.220 an. Olaf Sendel, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft in Sachsen-Anhalt, bezeichnete diesen Trend als direktes Spiegelbild der gesellschaftlichen Verhältnisse. „Das ist ein Abbild des Alltags” — Olaf Sendel via dpa Eycke Körner, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in Sachsen-Anhalt, merkte an, dass das Land damit einem bundesweiten Trend folge. Als Ursachen nannte er Faktoren, die von Substanzmissbrauch bis hin zu einem tiefsitzenden Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen reichen. Alkohol und Drogen als Auslöser bei zwei Dritteln der AuseinandersetzungenSubstanzmissbrauch erwies sich als wesentlicher Treiber für Gewalt gegen Beamte; bei zwei Dritteln aller erfassten Widerstandshandlungen standen die Tatverdächtigen unter Alkoholeinfluss. Körner verwies auf 61 (Drogentote) — im jüngsten Berichtsjahr in Sachsen-Anhalt registrierte Drogentote als Beleg dafür, dass Rauschmittelkonsum eine immer größere Rolle bei Störungen der öffentlichen Ordnung spiele. Psychosoziale Krisen, die häufig durch Drogenkonsum verschärft würden, nähmen zu und erhöhten das Potenzial für gewaltsame Konfrontationen erheblich, so Körner. Über den Substanzmissbrauch hinaus identifizierten beide Gewerkschaftsführer eine wachsende Skepsis gegenüber staatlicher Autorität als strukturelles Problem. Polizeikritische Narrative kursierten ungefiltert in sozialen Netzwerken und beschädigten das Ansehen der Beamten bereits vor dem ersten Zusammentreffen. „Das Vertrauen in staatliche Institutionen sinkt” — Eycke Körner via ZEIT ONLINEGewalt gegen die Polizei in Sachsen-Anhalt: Widerstandshandlungen (before: 951 (Vorjahr), after: 1.050 (aktuelles Jahr)); Polizisten, die Opfer von Gewalt wurden (before: 1.957 (Vorjahr), after: 2.220 (aktuelles Jahr))Widerstand gegen Polizeibeamte ist bundesweit Gegenstand politischer Debatten, wobei die Statistiken auf Bundesebene seit Jahren steigende Fallzahlen ausweisen. Die 1950 gegründete GdP setzt sich seit langem für einen verbesserten Schutz von Einsatzkräften auf Landes- und Bundesebene ein. Sachsen-Anhalt verfügt über eigene Landesbezirke der beiden großen Polizeigewerkschaften DPolG und GdP, die regelmäßig Einschätzungen zu Arbeitsbedingungen und Sicherheitstrends veröffentlichen. Bodycams und Deeskalationstraining als zentrale ForderungenDie GdP fordert vordringlich die flächendeckende Einführung von Bodycams für alle Polizeikräfte und argumentiert, dass diese Kameras Gewalt nachweislich reduzieren. Körner sprach sich zudem für spezialisierte Deeskalationstrainings aus, um Beamte besser auf den Umgang mit Personen in akuten psychischen Ausnahmesituationen vorzubereiten. Sowohl Sendel als auch Körner ordneten das Problem als gesamtgesellschaftliche Aufgabe ein, die über polizeiliche Belange hinausgeht. Es müsse hinterfragt werden, wie staatliche Autorität wahrgenommen werde. Sendel betonte insbesondere die Rolle von Familien und Schulen bei der Vermittlung bürgerlicher Werte an jüngere Generationen. „Demokratie muss vorgelebt werden” — Olaf Sendel via ZEIT ONLINE Die Gewerkschaftsführer verzichteten auf konkrete Gesetzesvorschläge und konzentrierten sich stattdessen auf Ausrüstung, Ausbildung und einen breiteren gesellschaftlichen Diskurs über den Respekt gegenüber öffentlichen Institutionen.

Mentioned People

  • Olaf Sendel — Przewodniczący landowego oddziału Niemieckiego Związku Zawodowego Policji (DPolG) w Saksonii-Anhalt
  • Eycke Körner — Współprzewodniczący landowego oddziału Związku Zawodowego Policji (GdP) w Saksonii-Anhalt

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