Der amerikanische Technologieriese Nvidia hat erneut Finanzrekorde gebrochen und seine Dominanz auf dem Markt für Grafikprozessoren gefestigt. Gleichzeitig warnt das Unternehmen HP vor einem beispiellosen Anstieg der Produktionskosten für Personal Computer, der auf drastische Preiserhöhungen für RAM-Speicher zurückzuführen ist. Vor dem Hintergrund der finanziellen Erfolge eskalieren die geopolitischen Spannungen, da das chinesische Labor DeepSeek die Bereitstellung seiner neuesten KI-Modelle für amerikanische Chip-Hersteller eingestellt hat, was als Vergeltung für die Exportbeschränkungen des Weißen Hauses angesehen wird.

Rekordgewinne von Nvidia

Das Unternehmen verzeichnete ein Rekordquartal dank der enormen Nachfrage nach Chips für das Training von KI-Modellen, was die Finanzmärkte beruhigte.

Kostenkrise bei HP

Arbeitsspeicher macht 35 % der Baukosten für HP-Computer aus, was das Unternehmen zur Senkung seiner Finanzprognosen zwang.

Vergeltung von DeepSeek

Das chinesische Labor blockiert den Zugang zu seinen KI-Technologien für US-Firmen als Antwort auf technologische Sanktionen.

Expansion in Laptops

Nvidia plant den Einstieg in den Markt für Prozessoren für tragbare Computer und will 2026 direkt mit Intel und AMD konkurrieren.

Der Konzern Nvidia hat die Finanzergebnisse für das letzte Quartal 2025 veröffentlicht, die erneut die Erwartungen der Analysten übertrafen und die ungebrochene Nachfrage nach der für die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz notwendigen Infrastruktur bestätigten. Investoren nahmen die Daten erleichtert auf, nachdem sie zuvor eine Atemnot im KI-Sektor befürchtet hatten. Das Unternehmen hielt nicht nur die Margen, sondern kündigte auch eine Expansion auf den Markt für Laptop-Prozessoren an, mit dem Plan, den bisherigen Marktführern – Intel und AMD – die Stirn zu bieten. Die neuen Prozessoren von Nvidia sollen bereits in der ersten Hälfte 2026 in Geräten von Dell und Lenovo erscheinen. Ganz andere Stimmungen herrschen im Sektor der Computerhardware-Hersteller. Das Unternehmen HP senkte die Gewinnprognosen für das kommende Geschäftsjahr und verwies auf die kritische Situation auf dem Markt für Komponenten. Nach Angaben der Unternehmensführung machen die Kosten für Arbeitsspeicher (RAM) derzeit satte 35 Prozent der gesamten Materialkosten für die Computerproduktion aus, was die Rentabilität destabilisiert und zu Erhöhungen der Endverbraucherpreise zwingt. Analysten betonen, dass ein so hoher Anteil einer einzelnen Komponente an der Kostenstruktur ein in der letzten Dekade unübliches Phänomen sei. Seit der durch die Pandemie ausgelösten Krise im Jahr 2020 sind globale Halbleiter-Lieferketten zu einem Schlüsselelement der nationalen Sicherheit von Großmächten geworden, und der Zugang zu den neuesten Lithografien entscheidet über den technologischen Vorsprung von Staaten.Im geopolitischen Bereich eskaliert der Konflikt um KI-Technologie. Das chinesische Labor DeepSeek hat eine beispiellose Entscheidung getroffen, seine neuesten Modelle amerikanischen Firmen, einschließlich Nvidia, nicht mehr zur Verfügung zu stellen. Dies ist eine klare Antwort auf die restriktive Exportpolitik der USA. Die amerikanische Exportkontrollbehörde bestätigte, dass bislang keine einzige Einheit des neuesten H200-Chips nach China gelangt sei. Gleichzeitig untersucht die Washingtoner Administration Berichte, wonach chinesische Akteure ihre Modelle auf diesen Chips trainieren und das Embargo über Zwischenhändler oder Cloud-Dienste umgehen. „China has not yet received any Nvidia H200 chips. We are enforcing our export controls with the utmost severity to protect national security.” (China hat noch keine Nvidia-H200-Chips erhalten. Wir setzen unsere Exportkontrollen mit größter Strenge durch, um die nationale Sicherheit zu schützen.) — Vertreter der US-Regierung

Mentioned People

  • Jensen Huang — Vorstandsvorsitzender von Nvidia, verantwortlich für die Expansionsstrategie des Unternehmens auf den Markt für Verbraucherprozessoren.