Das historische Handelsnetz Społem, eine Ikone der polnischen Genossenschaftsbewegung, kämpft mit einem fortschreitenden Prozess der Geschäftsschließungen im ganzen Land. Medienberichten zufolge hat sich das Netzwerk, das zu Zeiten der Volksrepublik Polen bis zu 11.000 Filialen zählte, auf etwa 2.000 verkleinert, und diese Zahl sinkt weiter. In den letzten Jahren und Monaten wurden Dutzende Standorte geschlossen, unter anderem in Łódź, wo die gesamte lokale Genossenschaft aufgelöst wurde, sowie in Szczecin, Warschau und Pruszków. Die Hauptursache für die Probleme ist die Unfähigkeit, mit globalen Discountern wie Biedronka und Lidl zu konkurrieren, sowie die interne Zersplitterung der genossenschaftlichen Struktur.
Massenhafte Schließung von Społem-Geschäften
Das historische polnische Handelsnetz schließt landesweit Filialen. In jüngster Zeit wurden alle Geschäfte einer Łódźer Genossenschaft geschlossen, sowie Standorte in Szczecin, Warschau und Pruszków. Seit 2019 wurden etwa 50 Geschäfte geschlossen, und dieser Prozess hält an und beschleunigt sich.
Ursachen: Konkurrenz und Zersplitterung
Das zentrale Problem für Społem ist die Konkurrenz durch internationale Discounter, hauptsächlich der portugiesischen Biedronka und des deutschen Lidl. Eine zusätzliche Belastung ist die interne Zersplitterung des Netzwerks in viele kleinere, unabhängige Genossenschaften, was die Verhandlungsmacht gegenüber Lieferanten schwächt.
Drastischer Rückgang der Filialzahl
Das Netzwerk, ein Symbol des polnischen Handels, erlebt einen drastischen Rückgang der Standortzahl. Zu Zeiten der Volksrepublik Polen hatte Społem bis zu 11.000 Geschäfte, während heute ihre Zahl auf etwas über 2.000 geschätzt wird, und die Tendenz ist weiter fallend.
Das historische polnische Handelsnetz Społem, ein Symbol der Genossenschaftsbewegung und eine Ikone des täglichen Einkaufs aus der Zeit der Volksrepublik Polen, befindet sich in einer tiefen Krise, die sich in der massenhaften Schließung seiner Geschäfte im ganzen Land äußert. Dieser seit Jahren andauernde Prozess hat sich in den letzten Monaten deutlich beschleunigt. Medienberichten zufolge wurden seit 2019 etwa 50 Filialen geschlossen. Besonders viel Aufmerksamkeit erregten jüngste Entscheidungen, wie die Schließung aller Geschäfte der Allgemeinen Verbrauchergenossenschaft „Społem” in Łódź oder die Schließung legendärer Standorte in Szczecin wie „Stoczniowiec” und „Marianna”. Schließungen betrafen auch Warschau, unter anderem den Stadtteil Wola, sowie Pruszków. Das einst allgegenwärtige Netzwerk hat seinen Betrieb dramatisch eingeschränkt. Zu Zeiten der Volksrepublik Polen erreichte die Zahl der Społem-Filialen bis zu 11.000, während sie heute auf etwas über 2.000 geschätzt wird, und der Trend ist weiterhin rückläufig. Die Hauptherausforderung, auf die Genossenschafter und Marktbeobachter hinweisen, ist die Unfähigkeit, mit den Giganten der internationalen Discounter zu konkurrieren. Ketten wie die portugiesische Biedronka oder der deutsche Lidl bieten Kunden dank ihres enormen Einkaufsvolumens und operativer Effizienz sehr wettbewerbsfähige Preise, mit denen kleinere, lokale Genossenschaften nicht mithalten können. Die Genossenschaftsbewegung in Polen hat eine lange Tradition, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, und ihre Entwicklung gewann insbesondere in der Zwischenkriegszeit und nach dem Zweiten Weltkrieg an Bedeutung. In der Zeit der Volksrepublik Polen bildeten Genossenschaften, darunter Społem, ein grundlegendes Element des zentralisierten Versorgungssystems für die Bevölkerung und waren oft der einzige Handelsstandort in kleineren Orten und Wohnsiedlungen. Die politischen Veränderungen nach 1989 und die Öffnung des Marktes für ausländisches Kapital veränderten die Einzelhandelslandschaft radikal und stellten die traditionellen, zersplitterten genossenschaftlichen Strukturen vor eine beispiellose Konkurrenz. Ein zweiter wesentlicher Grund für die Schwächung von Społem ist die interne Zersplitterung der gesamten Struktur. Wie Vertreter der Branche erklären, kam es in der Vergangenheit zur Aufteilung größerer Genossenschaften in viele kleinere, lokale Einheiten. „Es gab eine Łódźer Verbrauchergenossenschaft, die wurde in 14 kleinere aufgeteilt. Das ist geradezu ein unglaublicher Fehler, denn bei dem Wettbewerb, der in den späteren Jahren hinzukam, konnten wir nicht mit den großen Geschäften konkurrieren”, zitierte die „Gazeta Wyborcza” einen der Beteiligten. Eine solche Dezentralisierung beraubte das Netzwerk der Größenvorteile, insbesondere bei Verhandlungen mit Lieferanten, wo gebündelte Einkaufsmacht bessere Preiskonditionen hätte sichern können. Infolgedessen steht Społem vor einer doppelten Herausforderung: externem Wettbewerbsdruck und interner organisatorischer Inkohärenz, die eine wirksame Reaktion auf die Marktherausforderungen unmöglich macht. Der Prozess der Geschäftsschließungen scheint daher keine einmalige Anpassung zu sein, sondern ein Symptom tieferer, struktureller Probleme des traditionellen Genossenschaftsmodells in einer modernen, von globalen Konzernen dominierten Wirtschaft. An die Stelle geschlossener Społem-Filialen treten zunehmend neue Handelsformate, was symbolisch eine Ära in der Geschichte des polnischen Einzelhandels abschließt.