Der polnische Biermarkt befindet sich in einer Phase anhaltender Verlangsamung. Den neuesten Daten von NielsenIQ zufolge sank der Absatz im Jahr 2025 volumetrisch um 5,5 Prozent und wertmäßig um 4,1 Prozent. Die Rezession traf die Branche sogar in der traditionell starken Sommersaison, was bei Herstellern und Hopfenanbauern Besorgnis auslöst. Einzig der segment der alkoholfreien Biere zeigt sich resistent gegen negative Trends, obwohl sein Wachstumstempo deutlich nachgelassen hat.

Starker Umsatzrückgang

Der Biermarkt schrumpfte im Jahr 2025 um 5,5 Prozent mengenmäßig und 4,1 Prozent wertmäßig, was einen deutlichen Rückschritt für die Branche bedeutet.

Hohe Verbrauchsteuer als Entwicklungshemmnis

Seit 2019 ist die Verbrauchsteuer (Akzise) um über 40 Prozent gestiegen, was polnisches Bier im Vergleich zu Westeuropa relativ teurer macht.

Krise im Hopfenanbau

Die Produktionsrückgänge bei Bier zwingen Hopfenanbauer aufgrund geringerer Rohstoffnachfrage zur Reduzierung der Anbauflächen.

Null-Prozent-Segment als Hoffnungsträger

Alkoholfreie Biere (0,0%) sind die einzige Kategorie, die weiterhin Wachstum verzeichnet, auch wenn ihre Dynamik nachzulassen beginnt.

Auf der Konferenz "Brauindustrie am Wendepunkt" im Pressezentrum PAP wurden alarmierende Daten zur Lage des polnischen Brauwesens vorgestellt. Das Jahr 2025 erwies sich als außergewöhnlich schwierig und brachte einen mengenmäßigen Umsatzrückgang von 5,5 Prozent. Der Markteinbruch zeigt sich besonders deutlich in den Sommermonaten, in denen der Konsum traditionell Spitzenwerte erreicht. Im Mai wurde ein Rückgang von 11,6 Prozent verzeichnet, im Juli von 8,9 Prozent und im August von 4,1 Prozent. Experten betonen, dass Bier kein Produkt des täglichen Einkaufs mehr ist, was auf ein Zusammenspiel wirtschaftlicher und sozialer Faktoren zurückzuführen ist. Bartłomiej Morzycki, Generaldirektor des Arbeitgeberverbands der Brauindustrie, verweist auf den drastischen Anstieg der Verbrauchsteuer (Akzise), die seit 2019 um über 40 Prozent gestiegen ist. Derzeit sind die Steuerbelastungen in Polen höher als in Ländern mit reicher Weintradition wie Frankreich oder Italien. Die Branche appelliert an eine Stabilisierung des regulatorischen Umfelds und befürchtet, dass neue Vorschriften zu Werbung und einem Pfandsystem die Krise vertiefen könnten. Diese Situation trifft kleine Geschäfte direkt, für die Bier eine wichtige Einnahmequelle darstellt. Polen belegte jahrzehntelang Spitzenplätze in europäischen Rankings des Bierkonsums pro Kopf und durchlief nach 1989 eine Entwicklung von kleinen, lokalen Brauereien hin zu einem von großen internationalen Konzernen dominierten Markt. Die Krise im Brauwesen wirkt sich auch auf die Landwirtschaft aus. Michał Kopik von PolishHops erklärt, dass die geringere Nachfrage nach Rohstoffen Hopfenanbauer zwingt, den Anbau von Hopfen zu reduzieren. Dies ist ein klassisches Beispiel für kommunizierende Röhren, bei dem der Rückgang des Konsums des Endprodukts die gesamte Lieferkette trifft. Hoffnung für die Hersteller bleibt das Segment 0,0 Prozent, das trotz der allgemeinen Konjunktur wächst, und sie setzen auf günstigere Wetterbedingungen in der kommenden Saison 2026. „Bier ist kein Alltagsprodukt mehr. Der Markt braucht Stabilität, nicht weitere Steuererhöhungen.” — Bartłomiej Morzycki Veränderung des Bierverkaufs 2025: 2025-05: -11.6, 2025-07: -8.9, 2025-08: -4.1 -5,5% — Rückgang des mengenmäßigen Bierverkaufs im Jahr 2025 Liberale Medien betonen den Einfluss von Inflation und sich verändernden Lebensstilen junger Erwachsener auf den Rückgang des Alkoholkonsums. | Konservative Medien konzentrieren sich auf die übermäßige Fiskalisierung des Staates und die Auswirkungen hoher Verbrauchsteuern auf die polnische Landwirtschaft und den Handel.

Mentioned People

  • Bartłomiej Morzycki — Generaldirektor des Arbeitgeberverbands der Brauindustrie in Polen - Browary Polskie.
  • Michał Kopik — Marketingdirektor von PolishHops, Branchenexperte und Autor der Website PiwnyGaraż.pl.