Der französische Netzbetreiber RTE teilte mit, dass das Land im Jahr 2025 seinen Rekord beim Stromexport gebrochen und ein Niveau von 92 Terawattstunden erreicht habe. Dieses Ergebnis übertrifft den vorherigen Rekord aus dem Jahr 2024 leicht. Der hohe Nettoexport hält trotz des nationalen Energieverbrauchs an, der weiterhin niedriger ist als vor der Pandemie. RTE weist darauf hin, dass die aktuellen Marktbedingungen – wettbewerbsfähige Preise, ein emissionsarmer Energiemix und ein Überfluss an Kapazitäten – eine einzigartige Chance bieten, die Elektrifizierung der französischen Wirtschaft zu beschleunigen und so Gas und fossile Brennstoffe zu ersetzen.
Rekord-Stromexport
Frankreich exportierte im vergangenen Jahr 92 TWh Strom und brach damit seinen Rekord. Dieser Export stellt einen wesentlichen wirtschaftlichen Wert dar und ist dank eines Überschusses an Erzeugungskapazitäten im Verhältnis zum Inlandsbedarf möglich.
Verbrauch niedriger als vor der Pandemie
Der nationale Stromverbrauch bleibt etwa 6 % niedriger als der Durchschnitt der Jahre 2014-2019. Im Großindustriesektor erreicht dieser Rückgang sogar 13 %, was teilweise auf Sparverhalten nach der Krise von 2022 zurückzuführen ist.
Chance für Elektrifizierung
Der Betreiber RTE ist der Ansicht, dass die derzeitige Konjunktur – niedrige Energiepreise und deren emissionsarmer Charakter – ideale Bedingungen schafft, um die Elektrifizierung von Verkehr und Industrie zu beschleunigen und so Gas und Öl zu ersetzen.
Ursachen für niedrige Nachfrage
Der niedrigere Inlandsverbrauch resultiert aus anhaltendem Sparverhalten von Haushalten und Industrie nach dem Preisschock von 2022 sowie aus milderen Wetterbedingungen in den letzten Wintern.
Frankreich behielt 2025 seine Position als wichtiger Stromexporteur in Europa bei und brach dabei seinen eigenen Rekord. Wie aus der Jahresbilanz hervorgeht, die der Übertragungsnetzbetreiber RTE am 25. Februar 2026 veröffentlichte, exportierte das Land netto 92 Terawattstunden (TWh) Strom. Das ist etwas mehr als im bisherigen Rekordjahr 2024. Der Generaldirektor von RTE, Xavier Piechaczyk, betont im Gespräch mit „Le Monde”, dass dieser Export „einen wesentlichen Wert für die französische Wirtschaft darstellt”. Das hohe Niveau des Nettoexports hält an, obwohl der nationale Stromverbrauch immer noch niedriger ist als vor der Pandemie – laut RTE um etwa 6 % im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2014-2019. Im Großindustriesektor war dieser Rückgang noch deutlicher und erreichte 13%.
Frankreich ist seit Jahrzehnten ein Schlüsselakteur auf dem europäischen Strommarkt und stützt seinen Energiemix stark auf die Kernenergie, die historisch über 70 % der Erzeugung ausmachte. Das Exportniveau ist eng mit der Verfügbarkeit von Kapazitäten aus Kernkraftwerken verbunden, deren Rückgang in den letzten Jahren, z.B. aufgrund von Wartungsarbeiten oder Korrosion, zu Einschränkungen führte. Nach der durch den russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 ausgelösten Energiekrise wurden Versorgungssicherheit und Energiesouveränität zu Prioritäten der Politik der Europäischen Union. Die Analyse von RTE zeigt, dass der derzeit hohe Export teilweise eine Folge der niedrigen Inlandsnachfrage ist, die Kapazitätsüberschüsse freisetzt. Der im Jahr 2025 verzeichnete Konsumrückgang resultiert teilweise aus anhaltenden Sparverhalten von Haushalten und Unternehmen nach der Energiekrise von 2022 sowie aus milderen Wintern, die den Bedarf an elektrischer Heizung reduzierten. Der Export kompensiert somit niedrigere Einnahmen inländischer Erzeuger aus dem Verkauf auf dem Binnenmarkt. Gleichzeitig erkennt RTE in dieser Situation eine einzigartige Chance. Dem Betreiber zufolge sind die aktuellen Marktbedingungen ideal, um die Elektrifizierung des Landes zu beschleunigen. „„Les conditions sont réunies pour accélérer l'électrification de la France”” — RTE, laut Le Figaro. Der Betreiber verweist auf drei Schlüsselfaktoren, die diesen Prozess begünstigen: wettbewerbsfähige Preise für französischen Strom im europäischen Vergleich, dessen emissionsarmer Charakter aufgrund der Dominanz von Atom- und erneuerbaren Energien sowie die allgemeine Fülle an verfügbaren Kapazitäten im System.
92 TWh — Netto exportierter Strom durch Frankreich im Jahr 2025 Der von RTE in den kommenden Jahren erwartete Anstieg des Energieverbrauchs im Land soll das Ergebnis zweier Trends sein. Erstens, der Erholung der industriellen Aktivität, die langsam zur Normalität zurückkehrt. Zweitens, und was wichtiger ist, der Ersetzung von Erdgas und fossilen Brennstoffen durch sauberen Strom in den Sektoren Verkehr, Heizung und industrielle Prozesse. Dieser Prozess, der entscheidend für die Dekarbonisierung der Wirtschaft ist, erfordert jedoch stabile und preisgünstige Stromlieferungen. Für die Stabilität des Energiesystems ist es wichtig, dass dieser erwartete Anstieg des Inlandsverbrauchs Hand in Hand geht mit Investitionen in neue Erzeugungskapazitäten, insbesondere in erneuerbare Energien, sowie mit der Modernisierung und dem Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze. RTE betont, dass die Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit des französischen Stroms auf dem europäischen Markt von der Fähigkeit abhängen wird, diese zukünftige, höhere Inlandsnachfrage zu befriedigen, ohne gleichzeitig auf die Rolle als Exporteur zu verzichten. Die Bilanz von 2025 zeigt, dass trotz der Herausforderungen der letzten Jahre das auf Kernenergie basierende französische Energiesystem immer noch erhebliche Kapazitätsreserven hat, die es ins Ausland verkaufen kann, wodurch Einnahmen generiert und die Energiesicherheit der Nachbarn unterstützt wird.
Mentioned People
- Xavier Piechaczyk — Generaldirektor des französischen Übertragungsnetzbetreibers RTE.