Das Amt für Wettbewerbs- und Verbraucherschutz (UOKiK) führte am Donnerstag umfangreiche Durchsuchungen in den Büros von Allegro in Posen und Warschau durch. Die Maßnahmen, die unter Begleitung der Polizei durchgeführt wurden, stehen im Zusammenhang mit dem Verdacht, dass der Marktführer im polnischen E-Commerce gegen Wettbewerbsregeln verstoßen hat. Die Kontrolle konzentriert sich auf die Logistikpraktiken der Plattform, die möglicherweise unzulässig eigene Versandmethoden auf Kosten externer Dienstleister und Händler, die den Dienst nutzen, bevorzugt haben.
Razzien in zwei Städten
Die Behörden sicherten Dokumentation und Daten in den Allegro-Büros in Posen und Warschau im Rahmen einer UOKiK-Operation.
Verdacht auf Bevorzugung
Die Aufsichtsbehörde untersucht, ob die Plattform eigene Versandmethoden auf Kosten der Konkurrenz auf eine Weise fördert, die gegen Marktregeln verstößt.
Reaktion der Börse und des Unternehmens
Allegro erklärt, sich im Einklang mit dem Recht zu verhalten, doch die Meldungen über das Eindringen der Polizei lösten bei Investoren Besorgnis aus.
Polizeibeamte zusammen mit Inspektoren des Amtes für Wettbewerbs- und Verbraucherschutz (UOKiK) drangen am Donnerstagmorgen in wichtige Standorte des Unternehmens Allegro ein, darunter den Hauptsitz im Posener Komplex Pixel sowie Büros in Warschau. Dies ist ein radikaler Schritt im Rahmen eines eingeleiteten Untersuchungsverfahrens, das prüfen soll, ob der E-Commerce-Gigant seine marktbeherrschende Stellung missbraucht. Gegenstand der Ermittlungen sind Mechanismen zur Bevorzugung eigener Logistiklösungen, darunter Packstationen und hauseigene Kurierdienste, die die Interessen unabhängiger Transportunternehmen beeinträchtigt und die Wahlmöglichkeiten der Verbraucher eingeschränkt haben könnten. Die Entscheidung, die Kontrolle von der Polizei begleiten zu lassen, deutet darauf hin, dass die Aufsichtsbehörde befürchtete, dass wichtige Beweismittel, einschließlich digitaler Daten und Algorithmen, die die Angebotsanzeige steuern, versteckt oder gelöscht werden könnten. Der Präsident des UOKiK verfügt in Situationen, in denen der Verdacht einer systematischen Verletzung der Marktordnung besteht, über weitreichende Ermittlungsbefugnisse. Die aktuellen Maßnahmen sind das Ergebnis zahlreicher Beschwerden von Geschäftspartnern, die auf intransparente Kriterien für die Positionierung von Sendungen hinweisen, die über die Systeme der Plattform abgewickelt werden. Die Interventionen von Staatsbehörden in den Hauptsitzen von Technologiekonzernen erinnern an die spektakulären Razzien in den Büros von Google und Apple in Westeuropa im letzten Jahrzehnt, die eine globale Debatte über digitale Monopole auslösten. In einer offiziellen Mitteilung bestätigte Allegro die Durchsuchung und erklärte sich zur vollen Zusammenarbeit mit den Kontrollbehörden bereit. Vertreter des Unternehmens betonen, dass ihr Handeln mit polnischem und EU-Recht im Einklang stehe und alle Änderungen an der Plattform der Verbesserung des Kundenservice dienen. Marktanalysten weisen jedoch darauf hin, dass dies ein weiteres Untersuchungsverfahren gegen das Unternehmen ist, das sich bereits früher mit Vorwürfen der Bevorzugung des eigenen offiziellen Shops auseinandersetzen musste. Sollten die gesammelten Beweise die Verdachtsmomente bestätigen, droht dem Unternehmen eine Kartellstrafe enormen Ausmaßes, was sofort zu Nervosität an der Warschauer Wertpapierbörse führte.