Das Unternehmen Orlen Synthos Green Energy hat beim Energieministerium einen offiziellen Antrag auf Zulassung der kleinen modularen Reaktortechnologie BWRX-300 für die geplante Ausschreibung zum Bau des zweiten Kernkraftwerks in Polen gestellt. Das Angebot ist eine direkte Antwort auf die Einladung zum Dialog mit dem kanadischen Unternehmen AtkinsRealis, dessen Candu-6-Reaktor eine Leistung von unter 700 MW hat. OSGE argumentiert, dass ihr Projekt, basierend auf der US-Technologie von GE Vernova Hitachi, die Wettbewerbsfähigkeit des Verfahrens stärken wird.

Offizieller Antrag beim Ministerium

OSGE reichte ein Schreiben mit einem formellen Antrag auf Berücksichtigung des BWRX-300-Reaktors im wettbewerblichen Dialog ein. Das Ressort bestätigte den Erhalt des Dokuments.

Strategische Antwort auf kanadisches Angebot

Der Schritt von OSGE ist eine Reaktion auf die Einladung des Ministeriums an das Unternehmen AtkinsRealis mit dem Candu-6-Reaktor. Dies signalisiert, dass das Ressort kleinere Einheiten in Betracht zieht.

Argumente für mehr Wettbewerb

Das Unternehmen ist überzeugt, dass die Zulassung seiner Technologie den Wettbewerb erhöhen wird, was sich in besseren finanziellen Bedingungen für den Staat niederschlagen wird.

Wechsel im Ansatz des Energieressorts

OSGE interpretiert den Dialog mit AtkinsRealis als Kurswechsel – weg von großen Reaktoren (~1000 MW) hin zu kleineren Lösungen, was eine Chance für SMR eröffnet.

Das Unternehmen Orlen Synthos Green Energy hat einen formellen Versuch unternommen, an der strategischen Ausschreibung für den Bau des zweiten Kernkraftwerks in Polen teilzunehmen. In einem offiziellen Schreiben an den Energieminister beantragte es die Zulassung zum wettbewerblichen Dialog für die Technologie des Reaktors BWRX-300. Dies ist eine direkte Antwort auf frühere Maßnahmen des Ministeriums, das das kanadische Unternehmen AtkinsRealis zu Gesprächen eingeladen hatte, das den Schwerwasserreaktor Candu 6 mit einer Leistung von unter 700 MW anbietet. In seiner Stellungnahme weist OSGE darauf hin, dass die Entscheidung des Ressorts, mit einem Unternehmen zu verhandeln, das eine Einheit mit deutlich geringerer Leistung als die ursprünglich angestrebten 1000+ MW anbietet, einen klaren Kurswechsel darstellt. Das Unternehmen interpretiert dies als Öffnung für kleinere Technologien, was eine historische Chance für Lösungen aus der Kategorie der kleinen modularen Reaktoren schafft. „Zaproszenie AtkinsRealis [...] oznacza, że ME bierze pod uwagę reaktory o znacząco mniejszej mocy niż to było wcześniej i ocenia, że skierowanie uwagi na mniejsze jednostki to krok w dobrym kierunku.” (Die Einladung an AtkinsRealis [...] bedeutet, dass das Energieministerium Reaktoren mit deutlich geringerer Leistung als bisher in Betracht zieht und bewertet, dass die Ausrichtung auf kleinere Einheiten ein Schritt in die richtige Richtung ist.) — OSGE OSGE argumentiert, dass die Einbeziehung ihres Projekts, das auf fortschrittlicher US-Technologie basiert, die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Ausschreibungsverfahrens grundlegend stärken wird. Infolgedessen wird die Regierung eine stärkere Verhandlungsposition erhalten, um die günstigsten Vertragsbedingungen zu erzielen. Das polnische Regierungsprogramm für Kernenergie (PPEJ) sieht den Bau des ersten Kernkraftwerks am Standort Lubiatowo-Kopalino unter Verwendung der US-Technologie Westinghouse AP1000 vor. Dieses Programm, das 2020 angekündigt wurde, ist eine Antwort auf jahrzehntelange Diskussionen über die Notwendigkeit der Diversifizierung der Energiequellen und der Verringerung der Abhängigkeit von Kohle. Die Entscheidung zum Bau des zweiten Kernkraftwerks ist eine weitere Etappe bei der Umsetzung dieser strategischen Energiepolitik. Das Unternehmen betont, dass es über die aktuellsten und geprüften technischen und wirtschaftlichen Daten zum BWRX-300-Projekt verfügt, was seinen Vorteil in potenziellen Verhandlungen darstellen soll. Das Energieministerium bestätigte der PAP-Agentur den Erhalt des Schreibens mit diesem Antrag, was auf den offiziellen Beginn seiner Prüfung hindeutet. Die Entscheidung des Ressorts wird von entscheidender Bedeutung für die Gestaltung des polnischen Energiemixes in den kommenden Jahrzehnten sowie für die Wettbewerbsfähigkeit der einheimischen Industrie sein, die auf Aufträge bei dieser Investition hofft. Dieser "Pokerzug", wie Kommentatoren ihn bezeichnen, leitet eine entscheidende Phase im Prozess der Technologieauswahl für das zweite Kraftwerk ein.