Nach dem Tod des 15-jährigen Dominik M. im Ośno-See bei Wilcze hat die Staatsanwaltschaft Poznań am 2. April 2026 Anklage gegen zwei Verantwortliche erhoben. Dem 21-jährigen Gruppenleiter Marek G. und dem 19-jährigen Rettungsschwimmer Igor K. wird fahrlässige Tötung sowie die Gefährdung von Leib und Leben vorgeworfen. Der Junge ertrank in der Nacht vom 23. auf den 24. Juli 2025 während einer Mutprobe für einen höheren Pfadfinderrang.
Anklage wegen fahrlässiger Tötung
Ein 21-jähriger Gruppenleiter und ein 19-jähriger Rettungsschwimmer stehen vor Gericht, nachdem ein 15-jähriger Pfadfinder bei einer Nachtprüfung ertrank.
Erhebliche Sicherheitsmängel
Der Junge schwamm bei dichtem Nebel ohne Sicherungsseil oder Boje; das bereitstehende Rettungsboot hatte keine Ruder.
Reue und Vergebung
Beide Angeklagte drückten Reue aus und baten die Eltern um Verzeihung, die diese laut Staatsanwaltschaft gewährten.
Die Bezirksstaatsanwaltschaft Poznań gab am 2. April 2026 bekannt, dass die Anklageschrift gegen zwei Männer im Zusammenhang mit dem Ertrinken des 15-jährigen Dominik M. beim Bezirksgericht in Wolsztyn eingereicht wurde. Den Beschuldigten, dem 21-jährigen Erzieher und Gruppenleiter Marek G. sowie dem 19-jährigen WOPR-Rettungsschwimmer Igor K., wird fahrlässige Tötung und die unmittelbare Gefährdung von Leib und Leben vorgeworfen. Der Vorfall ereignete sich in der Nacht vom 23. auf den 24. Juli 2025 am Ośno-See in der Wojewodschaft Großpolen. Der Jugendliche versuchte, den Pfadfinderrang ćwik zu erlangen, wofür er 500 Meter bei Nacht in voller Uniform und Stiefeln durch den See schwimmen sollte. Beiden Angeklagten droht eine Freiheitsstrafe zwischen drei Monaten und fünf Jahren.
Junge schwamm allein im Nebel, Boot war ohne Ruder Nach den Ermittlungsergebnissen begab sich Dominik M. gegen 01:00 Uhr nachts ins Wasser. Der Gruppenleiter und der Rettungsschwimmer beobachteten ihn vom Steg aus lediglich anhand des Lichts seiner Stirnlampe. Staatsanwältin Magdalena Kasprzak, Leiterin der Staatsanwaltschaft Wolsztyn, erklärte, dass die Stirnlampe ihren Zweck nicht erfüllen konnte, da sich zu diesem Zeitpunkt Nebel über dem See ausgebreitet hatte. Der Junge führte keine Sicherheitsboje mit sich und war nicht durch ein Seil mit den Personen auf dem Steg verbunden. Ein zur Verfügung stehendes Boot verfügte über keine Ruder. „Die Beschuldigten haben keine angemessenen Sicherheitsvorkehrungen für den 15-Jährigen getroffen. Es wurden zwar bestimmte Schritte unternommen, aber diese waren offensichtlich unzureichend und ungeplant.” — Magdalena Kasprzak via TVN24 Erst als beunruhigende Geräusche aus dem Wasser zu hören waren, begannen Marek G. und Igor K., zum Jungen zu schwimmen. Sie hatten jedoch Schwierigkeiten, ihn im Nebel zu erreichen und die Stelle zu lokalisieren, an der er untergegangen war. Feuerwehrkräfte aus Wolsztyn, Kościan und Poznań beteiligten sich an der Suche. Die Leiche des Jungen wurde laut Berichten von Głos Wielkopolski und NIEZALEZNA.PL gegen 05:30 Uhr am Ufer geborgen.
Marek G. räumte Sicherheitsmängel ein; Igor K. bestreitet Schuld Staatsanwalt Łukasz Wawrzyniak, Sprecher der Bezirksstaatsanwaltschaft Poznań, gab an, dass Marek G. zunächst auf nicht schuldig plädierte, im weiteren Verlauf der Ermittlungen jedoch einräumte, die Sicherheit des Opfers nicht ausreichend gewährleistet zu haben. Er gab zudem an, Igor K. über den Ablauf der Prüfung informiert zu haben. Igor K. bestätigte seine Anwesenheit in der Tatnacht, bestritt jedoch eine strafrechtliche Schuld. „Der erste Beschuldigte, Marek G., gab zu, dass er es versäumt hat, für die angemessene Sicherheit des Opfers zu sorgen. Der zweite Beschuldigte, Igor K., gab an, an dem Ereignis beteiligt gewesen zu sein, plädierte jedoch auf nicht schuldig. Beide Männer drückten ihr Bedauern und ihre Reue aus.” — Łukasz Wawrzyniak via Radio Wrocław Kasprzak merkte an, dass trotz der Bestätigung des Sachverhalts gewisse Abweichungen in den Aussagen bestünden. Beide Männer waren zuvor nicht vorbestraft. 500 (Meter) — betrug die Distanz, die Dominik bei Nacht für die Prüfung schwimmen sollte
Eltern verzeihung den Beschuldigten; Lager wurde vom ZHR-Distrikt Niederschlesien organisiert Dominik M. war Schüler des II. Gymnasiums in Świdnica und nahm an einem Sommerlager teil, das vom niederschlesischen Distrikt des Pfadfindervebandes der Republik (ZHR) organisiert wurde. Laut Staatsanwaltschaft suchten beide Angeklagten das Gespräch mit den Eltern des Opfers und erhielten deren Verzeihung. Das Verfahren wird nun vor dem Bezirksgericht in Wolsztyn fortgesetzt.
Der Ośno-See liegt im Kreis Wolsztyn in der Wojewodschaft Großpolen. Der ZHR wurde am 12. Februar 1989 gegründet. Der Rang „ćwik“ gehört zu den höheren Stufen im polnischen Pfadfindersystem. Die Ermittlungsbehörden betonten bereits früh, dass elementare Sicherheitsregeln während der nächtlichen Prüfung missachtet wurden.
Mentioned People
- Łukasz Wawrzyniak — Rzecznik Prokuratury Okręgowej w Poznaniu
- Marek G. — 21-letni wychowawca i drużynowy Związku Harcerstwa Rzeczypospolitej (ZHR)
- Igor K. — 19-letni ratownik i członek Wodnego Ochotniczego Pogotowia Ratunkowego (WOPR)
Sources: 7 articles
- Dominik utonął podczas nocnej próby. Wzruszający gest rodziców 15-latka. "Wybaczyli" (Super Express)
- Jest akt oskarżenia w sprawie utonięcia 15-latka podczas próby harcerskiej (epoznan.pl)
- Tragiczna śmierć harcerza w jeziorze Ośno. Jest akt oskarżenia przeciwko dwóm osobom (Radio Wrocław)
- Płynął po śmierć. Jest Akt oskarżenia po utonięciu harcerza w Wielkopolsce (Głos Wielkopolski)
- Utonął 15-latek. Zarzuty dla opiekuna i ratownika | Niezalezna.pl (NIEZALEZNA.PL)
- Harcerz utonął podczas nocnej próby. Jest akt oskarżenia (rmf24.pl)
- 15-latek zginął na obozie harcerskim. Prokuratura oskarżyła dwie osoby (TVN24)