Der Krieg mit iranischer Beteiligung wirkt sich weit über die Region hinaus auf Energie- und Rohstoffmärkte aus. Öl verteuerte sich zeitweise deutlich und stabilisierte sich anschließend nahe 100 Dollar je Barrel. In Europa steigen damit die Belastungen für Haushalte, Landwirtschaft und Industrie, während zugleich Zweifel an der Durchhaltefähigkeit westlicher Rüstungsbestände wachsen.
Iran greift Energieanlagen in drei Golfstaaten an
Getroffen wurden die SAMREF-Raffinerie in Yanbu in Saudi-Arabien, der LNG-Komplex Ras Laffan in Katar sowie Energiestandorte in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Energiemärkte reagieren mit deutlichen Ausschlägen
Brent-Rohöl stieg laut Reuters und ANSA um mehr als 5 Prozent, intraday auf bis zu 7,2 Prozent, und erreichte 115 Dollar je Barrel. Europäisches Erdgas verteuerte sich laut stern.de um 30 Prozent.
Auslöser war ein israelischer Angriff auf South Pars
Nach Reuters erfolgten die iranischen Vergeltungsschläge einen Tag nach einem israelischen Angriff auf iranische Gasanlagen, die mit South Pars verbunden sind.
JERA warnt vor Verlagerung der Beschaffung
Ein Manager des japanischen Stromerzeugers JERA erklärte laut Reuters, eine längere Krise werde Käufer zu Energiequellen außerhalb des Nahen Ostens drängen.
Breitere Risikoaversion an den Finanzmärkten
Weltweite Aktienmärkte gaben nach und Bitcoin fiel laut Reuters unter 70.000 Dollar, während Investoren die Folgen des Konflikts bewerteten.
Der Krieg mit iranischer Beteiligung hat nach Berichten mehrerer Medien eine sich ausweitende globale Energie- und Lieferkettenkrise ausgelöst. Die Ölpreise stiegen zeitweise stark an und pendelten sich danach in der Nähe von 100 Dollar je Barrel ein. In Europa verteuerten sich Kraftstoffe deutlich, die Versorgung mit Düngemitteln geriet für Landwirte unter Druck, und mit Blick auf Frühjahr und Sommer wuchsen die Sorgen vor einem Gasschock. Der britische Premierminister Keir Starmer räumte die Belastungen für private Haushalte ein. Energieanalysten sowie Regierungen von Rumänien bis Deutschland warnten demnach, die wirtschaftlichen Folgen würden weit über einen möglichen Waffenstillstand hinausreichen. Zugleich hat der Konflikt eine zentrale Schwachstelle westlicher Verteidigungsinfrastruktur offengelegt: Weltweite Raketenbestände seien nach Wochen anhaltender Einsätze weitgehend aufgebraucht.
Die Straße von Hormus gilt seit Langem als einer der wichtigsten Engpässe der globalen Energieversorgung. Ein erheblicher Teil der weltweiten Ölexporte passiert diese Route. Der aktuelle Konflikt begann am 28. Februar 2026, als die Vereinigten Staaten und Israel die Operation Epic Fury gegen Iran begannen und dabei bei den ersten Angriffen den Obersten Führer Ali Khamenei töteten. Mojtaba Khamenei, der Sohn Ali Khameneis, wurde anschließend am 9. März 2026 zum Obersten Führer ernannt. Störungen der Schifffahrtswege in der Region des Persischen Golfs haben in der Vergangenheit wiederholt starke Ausschläge bei den Ölpreisen ausgelöst. Der gegenwärtige Konflikt hat diese Befürchtungen nun in großem Maßstab zurückkehren lassen.
