Ärzte und Ernährungswissenschaftler warnen, dass allgegenwärtige ultraverarbeitete Lebensmittel direkt zum rasanten Anstieg von entzündlichen Darmerkrankungen beitragen, deren Zahl sich in den letzten zwanzig Jahren verdoppelt hat. Schädliche Zusatzstoffe wie Emulgatoren und Phosphate zerstören die Darmbarriere und verursachen einen latenten, systemischen Entzündungszustand, der unter anderem zu Gelenkdegeneration, Diabetes und Atherosklerose führt. Der Verzicht auf Produkte aus weißem, raffiniertem Mehl und verarbeitetem Fleisch ist entscheidend für die Gesundheit.
Epidemie von Darmerkrankungen
Die Zahl der Menschen mit Morbus Crohn hat sich in den letzten 20 Jahren durch den Konsum ultraverarbeiteter Lebensmittel verdoppelt.
Emulgatoren zerstören den Darm
Zusatzstoffe wie E471 schädigen die Schleimhautbarriere des Darms und verursachen einen chronischen Entzündungszustand, der die Quelle vieler Krankheiten ist.
Degeneration der Kniegelenke
Eine ultraverarbeitete Ernährung begünstigt die Einlagerung von intramuskulärem Fett in den Oberschenkeln, was die Belastung und Degeneration der Knie erhöht.
Liste der zu meidenden Produkte
An der Spitze der gefährlichen Lebensmittel stehen Weißbrot, Süßigkeiten, Wurstwaren, Schmelzkäse, gesüßte Getränke und Fertigsaucen.
Ultraverarbeitete Lebensmittel, die in der täglichen Ernährung allgegenwärtig sind, erweisen sich als einer der Haupttreiber moderner Zivilisationskrankheiten. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Expertenanalysen verbinden ihren Konsum mit einem dramatischen Anstieg der Fälle von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Die Daten sind alarmierend – die Zahl der Menschen, die an Morbus Crohn leiden, hat sich in nur den letzten zwei Jahrzehnten verdoppelt. Die direkten Verursacher dieses Phänomens sind in der Lebensmittelindustrie weit verbreitete Zusatzstoffe, vor allem Emulgatoren (z.B. E471) und Phosphate. Diese Substanzen, die massenhaft in Wurstwaren, Schmelzkäse, Süßigkeiten, Saucen und Brotwaren zugesetzt werden, wirken zerstörerisch auf die natürliche Schleimhautbarriere des Darms und stören radikal das Gleichgewicht des Mikrobioms. Die Einteilung von Lebensmitteln nach ihrem Verarbeitungsgrad wurde 2009 durch die NOVA-Klassifikation populär gemacht, die von einem Team des brasilianischen Wissenschaftlers Carlos Monteiro entwickelt wurde. Sie teilt Lebensmittel in vier Gruppen ein, wobei die letzte, gefährlichste Gruppe ultraverarbeitete Lebensmittel umfasst, also industrielle Erzeugnisse, die Zutaten enthalten, die in privaten Küchen nicht verfügbar sind, wie hydrolisierte Proteine, Isolate, gehärtete Fette, Maltodextrine sowie eine ganze Reihe von Emulgatoren, Farbstoffen und Geschmacksverstärkern. Die Schädigung der Darmbarriere löst die Entwicklung eines chronischen, systemischen Entzündungszustands aus, der jahrelang latent bleiben kann, um sich schließlich in Form schwerer Erkrankungen zu manifestieren. Dazu zählen Atherosklerose, Schlaganfälle, einige Krebsarten sowie Typ-2-Diabetes, zu dem direkt die durch den Verzehr von Produkten aus weißem, raffiniertem Mehl verursachten Insulinresistenz führt. Die gesundheitlichen Auswirkungen gehen weit über das Verdauungssystem hinaus. Studien bestätigen, dass eine Ernährung reich an ultraverarbeiteten Lebensmitteln die Einlagerung von intramuskulärem Fett, insbesondere im Oberschenkelbereich, begünstigt. Dies wiederum erhöht die mechanische Belastung der Kniegelenke erheblich, beschleunigt deren Degeneration und erhöht das Risiko für Arthrose.2x — Anstieg der Morbus-Crohn-Erkrankungen innerhalb von 20 Jahren Experten weisen eindeutig auf konkrete Produktgruppen hin, die unbedingt gemieden werden sollten. An erster Stelle der schwarzen Liste stehen: Weißbrot und Brötchen aus raffiniertem Mehl, alle Arten von Süßigkeiten und Backwaren, verarbeitete Fleischwaren (Wurst, Würstchen), gesüßte Getränke, Fertigsaucen, Instantgerichte sowie Schmelzkäse. Die zentrale Strategie zum Schutz der Gesundheit ist die Rückkehr zu einer Ernährung, die auf minimal verarbeiteten Produkten basiert: Gemüse, Obst, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Nüsse und hochwertige Fette. Der Verzicht auf ultraverarbeitete Lebensmittel ist nach Ansicht von Fachleuten einer der wirksamsten Schritte zur Prävention chronischer Krankheiten und eine Investition in langfristige Gesundheit.
Mentioned People
- Carlos Monteiro — Brasilianischer Wissenschaftler, Schöpfer der NOVA-Klassifikation, die Lebensmittel nach ihrem Verarbeitungsgrad einteilt.