Die für den 26. Februar geplante Nachwahl im Wahlkreis Gorton und Denton in der Region Manchester hat sich zu einem wichtigen Test für die Stimmung der Bevölkerung gegenüber der von Keir Starmer geführten Labour-Regierung entwickelt. Der traditionell sichere Labour-Wahlkreis könnte ein tiefes Enttäuschung der Wähler widerspiegeln, was potenziell der rechtspopulistischen Reform Party den Weg ebnet. Das Ergebnis könnte über den lokalen Kontext hinaus Bedeutung haben und breitere Veränderungen auf der britischen politischen Bühne signalisieren.

Test für Labour nach 18 Monaten

Die Nachwahl in einem traditionell sicheren Wahlkreis der Labour Party stellt eine Überprüfung der Unterstützung für die Regierung von Keir Starmer nach knapp anderthalb Jahren im Amt dar. Lokale Wähler äußern tiefe Enttäuschung über die Politik der Partei, die sie als von den Interessen der Arbeiterklasse entfernt wahrnehmen.

Chance für die Reform Party

Die Spaltung der Stimmen zwischen der Labour Party und den Grünen im Teil Gorton sowie die deutliche Präsenz des Wahlkampfs in Denton schaffen eine historische Chance für die rechtspopulistische Reform Party von Nigel Farage. Die Partei hofft, das Gefühl, eine vergessene Stadt zu sein, unter der lokalen Gemeinschaft auszunutzen.

Tiefe soziale Spaltung des Wahlkreises

Der Wahlkreis vereint zwei sozial extrem unterschiedliche Gebiete. Gorton ist ein vielfältiges Vorstadtgebiet Manchesters mit einer großen muslimischen und studentischen Gemeinschaft. Denton ist eine postindustrielle, überwiegend weiße Arbeiterstadt mit einer älteren demografischen Struktur.

Barometer der Stimmung im ganzen Land

Das Ergebnis der Nachwahl gilt als wichtiger Barometer der Stimmung gegenüber der Regierung. Ein Sieg der Labour Party würde die Nerven in ihren Reihen beruhigen, während ein Erfolg der Reform Party oder ein starkes Ergebnis der Opposition auf eine tiefere Legitimitätskrise der Regierung Starmer hindeuten könnte.

Die für den 26. Februar 2026 geplante Nachwahl im Wahlkreis Gorton und Denton hat sich von einem lokalen Ereignis zu einem potenziell weitreichenden Ereignis für die britische politische Bühne entwickelt. Dieser Wahlkreis, der seit dem Zweiten Weltkrieg traditionell eine sichere Hochburg der Labour Party war, in der die Partei regelmäßig über 50% der Stimmen erhielt, ist nach knapp anderthalb Jahren im Amt von Premierminister Keir Starmer zu einem Prüfstein für seine Regierung geworden. Der sozio-demografische Kontext ist entscheidend für das Verständnis der Spannungen. Der Wahlkreis vereint zwei unterschiedliche Welten: Gorton, ein Teil Manchesters, ist ein vielfältiges Vorstadtgebiet mit einer großen muslimischen und studentischen Gemeinschaft. Denton, im Bezirk Tameside gelegen, ist eine postindustrielle, überwiegend weiße Arbeiterstadt, in der einst die Textilproduktion und der Kohlebergbau blühten. Ausgerechnet in Denton, das von Einwohnern als „vergessene Stadt” bezeichnet wird, ist der Wahlkampf der rechtspopulistischen Reform Party am sichtbarsten, mit türkisfarbenen Plakaten in Fenstern und an Zäunen. Die Reform UK Party, 2018 als Brexit Party gegründet, wurde 2021 von Nigel Farage umgewandelt. Diese Gruppierung, die sich für eine radikale Reduzierung der Einwanderung, niedrige Steuern und Skepsis gegenüber der Klimapolitik einsetzt, hat allmählich an Bedeutung gewonnen, indem sie sowohl der Konservativen Partei Stimmen abnahm als auch die Unzufriedenheit eines Teils der traditionellen Arbeiterschaft zum Ausdruck brachte. Die Stimmung unter den Wählern ist, wie Journalisten berichten, von spürbarer Frustration geprägt. Viele fühlen sich von der Labour Party im Stich gelassen, die sie als Partei „für die Mittelschicht” und nicht für die Arbeiterklasse wahrnehmen. Ich habe das Gefühl, dass die Labour Party früher für die Arbeiterklasse war... so haben sie diesmal die Stimmen bekommen. Aber als sie tatsächlich an die Macht kamen, waren sie nicht für die Arbeiterklasse, sie waren mehr für die Mittelschicht. Diese tiefe Empfindung eröffnet eine historische Chance für die Reform Party. Die Situation wird zusätzlich durch die Spaltung der linken Stimmen in Gorton verkompliziert, wo ein Teil der Wählerschaft die Grünen unterstützen könnte. Ohne eine vereinte linke Front könnten die Stimmen zersplittern und den Weg für einen Sieg der Reform Party oder ein gutes Ergebnis der Konservativen Partei ebnen. Experten betonen, dass Nachwahlen im Vereinigten Königreich traditionell als Barometer der öffentlichen Stimmung gegenüber der Regierungspartei dienen. Dieser spezielle Wettbewerb findet in einem Moment der politischen Verwundbarkeit von Premierminister Starmer statt. Ein Sieg der Labour Party in ihrer traditionellen Hochburg würde die Nerven unter den unruhigen Abgeordneten der Partei beruhigen. Ein starkes Ergebnis der Reform Party oder einer anderen Oppositionspartei könnte jedoch als Zeichen eines tieferen Legitimitätsproblems der Regierung und als Signal gewertet werden, dass sich die muslimische und die Arbeiterschaft von der Labour Party abwenden. Das Ergebnis wird daher nicht nur im Hinblick auf den Sieger selbst analysiert, sondern auch hinsichtlich der Dynamik der Stimmverschiebungen und der Stimmung in den beiden so unterschiedlichen Gemeinschaften, die dieser Wahlkreis repräsentiert. Liberale Medien (z.B. The Guardian) betonen die Gefahr einer Zersplitterung der linken Stimmen, die zu einem Sieg der rechtspopulistischen Reform Party führen könnte, und rufen zu strategischem Wählen auf. | Konservative und rechte Medien konzentrieren sich auf die tiefe Enttäuschung der traditionellen Arbeiterschaft über die Politik der Labour Party und sehen darin eine Chance für einen echten politischen Wandel.

Mentioned People

  • Keir Starmer — Premierminister des Vereinigten Königreichs, Vorsitzender der Labour Party
  • Nigel Farage — Politiker, ehemaliger Vorsitzender der Reform Party (früher Brexit Party)
  • Polly Toynbee — Journalistin bei The Guardian, Autorin eines Kommentars zu den Wahlen