Manuel Hagel, Spitzenkandidat der CDU im Vorwahlrennen um die Macht in Baden-Württemberg, steht wenige Tage vor der Landtagswahl in der Kritik. Anlass ist eine Äußerung aus dem Jahr 2018, in der er einen Besuch in einer Schulklasse schilderte und eine Schülerin detailliert charakterisierte. Die Aussage wurde nun von der Grünen-Politikerin Zoe Mayer öffentlich gemacht. Hagel verteidigt sich und behauptet, seine Absichten seien unschuldig gewesen und die ganze Angelegenheit sei ein Element des politischen Kampfes.

Veröffentlichung eines alten Interviews

Zoe Mayer, Bundestagsabgeordnete der Grünen, veröffentlichte im Dienst X ein Video aus dem Jahr 2018, in dem Hagel eine Schülerin detailliert beschreibt.

Inhalt der kontroversen Äußerung

Im Interview für den Sender Regio TV Schwaben erinnerte sich Hagel an einen Klassenbesuch und richtete die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Mädchen, dessen Name und Augenfarbe er sich gemerkt hatte.

Reaktion des Kandidaten und des Wahlkampfteams

Hagel und sein Wahlkampfteam behaupten, die Worte seien harmlos und aus dem Zusammenhang gerissen worden, und ihre Veröffentlichung sei ein politischer Angriff in der Endphase des Wahlkampfs.

Wahlkampfkontext

Die Affäre brach wenige Tage vor den entscheidenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg aus, bei denen die CDU eine Chance hat, die Regierungsverantwortung zurückzugewinnen.

Der Streit brach aus, als Zoe Mayer, Abgeordnete der Grünen, in sozialen Medien einen Ausschnitt eines TV-Interviews aus dem Jahr 2018 veröffentlichte, in dem Manuel Hagel, damals ein jüngerer Aktivist und heute Landesvorsitzender der CDU in Baden-Württemberg, von einem Treffen mit Jugendlichen erzählte. In einem Gespräch für den lokalen Sender Regio TV Schwaben in der Sendung „Auf ein Bier“ erinnerte sich der Politiker an einen Besuch in einer Klasse einer Realschule und bemerkte, dass „dort viele Mädchen waren“. Besonders eine von ihnen sei ihm im Gedächtnis geblieben, deren – wie er sagte – Name (Ewa), Haarfarbe (braun) und „rehbraune Augen“, also bernsteinfarbene, hellbraune Augen, er sich gemerkt habe. Diese detaillierte, persönliche Bezugnahme auf eine minderjährige Person wurde zum Zündstoff der Kritik.

Baden-Württemberg ist eines der reichsten und innovativsten Bundesländer Deutschlands und wird seit 2011 von Ministerpräsident Winfried Kretschmann von den Grünen regiert, der eine Koalition mit der CDU bildet. Diese auf Bundesebene einzigartige Allianz zwischen Christdemokraten und Ökologen ist Gegenstand des Interesses von Politikwissenschaftlern. Die für den 8. März 2026 geplanten Landtagswahlen sollen klären, ob dieses Modell überlebt oder die CDU die alleinige Regierungsverantwortung zurückgewinnt.Hagel und sein Wahlkampfteam ergriffen sofort Maßnahmen, um die Situation zu entschärfen. In einer offiziellen Erklärung erklärte der Kandidat, seine Worte sollten lediglich ein authentisches, positives Engagement für Treffen mit jungen Menschen illustrieren und seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Er betonte, dass er niemals böse Absichten gehabt habe und die ganze Geschichte ein Versuch sei, ihn von politischen Rivalen in einem heiklen Moment des Wahlkampfs zu diskreditieren. Die Äußerung stieß jedoch auf scharfe Reaktionen von Teilen der Kommentatoren und Netz-Nutzer, die dem Politiker Taktlosigkeit und eine unangemessene, objektivierende Behandlung der Schülerin vorwarfen.

Die Angelegenheit ist insofern heikel, als sie die sensible Frage der Beziehungen zwischen Politikern und Jugendlichen sowie die Standards des öffentlichen Diskurses berührt. „Das zeigt, welches Frauen- und Mädchenbild Herr Hagel hat. Diese objektivierende Sichtweise ist inakzeptabel, besonders bei jemandem, der unser Bundesland führen will.” — Zoe Mayer In seiner Antwort warf das CDU-Team Mayer vor, einen auf Unterstellungen und persönlichen Angriffen basierenden Wahlkampf zu führen. Umfrageanalysen deuten darauf hin, dass der Vorfall das Image Hagels beeinträchtigen könnte, der als junger, moderner Politiker wahrgenommen wurde, der Wähler aus der Mitte anziehen könnte. Das Ereignis wird zu einem Test für seinen Wahlkampf in den letzten Tagen vor der Abstimmung, wo jeder Fehler das Ergebnis beeinflussen kann.

Mentioned People

  • Manuel Hagel — Landesvorsitzender der CDU in Baden-Württemberg und Spitzenkandidat dieser Partei bei den anstehenden Landtagswahlen.
  • Zoe Mayer — Bundestagsabgeordnete der Grünen, die das kontroverse Video mit Hagel veröffentlichte.
  • Winfried Kretschmann — Amtierender Ministerpräsident von Baden-Württemberg für die Grünen, der in einer Koalition mit der CDU regiert.