Der Tschenstochauer Metropolit Erzbischof Wacław Depo hat ein Unabhängiges Rechts-Historisches Team berufen, das Fälle sexuellen Missbrauchs in der dortigen Kirche seit 1945 untersuchen soll. Diese Initiative fiel mit dem Gebets- und Solidaritätstag mit Missbrauchsopfern zusammen, den die römisch-katholische Kirche in Polen am ersten Freitag der Fastenzeit begeht. Hierarchen, darunter Kardinal Grzegorz Ryś, riefen die Gläubigen zu Sühnegebeten für an Minderjährigen begangene Verbrechen auf.

Einsetzung eines Untersuchungsteams

Das Erzbistum Tschenstochau hat ein Unabhängiges Rechts-Historisches Team zur Aufklärung sexuellen Missbrauchs seit 1945 berufen.

Gebets- und Solidaritätstag

Am ersten Freitag der Fastenzeit betete die Kirche in Polen für Opfer sexuellen Missbrauchs.

Appell von Kardinal Ryś

Kardinal Grzegorz Ryś rief zu Sühnegebeten für von Geistlichen an Minderjährigen begangene Verbrechen auf.

Neue Formen der Wiedergutmachung

Hauptziel des neuen Teams ist die Entwicklung effektiver Hilfsformen und Entschädigungen für Geschädigte.

Der Tschenstochauer Metropolit Erzbischof Wacław Depo gab die Einsetzung eines Unabhängigen Rechts-Historischen Teams bekannt, dessen Aufgabe die gründliche Aufklärung von Missbrauchsfällen im Tschenstochauer Kirchengebiet sein wird. Die Untersuchungen sollen den Zeitraum von 1945 bis zur Gegenwart umfassen. Ziel des Teams ist nicht nur die Identifizierung von Tätern unter Geistlichen und geweihten Personen, sondern vor allem die Entwicklung konkreter Maßnahmen zur Wiedergutmachung zugefügten Leids. Das Erzbistum hat zudem einen speziellen Kommunikationskanal per E-Mail-Adresse eingerichtet, der Opfern direkten Kontakt mit der Aufklärungsstelle ermöglicht. Die Bekanntgabe dieser Entscheidung erfolgte am symbolischen Datum 20. Februar 2026, als die polnische Kirche auf Initiative von Papst Franziskus den Gebets- und Solidaritätstag mit Opfern sexuellen Missbrauchs beging. Landesweit leiteten Vertreter des Episkopats Bußgottesdienste und Kreuzwege. Während der Feierlichkeiten in der Kapelle des Sekretariats der KEP leitete Bischof Marek Marczak den Gottesdienst, und Kardinal Grzegorz Ryś betonte die Notwendigkeit von Sühnegebeten für begangene Verbrechen. Seit 2017 begeht die Kirche in Polen, den Richtlinien des Heiligen Stuhls folgend, regelmäßig am ersten Freitag der Fastenzeit den Solidaritätstag mit Opfern, was Teil einer umfassenderen Reform des Minderjährigenschutzes ist. Im Rahmen der diesjährigen Feierlichkeiten wurden auch Bildungsmaterialien und Zeugnisse veröffentlicht, darunter Schauspielmonologe unter dem Motto #MitDenVerletzten, um das gesellschaftliche Bewusstsein für Traumamechanismen zu schärfen. Geistliche, darunter der Posener Metropolit Erzbischof Zbigniew Zieliński, appellierten an die Gläubigen, mehr Empathie und Unterstützung für Personen aufzubringen, die aus Angst vor Stigmatisierung und sozialen Barrieren jahrelang erlittenes Unrecht nicht offengelegt hatten. Die Tschenstochauer Initiative wird als weiterer Schritt im Aufarbeitungsprozess kirchlicher Strukturen in Polen betrachtet. 81 lat — umfasst den Untersuchungszeitraum der Tschenstochauer KommissionBetonung der Bedeutung systematischer Aufarbeitung und der Notwendigkeit materieller Entschädigung für Missbrauchsopfer. | Akzentuierung der spirituellen Dimension, des Bedürfnisses nach Sühnegebeten sowie innerer Erneuerung und Reinigung der Kirche.

Mentioned People

  • Wacław Depo — Tschenstochauer Metropolit, der das Team zur Aufklärung von Missbrauchsfällen berufen hat.
  • Grzegorz Ryś — Kardinal, Metropolit von Krakau, der die Feierlichkeiten zum Gebetstag für Opfer kommentierte.
  • Marek Marczak — Bischof, Generalsekretär der Polnischen Bischofskonferenz, der die Kreuzwegandacht leitete.