Autofahrer in Rumänien zahlen bereits fast 9 Lei pro Liter Dumitru Chisăliță, Präsident der Intelligent Energy Association, warnte laut Digi24, der Dieselpreis in Rumänien werde vor Ende des Jahres 2026 nicht unter 9 Lei je Liter fallen, selbst wenn der Krieg sofort enden sollte. Daten aus Websuchen zeigen, dass Benzin in Rumänien Mitte März 2026 bei rund 8,51 Lei je Liter lag, während Diesel nach der siebten Preissteigerung in den vergangenen Wochen auf 8,96 Lei je Liter stieg. Chisăliță legte diese Einschätzung in einer schriftlichen Analyse vor. Darin wertete er die Preisentwicklung als strukturelle Folge des Konflikts und nicht als vorübergehenden Ausschlag. „Dacă războiul se oprește mâine, motorina nu ar scădea sub 9 lei/litru până la finalul anului.” (Wenn der Krieg morgen endet, würde Diesel bis zum Jahresende nicht unter 9 Lei pro Liter fallen.) — Dumitru Chisăliță via Digi24 Nach einem Bericht von energianews prüfte die rumänische Regierung außerdem, ob strategische Ölreserven freigegeben werden sollen; konkrete Mengen seien dabei Gegenstand der Beratungen. Dass die Preise auf erhöhtem Niveau verharren, spiegele sowohl die unmittelbare Störung der Lieferketten als auch die längerfristige Neubewertung von Energierisiken an den europäischen Märkten wider.
Deutsche Landwirte unter Druck durch Düngerpreise, Sorge vor Gasschock Die Folgen des Konflikts haben laut Zeit Online auch die deutsche Landwirtschaft erreicht. Steigende Düngemittelkosten bedrohten die Wirtschaftlichkeit vieler Betriebe vor Beginn der Anbausaison. Die Produktion von Düngemitteln ist eng an die Erdgaspreise gekoppelt. Jede anhaltende Störung von Gaslieferungen, die über Referenzen aus dem Nahen Osten laufen oder an diese Preisbildung gebunden sind, würde die Kosten für Landwirte zusätzlich erhöhen, die bereits mit geringen Margen arbeiten. Stern berichtete gesondert über wachsende Sorge in Europa vor einem möglichen Gasschock. Analysten warnten demnach, ein länger anhaltender Konflikt in der Nähe der Straße von Hormus könne das Angebot an Flüssigerdgas für europäische Käufer verknappen. Deutschland, das seine Energieversorgung seit dem Ausfall russischer Pipelineflüsse breiter aufgestellt hat, bleibt anfällig für globale Preisbewegungen bei LNG. Die Kombination aus höheren Kraftstoffkosten, gestiegenen Düngemittelpreisen und unsicherer Gasversorgung stelle laut Zeit Online einen breiten wirtschaftlichen Druck auf den deutschen Agrarsektor dar. Der britische Premierminister Keir Starmer sprach nach einem Bericht von The Independent die zusätzliche Belastung für Haushalte an. Konkrete politische Maßnahmen als Reaktion darauf wurden in dem Artikel jedoch nicht genannt.
Raketenbestände fast erschöpft, Netanyahu bringt Kraftstoffplan ins Gespräch Die weltweiten Raketenbestände sind durch den Konflikt laut RMF24 stark geschrumpft. Lagerbestände seien mit Stand vom 19. März 2026 als „leer oder fast leer“ beschrieben worden. Das verweist auf die Intensität der Einsätze seit Beginn der Operation Epic Fury am 28. Februar und wirft Fragen auf, wie lange die beteiligten Streitkräfte das derzeitige Operationstempo aufrechterhalten können. Unabhängig davon brachte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu nach Angaben des polnischen Portals wydarzenia.interia.pl einen Vorschlag ins Gespräch, der die steigenden Kraftstoffpreise abmildern soll. Einzelheiten dieses Plans wurden in den verfügbaren Quellen allerdings nicht bestätigt. Nach Angaben von wnp.pl hielten sich mehr als 30 polnische Staatsbürger im Gebiet der Militäroperationen rund um die Straße von Hormus auf. Das löste in Warschau konsularische Sorge aus. Wie die polnische Regierung auf die Lage dieser Bürger reagieren will, wurde in den verfügbaren Berichten nicht näher ausgeführt. Das Zusammentreffen erschöpfter Verteidigungsbestände, ziviler Gefährdung im Konfliktgebiet und offener diplomatischer Vorschläge verdeutlicht, wie weit die Krise inzwischen über das unmittelbare Operationsgebiet hinausreicht.
Wichtige Ereignisse: Iran-Konflikt und Energiekrise: — ; — ; — ; —