Der italienische Minister für Bildung und Verdienste, Giuseppe Valditara, hat eine Anordnung an Schulleiter gerichtet, die dazu aufruft, Schüler in die tägliche Reinigung der Einrichtungen einzubeziehen. Die von japanischen Lösungen inspirierte Initiative zielt darauf ab, der Jugend Respekt vor dem Gemeinwohl zu vermitteln. Gleichzeitig hat die Regierung 30 Millionen Euro für Bildungsprojekte zur Pflege von Grünflächen und Schulinventar im Rahmen des Bürgerkundeunterrichts bereitgestellt.
Pflicht zum Reinigen der Klassenräume
Schüler sollen nach Unterrichtsschluss systematisch Klassenräume, Toiletten und Sporteinrichtungen in Ordnung bringen.
30 Millionen Euro Unterstützung
Die Mittel sind für Projekte zur Pflege von Schulgärten und öffentlichem Eigentum im Rahmen der Bürgerkundebildung vorgesehen.
Japanisches Modell in Italien
Die Initiative orientiert sich am japanischen Schulvorbild, wo eigenständiges Aufräumen eine Form der Verantwortungsbildung ist.
Das italienische Ministerium für Bildung und Verdienste (MIM) hat eine neue erzieherische Strategie angekündigt, die die täglichen Gewohnheiten von Schülern in Grund- und weiterführenden Schulen verändern soll. Minister Giuseppe Valditara unterzeichnete einen Erlass, der die Schulleiter auffordert, feste Praktiken zur Aufrechterhaltung der Ordnung einzuführen. Gemäß den Richtlinien sollen die Schüler nach Unterrichtsschluss die Räume in einwandfreiem Zustand hinterlassen, Lehrmittel zurückstellen und für die Sauberkeit von Laboren, Sporthallen und Toiletten sorgen. Erlass ist Teil einer umfassenderen Reform der Bürgerkunde. Die Initiative hat zahlreiche Medienkommentare hervorgerufen, die auf die Inspiration durch das japanische Bildungssystem hinweisen, wo das Reinigen der Schule durch Kinder ein traditioneller Bestandteil der Charakterbildung ist. Minister Valditara argumentiert, dass das Erlernen der Sorge um das Gemeinwohl eine entscheidende Übung für das soziale Leben und das bürgerliche Zusammenleben ist. Das Ministerium will auf diese Weise gegen das Problem von Vandalismus, der Zerstörung von Schulmöbeln oder dem Zurücklassen von Müll in Klassenräumen nach dem Unterricht vorgehen. Neben dem Aufruf zum Aufräumen hat das Ministerium einen Fonds in Höhe von 30 Millionen Euro für die Umsetzung konkreter Lehrprojekte eingerichtet. Diese Mittel sollen die Schulen bei der Rekultivierung von Schulgärten und der Pflege öffentlichen Eigentums in Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen und Kommunalverwaltungen unterstützen. Das italienische Bildungssystem kämpft seit Jahren mit Unterfinanzierung der Infrastruktur und dem Problem des Verfalls von Schulgebäuden, was oft zu Spannungen zwischen Verwaltung, Schülern und Gewerkschaften führt. Obwohl der Vorschlag Bildungszwecken dienen soll, merkte die größte Gewerkschaft CGIL an, dass die Schule mit gravierenderen strukturellen Problemen zu kämpfen habe als mit Unordnung in den Räumen. Dennoch hofft die Regierung, dass die erneuerten Flächen zu „Klassenzimmern im Freien“ werden, was den Lernkomfort und das Verantwortungsbewusstsein der jungen Generation verbessern soll. „Si tratta di un'azione di grande valore sociale, che le scuole possono realizzare nell'ambito delle attività di educazione civica.” (Es handelt sich um eine Aktion von großem sozialem Wert, die die Schulen im Rahmen der Bürgerkundeaktivitäten umsetzen können.) — Giuseppe Valditara Die Regeln sollen vor allem in weiterführenden Schulen und Gymnasien gelten und den Schwerpunkt auf Selbstdisziplin legen. Die Reform passt in den konservativen Kurs des Ministeriums, der Respekt vor Autorität und Staatseigentum fördert.
Mentioned People
- Giuseppe Valditara — Italienischer Minister für Bildung und Verdienste, Initiator der neuen Richtlinien für Schulen.