Eine neue Studie bestätigt die kontroverse "Betrunkene-Affe"-Hypothese, wonach Schimpansen in freier Wildbahn regelmäßig Alkohol konsumieren. Wissenschaftler haben Spuren von Ethanol im Urin von in den Wäldern Westafrikas lebenden Primaten nachgewiesen. Der Alkoholspiegel war vergleichbar mit dem, der beim Menschen zu einem Rausch führt, was auf eine gezielte Suche nach fermentierten Früchten hindeutet. Die Entdeckung wirft ein neues Licht auf die evolutionäre Geschichte des Alkoholkonsums beim Menschen.

Bestätigung der Betrunkene-Affe-Hypothese

Die Studie wies Ethanolmetaboliten im Urin von Schimpansen nach und lieferte damit die ersten direkten Beweise für Alkoholkonsum durch Primaten in freier Wildbahn.

Alkohol aus fermentierendem Fruchtbrei

Die Alkoholquelle sind fermentierte Raffiafrüchte, deren Saft die Affen konsumieren. Der Fermentationsprozess erfolgt natürlich durch Hefen.

Dosis vergleichbar mit Rauschzustand

Der geschätzte Alkoholspiegel im Blut der Schimpansen entspricht einer Dosis von 1-2 Getränken pro Tag beim Menschen, was zu bemerkenswerten Verhaltenseffekten führen kann.

Evolutionäre Wurzeln des Alkoholkonsums

Die Entdeckung stützt die Theorie, dass die Fähigkeit, Alkohol zu verstoffwechseln, sich beim gemeinsamen Vorfahren von Menschen und Affen als Anpassung an eine Ernährung entwickelte, die fermentierendes Material enthielt.

Ein internationales Forscherteam hat erstmals direkte Beweise dafür erbracht, dass wild lebende Schimpansen gezielt Alkohol konsumieren. Die am 25. Februar 2026 veröffentlichte Studie bestätigt die in der Wissenschaft lange diskutierte Betrunkene-Affe-Hypothese. Die Forscher analysierten Urinproben, die von einer Schimpansengemeinschaft im Taï-Nationalpark an der Elfenbeinküste entnommen wurden. Die nachgewiesenen Ethanolmetaboliten weisen eindeutig darauf hin, dass die Affen fermentierenden Saft aus den Früchten der Raffiapalme getrunken haben.

Der Prozess ist völlig natürlich. Die Schimpansen nutzen Blätter als "Werkzeuge", um den in ausgehöhlten Baumstämmen gesammelten Saft zu trinken. Dieser Saft fermentiert durch wilde Hefen und erreicht einen Alkoholgehalt von bis zu 6,9%. Die Analyse der Proben ergab, dass die Tiere Alkohol in Mengen konsumierten, die 1-2 Getränken pro Tag für einen Menschen entsprechen. „This clearly shows that the Taï chimpanzees regularly consume alcoholic beverages.” (Das zeigt eindeutig, dass die Taï-Schimpansen regelmäßig alkoholische Getränke konsumieren.) — Wissenschaftlerin, Mitautorin der Studie, die den Alkoholkonsum von Schimpansen bestätigt. Die Wissenschaftler beobachteten auch Verhaltensänderungen der Tiere nach dem Konsum, darunter geringere Aktivität und verstärkten Schlaf, was auf spürbare Rauscheffekte hindeutet.

Der gemeinsame Vorfahre von Menschen und Schimpansen lebte vor etwa 6-8 Millionen Jahren in Afrika. Die Evolution des Enzyms Alkoholdehydrogenase (ADH4), das für den Abbau von Ethanol verantwortlich ist, bei diesem Vorfahren könnte eine Schlüsseladaption an eine Ernährung gewesen sein, die fermentierte Früchte enthielt, und Zugang zu zusätzlichen Kalorien geboten haben. Die Entdeckung ist wichtig für das Verständnis der Evolution menschlicher Verhaltensweisen im Zusammenhang mit Alkohol. Sie deutet darauf hin, dass die Veranlagung zum Konsum psychoaktiver Substanzen tiefe evolutionäre Wurzeln hat und nicht ausschließlich ein Produkt der modernen Kultur ist. Der nächste Schritt der Forschung wird sein, herauszufinden, ob die Affen den fermentierten Saft bevorzugen oder ihn als Ersatz behandeln, wenn frische Früchte nicht verfügbar sind.

Mentioned People

  • Kimberley Hockings — Wissenschaftlerin, Mitautorin der Studie, die den Alkoholkonsum von Schimpansen bestätigt.